Anlagekommentar August 2016 – Anlagemärkte kommen mit dem Gegenwind gut zurecht

Anlagetipp

Die Einflüsse von außen sind derzeit vielseitig und dennoch zeigen sich die internationalen Kapitalmärkte wohlgestimmt. Der Brexit, Terror und die italienische Bankenkrise haben weniger Auswirkung gezeigt als befürchtet. Hingegen stehen die Finanzinstitute Europas unter enormen Druck und spüren die Folgen einer zu geringen Eigenkapitalausstattung, befürchtet hoher Kreditausfälle und aufgrund der Niedrigzinsen eine schwache Ertragsaussicht bei Aktien. Ein drastischer Einbruch der Aktienkurse und einer Bilanz von circa 32 Billionen Euro in Zusammenrechnung aller Banken lässt die Risiken in der Branche kaum noch beherrschen. Bisher haben vor allem Bankaktionäre hohe Kapitalverluste hinnehmen müssen, doch auch eine Auswirkung auf den restlichen Aktienmarkt ist nicht ausgeschlossen. Das systematische Risiko wird durch die EZB refinanziert und somit vom Steuerzahler getragen. Die Finanzmärkte bauen nach aktuellen Prognosen immer stärker auf eine Unterstützung der Währungshüter und hoffen auf Hilfestellung im Falle einer drohenden Krise.

Neue Höchstwerte bei Aktien erkennbar
Nach wie vor werden die Aktienmärkte durch die expansive Geldpolitik unterstützt und es zeigen sich gerade bei Indizes neue Höchstwerte. Im Blick auf den sämigen Geschäftsverlauf der Unternehmen sind diese Höchstwerte aber nicht gerechtfertigt. Die Profite der S&P-500 Gesellschaften zeigen sich seit 4 Quartalen mit rückläufiger Performance und dennoch liegt die Erwartung für die kommenden Wochen auf einem positiven Umfeld auf den Aktienmärkten. Die Geldmenge steigt an, die US-Notenbank nimmt keine Zinserhöhung vor und das japanische Konjunkturpaket kann sich mit einer Performance von 5,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt ebenfalls sehen lassen. Die Marktreaktion auf den Brexit und den Terror in Euroland scheinen abgelegt, wohingegen sich Wachstum auf Kredit anscheinend als neue Strategie zeigt. Die Markterholung in China scheint ebenfalls zu funktionieren und wenn Sie die Summe dieser Faktoren betrachten, erkennen Sie den ausbleibenden befürchteten Einbruch der Aktienmärkte in den Sommermonaten.

DAX Entwicklung

Rentenmärkte zeigen sich mit negativer Performance
Ganz spurlos verlief der Eingriff der Notenbanken allerdings nicht. Die internationalen Rentenmärkte kämpfen mit den grotesken Auswirkungen und schreiben Negativ-Renditen. Laut einiger Berechnungen präsentieren sich rund 30 Prozent der global ausstehenden Anleihen mit negativer Rendite. In Gegenüberstellung zum Jahresanfang 2014 ist das ein enormer Einschnitt, lagen die Renditen zu diesem Zeitpunkt bei Null. Es ist davon auszugehen, dass die Kaufprogramme der Bank of Japan und der EZB sowie weiteren Notenbanken für eine Verstärkung der Problematik sorgen und die Auswirkungen verschlimmern. Fraglich ist, inwieweit die Entwicklung noch tatenlos beobachtet oder durch erneute Handlungen negativ beeinflusst wird. Von einer Erholung und einem spürbaren Renditeanstieg kann auf den Rentenmärkten aktuell jedenfalls keine Rede sein.

Ausblick:
Im Einklang mit üblichen saisonalen Mustern, waren die Aktienerträge im Juni negativ und im Juli positiv. Trotz einer leichten positiven fundamentalen Entwicklungen sollte der Aktienbereich neutral und nicht übergewichtet werden, da der August und September oft negative Kursmonate sind und auch ein Referendum in Italien ansteht. Ohne einen deutlichen positiven Trend bleiben die Kurse von Risikoanlagen, insbesondere von Aktien, primär von veränderten Risikowahrnehmungen geprägt. Rückschläge wegen einem negativen Ergebnis vom Verfassungsreferendumsentscheid in Italien im Oktober sind möglich. Auslöser oder Hinweise in den Daten, insbesondere einer Rezession in den USA oder einer harte Landung in China, sind im Moment nicht auszumachen. Mit einem monatlichen Sparplan ist man derzeit gut beraten, um eventuelle Schwankungen zu kompensieren.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Der Durchschnittskosteneffekt

Vermögensaufbau

An den Börsen geht es ständig auf und ab. Den optimalen Zeitpunkt für seine Geldanlage zu erwischen ist nahezu unmöglich. Abhilfe schafft hier der der Durchschnittskosteneffekt (Cost Average Effekt). Anstatt bei einer Einmalanlage den vollen Betrag zu investieren, wird dieser über mehrere Perioden aufgeteilt. In Zeiten hoher Unsicherheiten stellen sich Anleger immer wieder die Frage, ob der aktuelle Zeitpunkt sinnvoll für ein Neuinvestment ist, oder ob es besser ist zu warten. Die Frage eindeutig zu beantworten ist nahezu unmöglich.

