China im Umbruch

Anlegerinformation

Vieles erinnert zum Start des neuen Jahres an den August 2015. Negative Meldungen zum Wachstum der chinesischen Wirtschaft und eine erneute Abwertung der Landeswährung Yuan schickten die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt. Doch was sind die Hintergründe der aktuellen Probleme und wie geht es mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiter?

Die aktuellen Zahlen wirken zunächst nicht bedrohlich
Im vergangenen Jahr wuchs die chinesische Wirtschaft um 6,9 Prozent und liegt damit nicht nur knapp unter den angepeilten 7 Prozent, sondern auch über den Erwartungen vieler Marktteilnehmer. Um konkrete Aussagen zur aktuellen Situation und der weiteren Entwicklung Chinas treffen zu können, muss daher das Augenmerk auf die größte Herausforderung im Reich der Mitte gerichtet werden:
Chinas Status als „Werkbank der Welt“ ist zu einem Auslaufmodell geworden. Nach erfolgreichen Jahrzehnten, in denen die Wirtschaft sehr stark auf den Export von Konsum- und Industriegütern ausgerichtet war, verspricht diese Strategie langfristig kein angemessenes und vor allem nachhaltiges Wachstum.

China löst USA als weltgrößte Volkswirtschaft ab

Umbruch im Reich der Mitte ist der Regierung bewußt
Dies hat natürlich auch die Regierung in Peking erkannt und setzt mittlerweile auf ein Modell mit einem stärkeren Dienstleistungssektor sowie wachsendem Binnenkonsum, der auch in Zukunft für eine stabile Nachfrage sorgen soll. Die wichtigen Strukturreformen anzugehen, ohne gleichzeitig Wirtschaftswachstum zu opfern, ist allerdings äußerst kompliziert. Das Volkswirtschaften im Zuge derartiger Umwälzungen ins Straucheln geraten ist dabei nicht ungewöhnlich. Sorge macht allerdings, dass der Dienstleistungssektor in 2015 zwar erstmals mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausgemacht hat, gleichzeitig aber der heimische Konsum und die Nachfrage am Immobilienmarkt nachgaben. Diese Nachrichten und einige unglückliche Maßnahmen zu Beginn des Jahres haben dem Vertrauen in die chinesische Regierung merklich geschadet.

Die chinesische Zentralbank hat noch viele Unterstützungsmöglichkeiten
Dass die Regierung in Peking aber alles andere als hilflos ist, zeigt die Wirkung der mittlerweile getätigten Maßnahmen. Die Stützkäufe an den heimischen Aktienmärkten und umfangreiche Konjunkturmaßnahmen führten zuletzt zu einem spürbaren Aufatmen an den Finanzmärkten. Zudem steht die chinesische Zentralbank bereit, um mit Leitzinssenkungen die heimischen Märkte weiter zu stützen. Es sind also noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgereizt, um erneuten Kursverlusten entgegen zu wirken.

Fazit
Auch wenn der schwierige Balanceakt zwischen Reformen und Wachstum in der nächsten Zeit zu Schwankungen an der chinesischen Börse führen wird, ist der eingeschlagene Weg sicher zielführend. Solange die Regierung in Peking diesen Reformprozess konsequent weiter verfolgt, werden wir in den nächsten Jahren ein neues China sehen, das auch in Zukunft gute Ertragschancen bieten wird.

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