Anlagekommentar September 2016 – Nach ruhigen Wochen Ruf nach fiskalpolitischen Maßnahmen

Anlagetipp

Im Monat August schienen die internationalen Finanzmärkte beinahe geschlafen zu haben. Die Anlageklassen blieben größtenteils ohne Veränderung und auch die Weltwirtschaft zeigte sich nur mit einem schwachen Wachstum. In der Politik und bei den Notenbanken wird überlegt, welche Maßnahmen zur Unterstützung effektiv wären und eine Veränderung mit sich bringen. Bereits jetzt sprechen Experten von der Notwendigkeit fiskalpolitischer Maßnahmen und auch Anleger warten gespannt, was sich in den kommenden Wochen tut. Da keine handfeste Krise vorherrscht oder sich anbahnt, verhalten sich die Staaten ruhig und planen keine neuen Ausgabenprogramme. In Krisenzeiten mag die expansive Geldpolitik helfen, doch bei zu exzessivem Gebrauch wirkt sie sich eher kontraproduktiv aus. Die meisten Anleger zweifeln am aktuellen Programm der EZB und sind vom Helikoptergeld, der Finanzierung von Staaten, wenig überzeugt.

Marktteilnehmer sind auf Renditejagd
Heute ist es kaum möglich, eine attraktive Rendite zu erzielen und eine lohnende Investition zu tätigen. Die Aktienmärkte zeigen sich aktuell mit steigenden Kursen, da die Fundamentaldaten von Unternehmen derzeit keine wichtige Position einnehmen. Auf der Jagd nach Rendite steigen die Bewertungen von Unternehmen deutlich an, wobei die Gewinne eher moderat zulegten und die Aktien mit dem Risiko für Kursrückschläge einhergehen. Vor allem ein temporärer Anstieg der Renditen könnte zum Problem werden und Kursrückschläge nach sich ziehen. Die fiskalpolitischen Diskussionen stehen derzeit im Augenmerk, schließlich geben sie Auskunft über steigende Inflationserwartungen und damit über steigende Zinsen. Interessant sind nicht die überbewerteten Unternehmen, sondern vor allem die Firmen, die mit defensiven oder strukturell wachsenden Geschäftsmodellen präsent sind. Es bleibt abzuwarten, wie die EZB und internationale Notenbanken im letzten Quartal reagieren und welche Handlungen bisher noch nicht ausgesprochen, aber in den Köpfen der Notenbanken bereits manifest sind.

DAX Entwicklung

Staatsanleihen weiter mit niedriger Rendite
Auf den Rentenmärkten gibt es keine neuen Tendenzen. Fakt ist, dass die EZB noch lange an ihrer expansiven Ausrichtung festhält und in der kommenden Sitzung über eine Verlängerung des Anleihekaufprogrammes diskutiert. Ist das der Fall, werden Staatsanleihen aus dem europäischen Währungsraum weiter mit niedriger Rendite aufwarten und die gewünschte verbesserte Investitionslage für Marktteilnehmer ausbleiben. Im Gegensatz zur EZB hat die Fed Notenbank bereits von Zinserhöhungen gesprochen, wobei die Konjunktur diesen Gedanken nicht untermauert. Vielmehr herrscht in den USA eine Konjunkturabschwächung vor, welche durch höhere Zinsen begünstigt und unnötig verlängert würde. Für Sie als Marktteilnehmer heißt es derzeit: abwarten und Tee trinken. Was das letzte Quartal bringt, hängt maßgeblich von den Notenbank Entscheidungen ab.

Ausblick:
Auch wenn die BIP-Wachstumsraten in den USA sehr volatil sind, weisen die Daten auf eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Trends hin. Dies ist am Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor abzulesen, die deutlich im Wachstumsbereich liegen und auch das Konsumentenvertrauen bewegt sich auf dem Niveau vor der Finanzkrise von 2008. Der Euroraum scheint den Brexit gut „verdaut“ zu haben, denn der Aufschwung wurde dadurch bisher nicht groß tangiert, denn im August 2016 hat der Einkaufsmanager-Index für den Euro-Raum sogar leicht zugelegt. Als politische Unsicherheit in Europa bleibt weiterhin das Verfassungsreferendum im November 2016 in Italien, wo auch aus aktuellen Umfragen weiterhin keine klare Tendenz zu erkennen ist.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Die neue Kunst Geld anzulegen

Buchtipp

Unser Geld hat eine seiner einst elementaren Eigenschaften verloren: Es ist nicht länger Mittel zur Wertaufbewahrung. Gezielt wurde in den letzten Jahren darauf hingearbeitet, den Bürgern das Sparen abzugewöhnen. Denn wer spart – also ein Großteil der Deutschen – entzieht nach Meinung der vorherrschenden Wirtschaftslehre dem Wirtschaftskreislauf Geld und muss dafür mit Null- oder Negativzinsen bestraft werden. Doch nicht das Verständnis der Bürger, sondern die gängige Geld- und Finanztheorie scheint in einem höchst besorgniserregenden Zustand zu sein – eine schwierige Lage, die letztendlich JEDEN betrifft.