Helfen kann hier der sogenannte Durchschnittskosteneffekt (Cost Average Effect, abgekürzt CAE)
Die Strategie ist, dass eine Einmalanlage nicht in voller Höhe sofort investiert wird, sondern über einen bestimmten Zeitraum verteilt. Das anzulegende Kapital wird also zunächst risikolos geparkt und es wird – beispielsweise über einen Zeitraum von zehn Monaten – in die eigentlichen Anlagefonds umgeschichtet. Der Effekt für den Anleger ist, dass er gleich doppelt profitieren kann. Er umgeht die schwierige Entscheidung zum richtigen Einstiegszeitpunkt und er bezahlt Dank des Durchschnittseffektes weniger für die Fondsanteile und erzielt so am Ende eine höhere Rendite.

Durchschnittskaufmethode

Durchschnittskosteneffekt reduziert den Kaufpreis
Doch wie funktioniert dieser Effekt genau? Das Prinzip ist einleuchtend: Kaufen Anleger auch bei fallenden Kursen Fondsanteile, so erhalten sie für ihren monatlichen Sparbetrag mehr Anteile. Bei hohen Kursen werden weniger Anteile gekauft. Die durchschnittlichen Kosten pro Fondsanteil liegen insgesamt unter dem durchschnittlichen Kurs der Fondsanteile während der Sparphase.

Beispiel:
Ein Anleger investiert monatlich 100,- Euro in einen Fonds. Der Kurs variiert zwischen 5,- und 20,- EUR. Nach sieben Perioden hat er insgesamt 73,3 Fondsanteile gekauft.

Cost Average Effect Methode

Der durchschnittliche Kurs liegt in diesem Beispiel bei 10,71 EUR. Der Durchschnittskosteneffekt führt jedoch dazu, dass der Anleger tatsächlich einen durchschnittlichen Kaufpreis von lediglich 9,55 hatte, was sich positiv auf die Rendite auswirkt.

Fazit:
Den optimalen Einstiegszeitpunkt bei der Geldanlage zu finden ist nicht möglich. Eine sinnvolle Strategie besteht darin, die Anlagesumme über einen bestimmten Zeitraum zu strecken. Damit umgeht der Anleger die Problematik des richtigen Einstiegszeitpunktes und profitiert gleichzeitig von dem Durchschnittskosteneffekt.

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Renditen durch Unternehmensübernahmen

Ertrag

Am Aktienmarkt investieren und trotzdem stabile Renditen erzielen – gerade in Märkten mit hohen Schwankungen und niedrigen Zinsen kaum vorstellbar. Doch mit alternativen Anlagestrategien bieten sich Anlegern neue Möglichkeiten des Investierens an. Eine solche Möglichkeit ist die sogenannte Merger Arbitrage Strategie.

Das Problem ist bekannt
Stark schwankende Aktienmärkte und nur geringste Zinsen machen Anlegern das Leben schwer. Alternative Anlagestrategien bieten hier die Möglichkeit, die traditionelle Portfoliozusammensetzung zu bereichern, denn sie verfolgen andere Ansätze. Anstatt dem Erfolg bzw. Misserfolg einer Anlageklasse ausgeliefert zu sein, verfolgen sie das Ziel einer vom Markt unabhängigen Rendite. Ein Beispiel ist die Merger Arbitrage Strategie, die sich auf Unternehmensübernahmen fokussiert. Soll ein Unternehmen durch ein anderes übernommen werden, so steigt sein Aktienkurs aufgrund des Übernahmeangebotes.

Beispiel: Wer am 18. Mai 2016 die Finanznachrichten verfolgte und gleichzeitig Besitzer von Kuka Aktien war, hatte allen Grund zur Freude: Innerhalb kürzester Zeit schnellte der Kurs der Kuka Aktie um über 20% nach oben. Der Grund lag in der Übernahmeofferte des chinesischen Haushaltswarenherstellers Midea.

Beispielhafter Kursverlauf einer Aktie bei einem Übernahmeangebot
Übernahmekandidaten bieten oft eine Erfolgsprämie
Hier setzen Merger Arbitrage Fonds an, wobei es zwei Varianten gibt. Einige Investieren schon frühzeitig in mögliche Übernahmekandidaten. Andere legen mehr Wert auf Sicherheit und investieren erst bei Vorliegen eines Übernahmeangebotes, da es hier eine Besonderheit gibt: Der Aktienkurs des Übernahmekandidaten steigt nicht ganz bis zur Höhe des Angebotes, da nicht sicher ist, ob die notwendige Mehrheit der Aktionäre zustimmt. Die Differenz wird als „Arbitrage Spread“ bezeichnet. Kommt die Mehrheit zustande, schließt sich die Lücke und der Fonds vereinnahmt diese Erfolgsprämie.