Kurzinfo zum Buch
Was also ist zu tun? Nichts weniger, als die Geld– und Finanztheorie neu zu erfinden. Thomas Mayer – einer der renommiertesten deutschen Wirtschaftsexperten – hat diesen Schritt gewagt und liefert nach seinem Buch zu einer neuen Geldordnung nun mit der »Austrian-Finance-Theorie« erstmals das Fundament für ein völlig neues Verständnis für die Geldanlage. Denn so aktuell sich die modernen und verhaltensorientierten Finanztheorien geben, so wenig sind sie sich ihrer Mängel und mitunter zerstörerischen Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Wirtschaft bewusst. Es ist deshalb Zeit für einen kompletten Neuanfang, ehe die weltfremden Theorien endgültig in die Katastrophe führen. Das Buch „Die neue Kunst, Geld anzulegen: Mit Austrian Finance zu einem besseren Portfoliomanagement“ aus dem FinanzBuch Verlag liefert sinnvolle Denkanstöße. Die Grundlage einer erfolgreichen Geldanlage bleibt ein solides Handwerk – stets gepaart mit gesundem Menschenverstand.

Mehr über das Buch

 

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Der Inflation ein Schnippchen schlagen

Geldentwertung

Wer seine Anlage vor realem Verlust durch Inflation schützen möchte, kann auf inflationsindexierte Anleihen setzen. Im Gegensatz zu klassischen Anleihen richtet sich ihre Kuponzahlung nach der Höhe der Inflation – womit ein realer Kaufkraftverlust vermieden wird.

Kommt sie bald oder kommt sie nicht?
Die Rede ist von der Inflation. Aktuell liegt diese in Europa nah bei null. Die EZB ist damit von ihrem Ziel deutlich entfernt: In ihren Statuten wird eine Inflationsrate „um zwei Prozent“ angestrebt. Dass sich die Inflation wieder auf oder gar über dieses Maß einpendelt gilt als sicher, nur der Zeitpunkt ist ungewiss. Für den Anstieg des Preisniveaus – gemessen wird dieser anhand des HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) – sprechen einige wichtige Gründe. Zum einen hat die EZB ein starkes Anleihenaufkaufprogramm ins Leben gerufen, bei dem hunderte von Milliarden in den Markt gepumpt wurden. Zwar ist dieses Geld noch nicht zwingend in der Realwirtschaft angekommen, dennoch hat sich die Geldmengenbasis dadurch dramatisch erhöht. Ein weiterer Grund wird ersichtlich, wenn man einen Blick auf die Rohstoffseite wirft. Insbesondere Erdöl ist in den vergangenen Jahren deutlich im Preis gefallen. Kostete ein Barrel vor nicht allzu langer Zeit stolze 100 USD, so liegt der Preis heute bei unter 50 USD. Dieser Zustand wird jedoch nicht ewig halten. Erdöl produzierende Länder haben ein starkes Interesse an hohen Preisen und werden alles daran setzen, diese mittelfristig zu erreichen. Hinzu kommt, dass aktuell hohe Lagerbestände bald abgebaut sein dürften.

ezb-leitzins-und-eu-inflation-von-2004-bis-2016

Um einer Inflation entgegenzuwirken, bieten sich sogenannte inflationsgeschützte Anleihen an. Ihre Funktionsweise unterscheidet sich von herkömmlichen Anleihen. Während klassische Anleihen i.d.R. einen festgelegten Kupon auszahlen, richtet sich dieser bei inflationsgesicherten Anleihen nach der Höhe der Inflation. Kupon und Nennwert richten sich also nach der Entwicklung des genannten HVPIs. Damit hat der Anleger gleich zwei Vorteile. Erstens sind inflationsgeschützte Anleihen in der Regel risikoärmer, da sie weniger volatil sind als klassische Anleihen. Und zweitens wird er vor Geldentwertung geschützt. Er erhält also eine reale Rendite, da der Ertrag während der gesamten Laufzeit von der Geldentwertung positiv beeinflusst wird.

Fazit:
Vieles spricht dafür, dass die Inflation nicht lange auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben wird. Wer sich dagegen schützen möchte, hat mit inflationsbesicherten Anleihen eine interessante Möglichkeit, da hier eine reale Rendite erzielt werden kann. Im Gegensatz zu einer klassischen Anleihe hängt das Renditeniveau von der Höhe der Geldentwertung ab. Oder vereinfacht gesagt: Je höher die Inflation, desto höher die Rendite.

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Fondsidee des Monats August 2016

Anlageideen

Seit der Auflage des IP White Fonds vor einem Jahr geht der Kurs des Mischfonds nur in eine Richtung: Aufwärts. Während des Chinas Crash Ende 2015 und der folgenden Marktkorrektur konnte der IP White Fonds sogar noch Gewinne einfahren. Auch der miserable Börsenstart 2016 konnte dem Fonds nichts anhaben.

Das Fondsmanagement des IP White Fonds bei der Fondsgesellschaft Inter-Portfolio Verwaltungsgesellschaft S.A. hält unter Betrachtung der Risiken um China und den USA die Gewinneinschätzungen für viele Unternehmen zu optimistisch. Daher werden Titel ausfindig gemacht, die ein attraktives Verhältnis zwischen Chancen und Risiken besitzen. Die positive Entwicklung des Fonds ist auf die geringe Korrelation der Wertpapiere im Fonds mit dem Gesamtmarkt zurückzuführen. Positionen werden nur bei überschaubaren Risiken eingegangen und Titel mit zu optimistischen Bewertungen nicht ins Portfolio aufgenommen. Bei der Suche nach neuen Aktien wird primär nach Sondersituationen selektiert, die hohe marktunabhängige Renditen ermöglichen und somit in das Raster des Fondsmanagement passen.

Die Wertentwicklung des IP White Fonds der knapp letzten zwei Jahre zeigt die folgende Grafik:

IP FONDS-IP WHITE
Der IP White Fonds ist ein flexibler Mischfonds mit konservativer Ausrichtung, der unabhängig von einer Benchmark investiert. Er investiert primär in europäische Aktien und Anleihen mit Schwerpunkt in Deutschland und nutzt die Cash-Position zur Sicherstellung von Opportunitäten und reduziert damit gleichzeitig die Volatilität. Der Fonds ist stets gegenüber größeren Marktschwankungen abgesichert, mit überwiegend Optionen und Futures auf den DAX und EuroStoxx50. Das Konzept priorisiert die Reduzierung von Risiken, Volatilität und Drawdowns.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw . Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

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Anlagekommentar August 2016 – Anlagemärkte kommen mit dem Gegenwind gut zurecht

Anlagetipp

Die Einflüsse von außen sind derzeit vielseitig und dennoch zeigen sich die internationalen Kapitalmärkte wohlgestimmt. Der Brexit, Terror und die italienische Bankenkrise haben weniger Auswirkung gezeigt als befürchtet. Hingegen stehen die Finanzinstitute Europas unter enormen Druck und spüren die Folgen einer zu geringen Eigenkapitalausstattung, befürchtet hoher Kreditausfälle und aufgrund der Niedrigzinsen eine schwache Ertragsaussicht bei Aktien. Ein drastischer Einbruch der Aktienkurse und einer Bilanz von circa 32 Billionen Euro in Zusammenrechnung aller Banken lässt die Risiken in der Branche kaum noch beherrschen. Bisher haben vor allem Bankaktionäre hohe Kapitalverluste hinnehmen müssen, doch auch eine Auswirkung auf den restlichen Aktienmarkt ist nicht ausgeschlossen. Das systematische Risiko wird durch die EZB refinanziert und somit vom Steuerzahler getragen. Die Finanzmärkte bauen nach aktuellen Prognosen immer stärker auf eine Unterstützung der Währungshüter und hoffen auf Hilfestellung im Falle einer drohenden Krise.