Die zweite Strategie hat insofern ihren Charme, als dass sie weniger riskant ist. Denn bei Vorliegen eines Angebotes kommt es mehrheitlich auch tatsächlich zu einer Übernahme und somit zu einer Vereinnahmung des Spreads, also der noch fehlenden Differenz zum Übernahmeangebot. Die Vorteile für den Anleger liegen damit auf der Hand. Durch diese spezielle Merger Arbitrage Strategie ist es möglich, durch eine Aktienanlage eine Erfolgsprämie von 2% bis 5% p.a. (vor Kosten) zu realisieren.

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Anlagekommentar Juli 2016 – Der Brexit kommt – welche Auswirkungen hat dies auf dem Finanzmarkt?

Anlagetipp

Der 23. Juni 2016 hat die Europäische Union (EU) vor eine Herausforderung gestellt. Mehrheitlich haben sich die Briten gegen die EU entschieden und sich für einen Austritt ausgesprochen. Kapitalmarktteilnehmer und Wettbüros hatten mit einem Verbleib Großbritanniens in der EU gerechnet, wodurch die Reaktion enorm war. Sowohl das britische Pfund wie die Aktienmärkte brachen vorübergehend ein und sichere Häfen, zum Beispiel Gold oder deutsche und amerikanische Bundesanleihen erlebten einen unaufhaltsamen Boom. Es bleibt abzuwarten, wie andere Industrieländer reagieren und wie sich deren Unzufriedenheit im Bezug auf die EU auf das einzelne Land und die Finanzwirtschaft auswirken wird.

Europa verliert an Bedeutung bei internationale Investoren
Der Euroraum lässt viele Menschen als Verlierer zurück. Die Massenarbeitslosigkeit und Stagnierung der Volkswirtschaften in Südeuropa sind nicht von der Hand zu weisen. Die Schuldenpyramide wird von der EZB stabilisiert, in dem schwache Schuldner über die Notenpresse finanziert werden. Der Zinssatz befindet sich unter Null und auch wenn der juristische Rahmen fehlt, handelt es sich um eine faktische Transferunion. Es besteht die Gefahr, dass das internationale Kapital aus dem Euroraum abgezogen wird. Warum? Weil die schwer kalkulierbaren politischen Unwägbarkeiten keine finanzielle Sicherheit ermöglichen und bei Anlegern daher auf wenig Interesse stoßen.

DAX Entwicklung

Britische Unternehmen profitieren derzeit auf den Aktienmärkten
Das Referendum hat die internationalen Aktienmärkte vorübergehend in eine Schockstarre mit sinkender Performance versetzt. Dabei verloren die britischen Aktien weitaus weniger an Wert, als es bei Aktien vom europäischen Festland der Fall war. Das schwache Pfund stützt die Volkswirtschaft mittelfristig, zumal die Firmen im FTSE Index rund 70 Prozent ihrer Gewinne im ausländischen Territorium erwirtschaften. Wer aktuell in britische Aktien investieren möchte, sollte sich auf Unternehmen mit einem hohen Exportanteil berufen. Es gibt nicht nur eine negative Beeinflussung, sondern eine Vielfalt unterschiedlicher Faktoren, die für ein schwankungsreiches zweites Halbjahr sorgen. Darin enthalten sind neben verschiedenen Faktoren die fehlende Phantasie im Gewinnwachstum, die Unruhen durch die politische Performance innerhalb der EU, potenzielle Gewinnwarnungen durch geopolitische Belastungen.

Anleihenmärkte warten mit sinkenden Renditen auf
Das Thema Zinserhöhung ist bei der US Notenbank nun endgültig abgeschlossen, sodass sich die Erwartungen für die globalen Anleihemärkte nicht verändern. Staatsanleihen mit US-amerikanischem Background sind weiter der sichere Hafen, wodurch die Renditen nicht steigen und weiter geringfügig ausfallen werden. In Europa herrscht Unsicherheit auf den Finanzmärkten, sodass deutsche Bundesanleihen zwar gefragt sind, aber weitere Tiefpunkte in der Rendite mit sich bringen können. Expansive Maßnahmen seitens der Notenbanken werden sich verstärken. Dies geht unter anderem aus der Ankündigung der Bank of England und der Schweizer Notenbank hervor. Auch die europäische Notenbank wird alles tun, um die südeuropäischen Anleihemärkte zu stützen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
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Fondsidee des Monats Juli 2016

Anlageideen

Abitrage ist in der Wirtschaft als risikoloses Ausnutzen von Preisunterschieden bekannt. Zur Gewinnmitnahme werden in der Theorie zwei verschieden Orte mit verschiedenen Preisen angenommen. In Realität ist eine risikolose Gewinnmitnahme durch Preisunterschiede zunehmend schwer zu finden, was der hohen Markttransparenz sowie dem elektronischen Handel zuschulden kommt. Jedoch können Preisineffizienzen bei Unternehmenstransaktionen ausgenutzt werden.

Der Allianz Merger Abitrage Strategy Fonds von der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) hat sich genau auf diese Ineffizienzen bei Übernahmen, Verschmelzungen und sonstigen Unternehmenstransaktionen spezialisiert. Das Management kann sich so Short und Long über Aktien sowie Derivate im Zielunternehmen positionieren. Die Engagements können weltweit ausgerichtet sein und werden gegen Währungsrisiken abgesichert. Die Rendite sowie Risiko stehen auch hier in einem klaren Zusammenhang, jedoch werden die Risiken durch Mechanismen begrenzt.

Die Wertentwicklung des Allianz Merger Abitrage Strategy Fonds der letzten sieben Jahre zeigt die folgende Grafik:

Allianz Merger Abitrage Strategy Fonds

Der Fonds soll Preisineffizienzen am Aktienmarkt ausnutzen, die sich im Zuge von Übernahmen, Verschmelzungen und sonstigen Unternehmenstransaktionen ergeben. So weicht je nach Wahrscheinlichkeit einer Transaktion der Börsenkurs des Zielunternehmens vom gebotenen Übernahmekurs ab. Zur Ausnutzung der Preisdifferenz (Transaktionsrisikoprämie) kann sich der Fonds über Aktien oder Aktienderivate (z.B. Optionen und Futures) im Zielunternehmen engagieren. Erfolgt eine Übernahme mittels Aktientausch, kann der Fonds über Derivate zusätzlich eine Short-Position in Aktien des übernehmenden Unternehmens eingehen. Das Netto-Engagement aus Long- und Short-Positionen schwankt, soll aber im Regelfall 100 % des Fondsvermögens nicht überschreiten. Die Strategie ist weltweit (inkl. Schwellenländer) ausgerichtet. Über 10 % des Fondsvermögens hinausgehende Fremdwährungsrisiken müssen gegen Euro abgesichert werden. Anlageziel ist eine hohe risikobereinigte Rendite in allen Marktphasen. Gleichzeitig soll ein spezieller Risikomechanismus mögliche Verluste begrenzen.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw . Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

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Brexit – Briten stimmen für EU-Austritt

Kompass Geldanleger

Die Briten haben es doch getan. Am 24. Juni 2016 wurden die Befürchtungen eines „Brexit“-Votums zur Gewissheit. Entgegen jeglicher ökonomischer Vernunft haben sie dafür gestimmt, aus der Europäischen Union (EU) auszutreten. Mit knapper Mehrheit entschieden sich die Briten für einen Austritt Großbritanniens aus der EU. Diese Entscheidung löste an den Finanzmärkten heftige Turbulenzen aus. Neben den globalen Aktienmärkten wurde insbesondere das britische Pfund in Mitleidenschaft gezogen.

Realwirtschaftlich überschaubare Konsequenzen, finanzpolitisch schwerwiegender
Der anfängliche Schock an den internationalen Kapitalmärkten hat sich in den ersten Stunden nach Öffnung der Europäischen Börsen schon wieder etwas gelegt. Zu Recht, denn zunächst ändert sich fundamental überhaupt nichts. Die Briten haben in den anstehenden Austrittverhandlungen keine starke Verhandlungsposition und werden ganz bestimmt die eine oder andere unverdauliche Kröte schlucken müssen. Außerdem ist das Vereinigte Königreich wirtschaftlich recht unbedeutend, denn es erwirtschaftet ca. 2 Prozent des Welt-Bruttosozialproduktes. Anders sieht es mit der Bedeutung als wichtiger Finanzplatz aus. Die aktuellen Börsenturbulenzen erklären sich hauptsächlich aus der herausgehobenen Position der britischen Hauptstadt am Weltfinanzmarkt.

Die Situation ist historisch ohne Beispiel
An den Aktienmärkten wird es als Reaktion auf einzelne Ereignisse immer wieder zu erhöhten Kursschwankungen kommen. In solchen Zeiten ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass:

  • Kursschwankungen bei langfristig orientierten Kapitalanlagen nichts Ungewöhnliches sind
  • man sollte sich bei Anlageentscheidungen nicht von kurzzeitigen Stimmungen beeinflussen lassen
  • als langfristig orientierter Anleger wird man in der Regel für das mit Aktienanlagen verbundene Risiko belohnt
  • Kurskorrekturen am Markt bringen häufig attraktive Anlagechancen mit sich
  • eine aktive Anlagestrategie kann helfen, Phasen erhöhter Volatilität gut zu überstehen oder Einstiegschancen richtig zu nutzen

Ergebnis des EU-Referendums in Großbritannien

Folgen für die britische Wirtschaft
Die Bank of England hat bereits verkündet, dass das Brexit-Votum das Wirtschaftswachstum
Großbritanniens vermutlich aus folgenden Gründen kurzzeitig belasten wird:

  • verstärkte Unsicherheiten und nachlassendes Vertrauen dämpfen den privaten
    Konsum und die Anlageinvestitionen
  • steigende Risikoprämien an den britischen Anleihemärkten und möglicherweise
    höhere Kreditaufnahmekosten
  • vermehrte Unsicherheiten, Risikoscheu und möglicherweise höhere Finanzierungskosten
    im britischen Finanzsektor

Auf der anderen Seite steht ein schwächeres Pfund, dass den Export stützen dürfte. Zugleich könnte die
Bank of England die Zinsen senken und dadurch die negativen Folgen insgesamt etwas abfedern.