Neue Höchstwerte bei Aktien erkennbar
Nach wie vor werden die Aktienmärkte durch die expansive Geldpolitik unterstützt und es zeigen sich gerade bei Indizes neue Höchstwerte. Im Blick auf den sämigen Geschäftsverlauf der Unternehmen sind diese Höchstwerte aber nicht gerechtfertigt. Die Profite der S&P-500 Gesellschaften zeigen sich seit 4 Quartalen mit rückläufiger Performance und dennoch liegt die Erwartung für die kommenden Wochen auf einem positiven Umfeld auf den Aktienmärkten. Die Geldmenge steigt an, die US-Notenbank nimmt keine Zinserhöhung vor und das japanische Konjunkturpaket kann sich mit einer Performance von 5,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt ebenfalls sehen lassen. Die Marktreaktion auf den Brexit und den Terror in Euroland scheinen abgelegt, wohingegen sich Wachstum auf Kredit anscheinend als neue Strategie zeigt. Die Markterholung in China scheint ebenfalls zu funktionieren und wenn Sie die Summe dieser Faktoren betrachten, erkennen Sie den ausbleibenden befürchteten Einbruch der Aktienmärkte in den Sommermonaten.

DAX Entwicklung

Rentenmärkte zeigen sich mit negativer Performance
Ganz spurlos verlief der Eingriff der Notenbanken allerdings nicht. Die internationalen Rentenmärkte kämpfen mit den grotesken Auswirkungen und schreiben Negativ-Renditen. Laut einiger Berechnungen präsentieren sich rund 30 Prozent der global ausstehenden Anleihen mit negativer Rendite. In Gegenüberstellung zum Jahresanfang 2014 ist das ein enormer Einschnitt, lagen die Renditen zu diesem Zeitpunkt bei Null. Es ist davon auszugehen, dass die Kaufprogramme der Bank of Japan und der EZB sowie weiteren Notenbanken für eine Verstärkung der Problematik sorgen und die Auswirkungen verschlimmern. Fraglich ist, inwieweit die Entwicklung noch tatenlos beobachtet oder durch erneute Handlungen negativ beeinflusst wird. Von einer Erholung und einem spürbaren Renditeanstieg kann auf den Rentenmärkten aktuell jedenfalls keine Rede sein.

Ausblick:
Im Einklang mit üblichen saisonalen Mustern, waren die Aktienerträge im Juni negativ und im Juli positiv. Trotz einer leichten positiven fundamentalen Entwicklungen sollte der Aktienbereich neutral und nicht übergewichtet werden, da der August und September oft negative Kursmonate sind und auch ein Referendum in Italien ansteht. Ohne einen deutlichen positiven Trend bleiben die Kurse von Risikoanlagen, insbesondere von Aktien, primär von veränderten Risikowahrnehmungen geprägt. Rückschläge wegen einem negativen Ergebnis vom Verfassungsreferendumsentscheid in Italien im Oktober sind möglich. Auslöser oder Hinweise in den Daten, insbesondere einer Rezession in den USA oder einer harte Landung in China, sind im Moment nicht auszumachen. Mit einem monatlichen Sparplan ist man derzeit gut beraten, um eventuelle Schwankungen zu kompensieren.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
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Der Durchschnittskosteneffekt

Vermögensaufbau

An den Börsen geht es ständig auf und ab. Den optimalen Zeitpunkt für seine Geldanlage zu erwischen ist nahezu unmöglich. Abhilfe schafft hier der der Durchschnittskosteneffekt (Cost Average Effekt). Anstatt bei einer Einmalanlage den vollen Betrag zu investieren, wird dieser über mehrere Perioden aufgeteilt. In Zeiten hoher Unsicherheiten stellen sich Anleger immer wieder die Frage, ob der aktuelle Zeitpunkt sinnvoll für ein Neuinvestment ist, oder ob es besser ist zu warten. Die Frage eindeutig zu beantworten ist nahezu unmöglich.

Helfen kann hier der sogenannte Durchschnittskosteneffekt (Cost Average Effect, abgekürzt CAE)
Die Strategie ist, dass eine Einmalanlage nicht in voller Höhe sofort investiert wird, sondern über einen bestimmten Zeitraum verteilt. Das anzulegende Kapital wird also zunächst risikolos geparkt und es wird – beispielsweise über einen Zeitraum von zehn Monaten – in die eigentlichen Anlagefonds umgeschichtet. Der Effekt für den Anleger ist, dass er gleich doppelt profitieren kann. Er umgeht die schwierige Entscheidung zum richtigen Einstiegszeitpunkt und er bezahlt Dank des Durchschnittseffektes weniger für die Fondsanteile und erzielt so am Ende eine höhere Rendite.