Folgen für den britischen Finanzmarkt
Kurzzeitig sollten Anleger mit Folgendem rechnen:

  • erschüttertem Anlegervertrauen und erhöhten Kursschwankungen am britischen Markt
  • eine weitere Abschwächung des Pfund Sterling zusätzlich zu dem Wertverlust gegenüber dem Euro
  • Abwärtsdruck auf britische Aktien, zumal auf Titel aus dem Finanzsektor und aus Branchen, die
    besonders stark auf EU-Migranten angewiesen sind (z.B. Bau, Gastronomie), sowie nachlassendem  Druck auf britische Unternehmen, die einen Großteil ihres Gewinns in Fremdwährung erwirtschaften
  • eventuell moderatem Aufwärtsdruck auf Renditen britischer Staatsanleihen angesichts
    verstärkter Unsicherheiten, höherer Risikoprämien und der Aussicht auf einen Inflationsanstieg
    wegen des schwächeren Pfunds
  • Aufwärtsdruck auf Renditen britischer Unternehmensanleihen aufgrund der höheren
    Unsicherheit und der kurzzeitig getrübten Aussichten – wie bei Aktien sind auch hier die Risiken für den Finanzsektor am größten
  • möglicherweise ein leichter Rückgang der Immobilienpreise in Großbritannien angesichts des
    Vertrauensverlusts bei Käufern und eines möglichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit

Meinung zur Europäische Union

Folgen für Europa
Moderate direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft:

  • Europäische Unternehmen mit umfangreichen Aktivitäten und Vermögenswerten in Großbritannien werden ihre Investitionen möglicherweise drosseln, bis Klarheit über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU herrscht
  • daneben kann die Ungewissheit auch den Handel der EU mit Großbritannien belasten
  • sollten die Auswirkungen für die Wirtschaft als erheblich eingestuft werden, dürfte die EZB ihre Anleihekäufe ausweiten, um so die Gefahr unerwartet negativer Folgen für die Wirtschaft zu verringern

Gewisse Auswirkungen auf die europäischen Finanzmärkte:

  • kurzfristig könnte der Druck auf Aktien zunehmen, vor allem auf solche von europäischen
    Unternehmen mit bedeutenden Einnahmen, Handelsbeziehungen und Anlagen in Großbritannien,
    zumal wenn der Euro steigt
  • an den Anleihemärkten könnten die Renditen der als sicher geltenden Anlagen sinken und die
    Renditen bzw. Spreads von Unternehmensanleihen steigen; wie bei Aktien wäre der Finanzsektor am stärksten betroffen
  • auf längere Sicht könnte das Brexit-Votum den Euroskeptikern Auftrieb geben und Bedenken über das EU-Projekt im Allgemeinen schüren; das würde den Druck gerade auf Vermögenswerte in den Peripherieländern erhöhen

Abschließend kann man sagen, dass die Welt nicht untergehen wird. Die Wirtschaft wird sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Es wird Bereiche oder Regionen geben, die vom Brexit profitieren und Bereiche, die darunter leiden werden. Die politischen Auswirkungen werden erst mit der Zeit klarer werden. Hier sind sicher die Austrittsverhandlungen ein entscheidendes Kriterium. Im Moment scheinen die Brexit-Befürworter selbst keinen Plan zu haben, wie es weitergehen wird. Für die Finanzmärkte heißt dies, dass in der nächsten Zukunft schwankend zugehen wird und sich dadurch interessante Einstiegsmöglichkeiten ergeben werden.

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Fondsidee des Monats Juni 2016

Anlageideen

Beim jährlichen Private-Banking-Test der €uro-Redaktion, erreicht die BHF-Bank mit ihren Depotvorschlägen für betuchte Kunden meist eine Top-Platzierung. Aber auch „Otto Normalanleger“ hat die Möglichkeit die Expertise der BHF-Bank nutzen. Dies geht über die Fondstocher Frankfurt Trust, wo beispielsweise im Jahr 2009 der BHF Value Leaders FT aufgelegt wurde. Der Fondsmanager Stefan Diehl verantwortet seither den aktienlastigen Mischfonds. Der Fondsmanager kann dort die Aktienquote zwischen 70 und 100 Prozent variieren. Eine Möglichkeit, die seit rund zwei Jahren aktiver eingesetzt wird, was sich beispielsweise Anfang des Jahres 2016 auszahlte, als die Aktienkurse weltweit einbrachen und die Aktienquote mit Terminkontrakten rasch auf 70 Prozent reduziert wurde.

Wichtiger sei für den Fonds jedoch das Stockpicking, betont Fondsmanager Stefan Diehl. Im BHF Value Leaders FT befinden sich 30 bis 35 Einzelwerte, die überwiegend aus Europa stammen. Es wird ein nachhaltiger Value-Ansatz verfolgt führende Unternehmen gesucht, die mittel- bis langfristig gut dastehen und auch in Krisenzeiten profitabel bleiben.