Durchschnittskaufmethode

Durchschnittskosteneffekt reduziert den Kaufpreis
Doch wie funktioniert dieser Effekt genau? Das Prinzip ist einleuchtend: Kaufen Anleger auch bei fallenden Kursen Fondsanteile, so erhalten sie für ihren monatlichen Sparbetrag mehr Anteile. Bei hohen Kursen werden weniger Anteile gekauft. Die durchschnittlichen Kosten pro Fondsanteil liegen insgesamt unter dem durchschnittlichen Kurs der Fondsanteile während der Sparphase.

Beispiel:
Ein Anleger investiert monatlich 100,- Euro in einen Fonds. Der Kurs variiert zwischen 5,- und 20,- EUR. Nach sieben Perioden hat er insgesamt 73,3 Fondsanteile gekauft.

Cost Average Effect Methode

Der durchschnittliche Kurs liegt in diesem Beispiel bei 10,71 EUR. Der Durchschnittskosteneffekt führt jedoch dazu, dass der Anleger tatsächlich einen durchschnittlichen Kaufpreis von lediglich 9,55 hatte, was sich positiv auf die Rendite auswirkt.

Fazit:
Den optimalen Einstiegszeitpunkt bei der Geldanlage zu finden ist nicht möglich. Eine sinnvolle Strategie besteht darin, die Anlagesumme über einen bestimmten Zeitraum zu strecken. Damit umgeht der Anleger die Problematik des richtigen Einstiegszeitpunktes und profitiert gleichzeitig von dem Durchschnittskosteneffekt.

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Renditen durch Unternehmensübernahmen

Ertrag

Am Aktienmarkt investieren und trotzdem stabile Renditen erzielen – gerade in Märkten mit hohen Schwankungen und niedrigen Zinsen kaum vorstellbar. Doch mit alternativen Anlagestrategien bieten sich Anlegern neue Möglichkeiten des Investierens an. Eine solche Möglichkeit ist die sogenannte Merger Arbitrage Strategie.

Das Problem ist bekannt
Stark schwankende Aktienmärkte und nur geringste Zinsen machen Anlegern das Leben schwer. Alternative Anlagestrategien bieten hier die Möglichkeit, die traditionelle Portfoliozusammensetzung zu bereichern, denn sie verfolgen andere Ansätze. Anstatt dem Erfolg bzw. Misserfolg einer Anlageklasse ausgeliefert zu sein, verfolgen sie das Ziel einer vom Markt unabhängigen Rendite. Ein Beispiel ist die Merger Arbitrage Strategie, die sich auf Unternehmensübernahmen fokussiert. Soll ein Unternehmen durch ein anderes übernommen werden, so steigt sein Aktienkurs aufgrund des Übernahmeangebotes.

Beispiel: Wer am 18. Mai 2016 die Finanznachrichten verfolgte und gleichzeitig Besitzer von Kuka Aktien war, hatte allen Grund zur Freude: Innerhalb kürzester Zeit schnellte der Kurs der Kuka Aktie um über 20% nach oben. Der Grund lag in der Übernahmeofferte des chinesischen Haushaltswarenherstellers Midea.

Beispielhafter Kursverlauf einer Aktie bei einem Übernahmeangebot
Übernahmekandidaten bieten oft eine Erfolgsprämie
Hier setzen Merger Arbitrage Fonds an, wobei es zwei Varianten gibt. Einige Investieren schon frühzeitig in mögliche Übernahmekandidaten. Andere legen mehr Wert auf Sicherheit und investieren erst bei Vorliegen eines Übernahmeangebotes, da es hier eine Besonderheit gibt: Der Aktienkurs des Übernahmekandidaten steigt nicht ganz bis zur Höhe des Angebotes, da nicht sicher ist, ob die notwendige Mehrheit der Aktionäre zustimmt. Die Differenz wird als „Arbitrage Spread“ bezeichnet. Kommt die Mehrheit zustande, schließt sich die Lücke und der Fonds vereinnahmt diese Erfolgsprämie.

Die zweite Strategie hat insofern ihren Charme, als dass sie weniger riskant ist. Denn bei Vorliegen eines Angebotes kommt es mehrheitlich auch tatsächlich zu einer Übernahme und somit zu einer Vereinnahmung des Spreads, also der noch fehlenden Differenz zum Übernahmeangebot. Die Vorteile für den Anleger liegen damit auf der Hand. Durch diese spezielle Merger Arbitrage Strategie ist es möglich, durch eine Aktienanlage eine Erfolgsprämie von 2% bis 5% p.a. (vor Kosten) zu realisieren.