Die Wertentwicklung des BHF Value Leaders FT der letzten sieben Jahre zeigt die folgende Grafik:

BHF Value Leaders FT
Der BHF Value Leaders FT legt weltweit gestreut in Aktien an. Der Schwerpunkt liegt auf ausschüttungsstarken Werten aus Europa und den USA. Die Auswahl der Aktien erfolgt anhand eines nachhaltigen Value-Ansatzes, bei dem Stabilität, Profitabilität, Kapitaleffizienz und eine attraktive Bewertung im Vordergrund stehen. Die Mindestaktienquote liegt bei 70 Prozent. Ziel einer Anlage im BHF Value Leaders FT ist es, einen überdurchschnittlichen Vermögenszuwachs bei verminderten Wertschwankungen durch wertorientierte Anlagen zu erwirtschaften. Die Kombination aus hochwertigem Stockpicking und taktischer Asset Allocation hat sich bislang bewährt.

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Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw . Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

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Anlagekommentar Juni 2016 – Solide Wachstumszahlen bringen Anlegern weniger Sorgen

Anlagetipp

Auf den ersten Blick könnte man beinahe an eine Stabilisierung der Weltwirtschaft glauben. Beruhigt haben die soliden Wachstumszahlen des europäischen und chinesischen Marktes zum Abschluss des 2. Quartals. Im Blick auf die USA zeigt sich allerdings, dass die Weltmacht von einem beschleunigten Aufschwung noch weit entfernt ist und die hohen Erwartungen unerfüllt lässt. Vielmehr gehen Experten von einer Abschwächung im zweiten Halbjahr 2016 aus und wird nicht zuletzt von der Inflationsrate und der restriktiven Geldpolitik untermauert. Ein erhöhtes Schuldenniveau kann in der strukturschwachen Wirtschaft als Auslöser für einen wirtschaftlichen Abschwung dienen. Die Wachsamkeit und Flexibilität beim Analysieren sollten in den Vordergrund geraten, um eine weitere Abschwächung der weltwirtschaftlichen Performance frühzeitig zu erkennen und entsprechend handeln zu können.

Aktienmärkte stehen im Bann des Brexit und der US-Notenbank
Die internationalen Aktienmärkte bewegen sich primär seitwärts, wodurch die Präferenz nach wie vor bei stabilen und wirtschaftlich effizienten Unternehmen mit nachhaltiger Kontinuität in den Dividenden liegt. Seit Februar haben sich Aktien bereits erholt, auch wenn die negative Stimmung unter den Anlegern dem letzten Schritt, einer spürbaren Erholung noch im Wege steht. Die US-Indizes versprechen eine weitere Korrekturbewegung, die deutlich mehr Kapital in den Aktienmarkt ziehen und das Kursniveau erhöhen könnte. Allerdings ist diese Perspektive aktuell eher unwahrscheinlich und basiert ehr auf Spekulationen als auf realem Fundament. Bei den internationalen Aktienquoten ist von einer Reduktion allerdings nichts zu spüren, was nicht zuletzt in den mangelnden Alternativen auf dem Finanzmarkt begründet liegt. Bei der Frage Brexit oder nicht, gibt es immer noch keine klare Richtung. Während die Umfragen insgesamt noch keine deutliche Mehrheit erkennen lassen, liegen die Wahrscheinlichkeiten für einen Verbleib Großbritanniens in der EU bei den Wettbüros bei rund 75% (vor Ende Mai wurden allerdings noch knapp 85% registriert). Das Kopf- an Kopfrennen der beiden Lager sorgt jedoch für viel Unsicherheit an den Aktienmärkten.

DAX Entwicklung

Anleihemärkte weiterhin konstant
Anleihen pendeln seit Februar konstant in einer Handelsspanne zwischen 1,7 und 2 Prozent. Die EZB hat die monatlichen Anleihekäufe erhöht und auch der Brexit ist ein heikles Thema, welches die Nachfrage nach Bundesanleihen steigerte. Anleger suchen den sicheren Hafen fernab politischer Risiken und konzentrieren sich daher trotz niedrigem Niveau auf zehnjährige Renditen bei Bundesanleihen. Flaut die Risikoaversion in den Sommermonaten ab, zeigt sich die Empfehlung für hochwertige Anleihen durchaus wieder als rentable Entscheidung. Dabei sollten aber Ausfallrisiken schwacher Emittenten immer im Fokus bleiben und nicht unterschätzt werden.