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Brexit – Briten stimmen für EU-Austritt
Das Leben ist zu kurz, um auf steigende Zinsen zu warten!
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Anlagekommentar Juli 2016 – Der Brexit kommt – welche Auswirkungen hat dies auf dem Finanzmarkt?

Anlagetipp

Der 23. Juni 2016 hat die Europäische Union (EU) vor eine Herausforderung gestellt. Mehrheitlich haben sich die Briten gegen die EU entschieden und sich für einen Austritt ausgesprochen. Kapitalmarktteilnehmer und Wettbüros hatten mit einem Verbleib Großbritanniens in der EU gerechnet, wodurch die Reaktion enorm war. Sowohl das britische Pfund wie die Aktienmärkte brachen vorübergehend ein und sichere Häfen, zum Beispiel Gold oder deutsche und amerikanische Bundesanleihen erlebten einen unaufhaltsamen Boom. Es bleibt abzuwarten, wie andere Industrieländer reagieren und wie sich deren Unzufriedenheit im Bezug auf die EU auf das einzelne Land und die Finanzwirtschaft auswirken wird.

Europa verliert an Bedeutung bei internationale Investoren
Der Euroraum lässt viele Menschen als Verlierer zurück. Die Massenarbeitslosigkeit und Stagnierung der Volkswirtschaften in Südeuropa sind nicht von der Hand zu weisen. Die Schuldenpyramide wird von der EZB stabilisiert, in dem schwache Schuldner über die Notenpresse finanziert werden. Der Zinssatz befindet sich unter Null und auch wenn der juristische Rahmen fehlt, handelt es sich um eine faktische Transferunion. Es besteht die Gefahr, dass das internationale Kapital aus dem Euroraum abgezogen wird. Warum? Weil die schwer kalkulierbaren politischen Unwägbarkeiten keine finanzielle Sicherheit ermöglichen und bei Anlegern daher auf wenig Interesse stoßen.

DAX Entwicklung

Britische Unternehmen profitieren derzeit auf den Aktienmärkten
Das Referendum hat die internationalen Aktienmärkte vorübergehend in eine Schockstarre mit sinkender Performance versetzt. Dabei verloren die britischen Aktien weitaus weniger an Wert, als es bei Aktien vom europäischen Festland der Fall war. Das schwache Pfund stützt die Volkswirtschaft mittelfristig, zumal die Firmen im FTSE Index rund 70 Prozent ihrer Gewinne im ausländischen Territorium erwirtschaften. Wer aktuell in britische Aktien investieren möchte, sollte sich auf Unternehmen mit einem hohen Exportanteil berufen. Es gibt nicht nur eine negative Beeinflussung, sondern eine Vielfalt unterschiedlicher Faktoren, die für ein schwankungsreiches zweites Halbjahr sorgen. Darin enthalten sind neben verschiedenen Faktoren die fehlende Phantasie im Gewinnwachstum, die Unruhen durch die politische Performance innerhalb der EU, potenzielle Gewinnwarnungen durch geopolitische Belastungen.

Anleihenmärkte warten mit sinkenden Renditen auf
Das Thema Zinserhöhung ist bei der US Notenbank nun endgültig abgeschlossen, sodass sich die Erwartungen für die globalen Anleihemärkte nicht verändern. Staatsanleihen mit US-amerikanischem Background sind weiter der sichere Hafen, wodurch die Renditen nicht steigen und weiter geringfügig ausfallen werden. In Europa herrscht Unsicherheit auf den Finanzmärkten, sodass deutsche Bundesanleihen zwar gefragt sind, aber weitere Tiefpunkte in der Rendite mit sich bringen können. Expansive Maßnahmen seitens der Notenbanken werden sich verstärken. Dies geht unter anderem aus der Ankündigung der Bank of England und der Schweizer Notenbank hervor. Auch die europäische Notenbank wird alles tun, um die südeuropäischen Anleihemärkte zu stützen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
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Fondsidee des Monats Juli 2016

Anlageideen

Abitrage ist in der Wirtschaft als risikoloses Ausnutzen von Preisunterschieden bekannt. Zur Gewinnmitnahme werden in der Theorie zwei verschieden Orte mit verschiedenen Preisen angenommen. In Realität ist eine risikolose Gewinnmitnahme durch Preisunterschiede zunehmend schwer zu finden, was der hohen Markttransparenz sowie dem elektronischen Handel zuschulden kommt. Jedoch können Preisineffizienzen bei Unternehmenstransaktionen ausgenutzt werden.