Kurze Erholung oder Markt im Wandel?
Auch wenn der Mai eine kurze Verschnaufpause bot, gibt es aktuell keine Entwarnung auf dem Aktien- und Anleihemarkt. Politische Krisen, der eventuell bevorstehende Brexit und weitere äußere Einflüsse beeinträchtigen die Performance des Finanzmarktes und wirken sich nachhaltig auf die Rendite bei Börsenanlagen aus. Daran ändert sich auch nicht viel, wenn die EZB unter der Schirmherrschaft von Mario Draghi weiter zahlreiche Anleihen aufkauft und dadurch Stärkung erhofft.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Was ist der Nennwert?

kurswert und nennwert

Wie viel eine Anleihe oder auch Schuldverschreibung wert ist, dass erfahren die Anleger an der Börse. Denn dort werden die Kurse für Wertpapiere beim Handel bestimmt. Jedoch ist das nicht die ganze Wahrheit. Eine Anleihe hat neben dem Kurswert auch noch einen sogenannten Nennwert oder auch Nominalwert genannt. Der Kurswert und der Nennwert können jedoch voneinander abweichen.

Woher kommt die Abweichung zwischen Kurswert und Nennwert bei Anleihen
Bei einer Anleihe ist der Nennwert derjenige Betrag, den der Anleger (Gläubiger) vom Schuldner erhält, wenn die Anleihe zurückgezahlt wird. Wenn die Anleihe sehr attraktiv ist, weil etwa der Schuldner solide und der Zinssatz hoch ist, dann ist Kurswert ist meist deutlich höher als der Nennwert. Ist das Risiko hoch, dass der Schuldner seine Kredite nicht oder nicht vollständig bedienen kann, dann kann der Kurswert auch deutlich niedriger sein. Bei festverzinslichen Wertpapieren wird der Nennwert am Ende der Laufzeit an den Gläubiger zurückbezahlt, falls kein anderer Rückzahlkurs angegeben ist.

Deutsche Städte nach Börsenwert der dort ansässigen Unternehmen im Jahr 2015
Auch bei Aktien gibt es einen Nennwert

Bei Aktien entspricht der Nennwert dem auf der Urkunde der Aktie aufgedruckten Geldbetrag. Der Mindestnennwert beträgt 1 Euro. Multipliziert man den Nennwert mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien erhält man das Grundkapital beziehungsweise gezeichnete Kapital einer Aktiengesellschaft. Nennwertaktien besitzen einen unveränderlichen Anteil am Grundkapital. Wenn ein Unternehmen Nennwertaktien ausgibt, kann es keine Stückaktien ausgeben. An der Börse weicht der Nennwert meist deutlich vom Kurswert der betreffenden Aktie ab. Zur Berechnung des Dividendenanspruchs wird der Nennwert (nicht der Kurswert der Aktie) herangezogen.

Bei Münzen und Banknoten steht der Nennwert auf dem Zahlungsmittel
Auch unserer Bargeld hat einen gesetzlich festgelegten Nennwert. Dieser entspricht dem auf der Münze oder der Banknote aufgedruckten Betrag. Die ausgebende Institution bestimmt in der Regel den Wert. Dabei handelt es sich meistens um eine Notenbank, wie beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) beim Euro. Anders kann dies bei Gedenkmünzen sowie alten und seltenen Münzen sein, die im Regelfall einen Sammlerwert haben, der oft weit über dem Nennwert liegt. Bei alten Münzen aus Gold oder Silber übersteigt schon der Materialwert den eingeprägten Nennwert.

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Ist die Inflation tot oder nur vergessen?

Geldentwertung

Die lockere Geldpolitik der letzten Jahre wird voraussichtlich nicht ohne Folgen bleiben. Sobald die Umlaufgeschwindigkeit und der Geldmengenmultiplikator wieder auf ihre alten Niveaus steigen, ist mit einem deutlichen Anstieg der Inflation zu rechnen. Viele Ökonomen und Beobachter sind der Meinung, die Weltwirtschaft stehe am Rand der Deflation, es gibt jedoch auch Experten die anderer Ansicht sind. Sie glauben, dass Deflationssorgen fehlgeleitet sind und dass ein Wiedererstarken der US-Wirtschaft entscheidend für globales Wachstum ist.

Zinserhöhungen in den USA ziehen sich hin
In den letzten Monaten hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik weiter gelockert und bekräftigt auch die Fortsetzung dieser Strategie. Ziel der verkündeten Maßnahmen ist unter anderem, die Inflation in Richtung des Inflationsziels der Notenbank von rund 2 Prozent zu bewegen. Auf der anderen Seite des Atlantiks geben sich die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen bedächtig, denn der nächste Zinsschritt war frühestens im Sommer erwartet worden. Dies hat sich durch die aktuellen Gegebenheiten relativiert und anstatt vier sind nur noch zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr wahrscheinlich. All dies zeigt deutlich, dass die Sorge vor einer Deflation nach wie vor hoch ist. Andere Analysten sind anderer Ansicht und gehen davon aus, dass sich die Inflation in absehbarer Zeit wieder auf einem normalen Niveau bewegen wird.

Euro-Zone Inflationsrate von April 2015 bis April 2016

Ölpreisverfall hat für Druck auf die Inflation ausgeübt
In den letzten Monaten wurde in vielen Industrieländern die Gesamtinflation durch den Einbruch der Rohstoffpreise und insbesondere des Ölpreises gedrückt. Allerdings ist das ein vorübergehender Effekt, und die Kerninflation ist nach wie vor stabil. Außerdem darf nicht vernachlässigt werden, dass in einigen Schwellenländern die Inflation deutlich oberhalb der jeweiligen Zielwerte liegt. Sowieso spielen globale Faktoren eine dominierende Rolle für die Inflationsentwicklung in den einzelnen Ländern. Berechnungen zeigen, dass sich die globale Produktionslücke allmählich vergrößert, und im Zuge der Erholung in den Schwellenländern dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen, was Aufwärtsdruck für die Inflationsraten bedeutet.

Europäische Union & Euro-Zone: Inflationsrate von 2005 bis 2015

US-Arbeitsmarkt und Lohndynamik
Als wichtigster Motor der Weltwirtschaft spielen die USA eine entscheidende Rolle für die weltweite Entwicklung der Inflation. Deshalb sollte eine detaillierte Analyse der dortigen Lohn- und Inflationstrends vorgenommen werden. Aktuell steht der US-Arbeitsmarkt kurz vor der Vollbeschäftigung, und noch vorhandene Überkapazitäten werden rasch wieder absorbiert. Das Wachstum der Durchschnittslöhne ist trotzdem mäßig geblieben, was oft als Beleg dafür angeführt wird, dass die Inflation extrem niedrig bleiben wird. Den Analysen nach beschleunigt sich der Lohnzuwachs jedoch allmählich. Außerdem verbessern sich die am stärksten mit dem Lohnzuwachs korrelierenden Arbeitsmarktkennzahlen, wie etwa die Kündigungsquote, stetig. Denn Arbeitnehmer kündigen in der Regel nur, wenn sie einen besseren und höher dotierten Job gefunden haben oder glauben, einen zu finden. Den Berechnungen nach ist bei den herrschenden Konjunkturbedingungen ein Lohnwachstum von rund 2,7 % wahrscheinlich. Eine stärkere Lohndynamik impliziert allerdings nicht gleich eine höhere Inflation, aber sie sollte den privaten Konsum und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage weiter ankurbeln, was die Verbraucherpreise unter sonst gleichen Bedingungen stützen dürfte.

USA Inflationsrate von 2006 bis 2016

Rohstoff- und US-Dollar-Effekte
Wie bereits erwähnt, hatte der Verfall des Ölpreises einen erheblichen Effekt auf die sogenannte Headline-Inflation, welche im Gegensatz zur Kerninflation die Preise für Lebensmittel und Energie einschließt. Allein im Jahr 2015 drückte der Rückgang des Ölpreises die Headline-Inflation in den USA um 1,3 % und die Kerninflation aufgrund von Sekundäreffekten um rund 0,6 %. Solch ein Inflationseffekt ist allerdings nicht von Dauer. Stabilisieren sich die Ölpreise, fallen die Basiseffekte weg und die Wirkung auf die Verbraucherpreise lässt nach, da sich auch diese auf dem jeweiligen Niveau einpendeln. Selbst wenn der Ölpreis langfristig bei rund 30 US-Dollar notieren sollte, sind die Basiseffekte bis Januar 2017 weg. Sollte sich der Ölpreis allerdings erholen, steigt die Inflation dementsprechend schneller an. Ähnliches gilt auch für den US-Dollar. Sollte sich der Greenback aufgrund der unterschiedlichen Geldpolitik weiter Richtung Parität zum Euro bewegen, sollte sich dies nur noch minimal auf den Preisdruck auswirken. Ansonsten dürften auch diese Basiseffekte mittelfristig nachlassen und sich nach und nach umkehren.

Notenbankpolitik und Geldumlaufgeschwindigkeit
Das Gespenst der Deflation ist kein neues Phänomen – schon seit geraumer Zeit herrscht weltweit Angst vor sinkenden Preisen. Mit verschiedenen geldpolitischen Maßnahmen versuchen daher die großen Notenbanken, dem entgegenzuwirken. Auch wenn die Fed inzwischen die Zügel wieder enger hält, darf nicht das Ausmaß der Ungleichgewichte und Verwerfungen vergessen werden, die durch mehrere Jahre Nullzinspolitik und quantitative Lockerung entstanden sind. Als Reaktion auf die globale Finanzkrise haben die Zentralbanken in den USA, der Eurozone und Japan ihre Bilanzen massiv erweitert. Gleichzeitig sind die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und der Geldschöpfungsmultiplikator rapide gefallen, was eine plötzliche Entschuldung und ein Einfrieren des Finanzsystems erkennen lässt. Wenn Umlaufgeschwindigkeit und Geldmengenmultiplikator allerdings wieder auf ihre Vorkrisenniveaus steigen, würde dies eine deutliche Zunahme der Inflation in den zweistelligen Bereich implizieren, selbst wenn die Entwicklung langsam verläuft. Auf kurze Sicht sind derartige Preissteigerungen unwahrscheinlich. Eine teilweise Korrektur der Umlaufgeschwindigkeit und Geldmengenmultiplikatoren in Richtung der historischen Norm ist jedoch plausibel und würde zusätzlichen Inflationsdruck bedeuten.

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