Der Allianz Merger Abitrage Strategy Fonds von der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) hat sich genau auf diese Ineffizienzen bei Übernahmen, Verschmelzungen und sonstigen Unternehmenstransaktionen spezialisiert. Das Management kann sich so Short und Long über Aktien sowie Derivate im Zielunternehmen positionieren. Die Engagements können weltweit ausgerichtet sein und werden gegen Währungsrisiken abgesichert. Die Rendite sowie Risiko stehen auch hier in einem klaren Zusammenhang, jedoch werden die Risiken durch Mechanismen begrenzt.

Die Wertentwicklung des Allianz Merger Abitrage Strategy Fonds der letzten sieben Jahre zeigt die folgende Grafik:

Allianz Merger Abitrage Strategy Fonds

Der Fonds soll Preisineffizienzen am Aktienmarkt ausnutzen, die sich im Zuge von Übernahmen, Verschmelzungen und sonstigen Unternehmenstransaktionen ergeben. So weicht je nach Wahrscheinlichkeit einer Transaktion der Börsenkurs des Zielunternehmens vom gebotenen Übernahmekurs ab. Zur Ausnutzung der Preisdifferenz (Transaktionsrisikoprämie) kann sich der Fonds über Aktien oder Aktienderivate (z.B. Optionen und Futures) im Zielunternehmen engagieren. Erfolgt eine Übernahme mittels Aktientausch, kann der Fonds über Derivate zusätzlich eine Short-Position in Aktien des übernehmenden Unternehmens eingehen. Das Netto-Engagement aus Long- und Short-Positionen schwankt, soll aber im Regelfall 100 % des Fondsvermögens nicht überschreiten. Die Strategie ist weltweit (inkl. Schwellenländer) ausgerichtet. Über 10 % des Fondsvermögens hinausgehende Fremdwährungsrisiken müssen gegen Euro abgesichert werden. Anlageziel ist eine hohe risikobereinigte Rendite in allen Marktphasen. Gleichzeitig soll ein spezieller Risikomechanismus mögliche Verluste begrenzen.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw . Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

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Brexit – Briten stimmen für EU-Austritt

Kompass Geldanleger

Die Briten haben es doch getan. Am 24. Juni 2016 wurden die Befürchtungen eines „Brexit“-Votums zur Gewissheit. Entgegen jeglicher ökonomischer Vernunft haben sie dafür gestimmt, aus der Europäischen Union (EU) auszutreten. Mit knapper Mehrheit entschieden sich die Briten für einen Austritt Großbritanniens aus der EU. Diese Entscheidung löste an den Finanzmärkten heftige Turbulenzen aus. Neben den globalen Aktienmärkten wurde insbesondere das britische Pfund in Mitleidenschaft gezogen.

Realwirtschaftlich überschaubare Konsequenzen, finanzpolitisch schwerwiegender
Der anfängliche Schock an den internationalen Kapitalmärkten hat sich in den ersten Stunden nach Öffnung der Europäischen Börsen schon wieder etwas gelegt. Zu Recht, denn zunächst ändert sich fundamental überhaupt nichts. Die Briten haben in den anstehenden Austrittverhandlungen keine starke Verhandlungsposition und werden ganz bestimmt die eine oder andere unverdauliche Kröte schlucken müssen. Außerdem ist das Vereinigte Königreich wirtschaftlich recht unbedeutend, denn es erwirtschaftet ca. 2 Prozent des Welt-Bruttosozialproduktes. Anders sieht es mit der Bedeutung als wichtiger Finanzplatz aus. Die aktuellen Börsenturbulenzen erklären sich hauptsächlich aus der herausgehobenen Position der britischen Hauptstadt am Weltfinanzmarkt.

Die Situation ist historisch ohne Beispiel
An den Aktienmärkten wird es als Reaktion auf einzelne Ereignisse immer wieder zu erhöhten Kursschwankungen kommen. In solchen Zeiten ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass:

  • Kursschwankungen bei langfristig orientierten Kapitalanlagen nichts Ungewöhnliches sind
  • man sollte sich bei Anlageentscheidungen nicht von kurzzeitigen Stimmungen beeinflussen lassen
  • als langfristig orientierter Anleger wird man in der Regel für das mit Aktienanlagen verbundene Risiko belohnt
  • Kurskorrekturen am Markt bringen häufig attraktive Anlagechancen mit sich
  • eine aktive Anlagestrategie kann helfen, Phasen erhöhter Volatilität gut zu überstehen oder Einstiegschancen richtig zu nutzen

Ergebnis des EU-Referendums in Großbritannien

Folgen für die britische Wirtschaft
Die Bank of England hat bereits verkündet, dass das Brexit-Votum das Wirtschaftswachstum
Großbritanniens vermutlich aus folgenden Gründen kurzzeitig belasten wird:

  • verstärkte Unsicherheiten und nachlassendes Vertrauen dämpfen den privaten
    Konsum und die Anlageinvestitionen
  • steigende Risikoprämien an den britischen Anleihemärkten und möglicherweise
    höhere Kreditaufnahmekosten
  • vermehrte Unsicherheiten, Risikoscheu und möglicherweise höhere Finanzierungskosten
    im britischen Finanzsektor

Auf der anderen Seite steht ein schwächeres Pfund, dass den Export stützen dürfte. Zugleich könnte die
Bank of England die Zinsen senken und dadurch die negativen Folgen insgesamt etwas abfedern.

Folgen für den britischen Finanzmarkt
Kurzzeitig sollten Anleger mit Folgendem rechnen:

  • erschüttertem Anlegervertrauen und erhöhten Kursschwankungen am britischen Markt
  • eine weitere Abschwächung des Pfund Sterling zusätzlich zu dem Wertverlust gegenüber dem Euro
  • Abwärtsdruck auf britische Aktien, zumal auf Titel aus dem Finanzsektor und aus Branchen, die
    besonders stark auf EU-Migranten angewiesen sind (z.B. Bau, Gastronomie), sowie nachlassendem  Druck auf britische Unternehmen, die einen Großteil ihres Gewinns in Fremdwährung erwirtschaften
  • eventuell moderatem Aufwärtsdruck auf Renditen britischer Staatsanleihen angesichts
    verstärkter Unsicherheiten, höherer Risikoprämien und der Aussicht auf einen Inflationsanstieg
    wegen des schwächeren Pfunds
  • Aufwärtsdruck auf Renditen britischer Unternehmensanleihen aufgrund der höheren
    Unsicherheit und der kurzzeitig getrübten Aussichten – wie bei Aktien sind auch hier die Risiken für den Finanzsektor am größten
  • möglicherweise ein leichter Rückgang der Immobilienpreise in Großbritannien angesichts des
    Vertrauensverlusts bei Käufern und eines möglichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit

Meinung zur Europäische Union

Folgen für Europa
Moderate direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft:

  • Europäische Unternehmen mit umfangreichen Aktivitäten und Vermögenswerten in Großbritannien werden ihre Investitionen möglicherweise drosseln, bis Klarheit über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU herrscht
  • daneben kann die Ungewissheit auch den Handel der EU mit Großbritannien belasten
  • sollten die Auswirkungen für die Wirtschaft als erheblich eingestuft werden, dürfte die EZB ihre Anleihekäufe ausweiten, um so die Gefahr unerwartet negativer Folgen für die Wirtschaft zu verringern

Gewisse Auswirkungen auf die europäischen Finanzmärkte:

  • kurzfristig könnte der Druck auf Aktien zunehmen, vor allem auf solche von europäischen
    Unternehmen mit bedeutenden Einnahmen, Handelsbeziehungen und Anlagen in Großbritannien,
    zumal wenn der Euro steigt
  • an den Anleihemärkten könnten die Renditen der als sicher geltenden Anlagen sinken und die
    Renditen bzw. Spreads von Unternehmensanleihen steigen; wie bei Aktien wäre der Finanzsektor am stärksten betroffen
  • auf längere Sicht könnte das Brexit-Votum den Euroskeptikern Auftrieb geben und Bedenken über das EU-Projekt im Allgemeinen schüren; das würde den Druck gerade auf Vermögenswerte in den Peripherieländern erhöhen

Abschließend kann man sagen, dass die Welt nicht untergehen wird. Die Wirtschaft wird sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Es wird Bereiche oder Regionen geben, die vom Brexit profitieren und Bereiche, die darunter leiden werden. Die politischen Auswirkungen werden erst mit der Zeit klarer werden. Hier sind sicher die Austrittsverhandlungen ein entscheidendes Kriterium. Im Moment scheinen die Brexit-Befürworter selbst keinen Plan zu haben, wie es weitergehen wird. Für die Finanzmärkte heißt dies, dass in der nächsten Zukunft schwankend zugehen wird und sich dadurch interessante Einstiegsmöglichkeiten ergeben werden.

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