Wie das Coronavirus den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) vorantreibt

KI

Im 19. Jahrhundert hatten die Menschen noch eine Lebenserwartung von durchschnittlich nur 36 Jahren, dagegen erreichen heute die meisten von uns ein hohes Alter. Dieser Fortschritt dürfte sich mit dem Erstarken Künstlicher Intelligenz (KI) sogar noch beschleunigen. Dabei könnte sich gerade die Coronavirus-Pandemie als guter Testlauf für KI herausstellen: Zwar ist es noch nicht möglich, Covid-19 direkt zu bekämpfen, das neue Virus hat jedoch deutlich gemacht, wie KI die moderne Medizin künftig verändern kann.

Wie kann KI helfen?
Heutzutage werden in der Medizin enorme Datenmengen gesammelt. Für den Menschen unmöglich kann KI diese Datenmassen nicht nur zügig sichten, sondern – Stichwort Maschinelles Lernen – auch in rasanter Geschwindigkeit Lösungen daraus ableiten. So kann KI im Fall Covid-19 etwa ermitteln, welche antiviralen Medikamente an ein spezifisches Protein in der Außenhülle eines Virus andocken und es damit blockieren. Diese Proteine ermöglichen es den Viren, in Zellen des menschlichen Körpers einzudringen und sich zu vermehren. KI kann auch mit Hilfe genetischer Daten virtuell zehntausende neuer Molekülverbindungen erstellen, die für eine Behandlung von Covid-19 potenziell in Frage kommen. Auch Medikamente gegen andere, nicht verwandte Leiden wie zum Beispiel rheumatoide Arthritis können daraufhin untersucht werden, ob sie zur Behandlung eingesetzt werden können. Und KI kann die klinische Entwicklung grundlegend reformieren. Ihr Einsatz kann klinische Tests beschleunigen, sie sicherer und deutlich billiger machen. All dies ist potenziell von großer Bedeutung, denn wenn wir schon heute über die entsprechende Technologie verfügen würden, hätte sie dazu beitragen können, die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern. Noch sind wir jedoch nicht ganz so weit. Aber bereits jetzt wird KI auf neue Art und Weise eingesetzt, um das Virus zu entdecken und zu bekämpfen.

Milliardengeschäft mit der künstlichen Intelligenz

Entdeckung
Am 30. Dezember 2019 entdeckte das Start-up-Unterehmen BlueDot aus Toronto (dieses und alle im Folgenden erwähnten Unternehmen stellen keine Empfehlung oder Aufforderung zum Erwerb oder Veräußerung einzelner Wertpapiere dar) kurz nach Mitternacht eine Häufung ungewöhnlicher Lungenentzündungen rund um einen Fleischmarkt in Wuhan. Nur einige Stunden später wurden die ersten Fälle der neuartigen Coronavirus-Erkrankungen diagnostiziert. Noch am selben Tag informierte BlueDot seine Kunden in einem Bericht über seine Erkenntnisse. Das Unternehmen analysiert mit Hilfe KI-gestützter Algorithmen Mitteilungen öffentlicher Gesundheitsorganisationen, Meldungen zur Gesundheit des Viehbestands und demografische Daten. Wohlgemerkt: BlueDot hat Covid-19 nicht entdeckt. Die Angaben in seinem Bericht ermöglichten es jedoch menschlichen Analysten, die Bedrohung durch die neue Krankheit zu interpretieren und zu erkennen. Dessen ungeachtet zeigt der Fall, dass KI künftig dabei helfen kann, ein Virus frühzeitig einzudämmen, bevor es sich ausbreitet.

Diagnose
Auch in der Diagnose kann KI hilfreich sein. Derzeit setzt ein Ärzteteam im Krankenhaus von Zhongnan GPU-gestützte KI-Software ein, um visuelle Anzeichen für das Virus zu erkennen. Die entsprechenden GPU-Prozessoren können mehrere Rechenvorgänge gleichzeitig ausführen und werden normalerweise für hochwertige Videospiele verwendet. Aufgrund dieses Rechentempos sind sie auch für KI-Anwendungen beliebt: GPUs können die für KI erforderlichen parallelen Rechenvorgänge ausführen. Das Unternehmen Infervision aus Peking hat die Software entwickelt, mit deren Hilfe die Ärzte typische Symptome einer Virusinfektion erkennen. Sie suchen nach Anzeichen für eine Lungenentzündung. Mit Hilfe von GPUs des Typs NVIDIA V100 analysieren sie dafür Tausende von CT-Aufnahmen. Vor dem Covid-19-Ausbruch wurde diese Technologie für die Diagnose von Lungenkrebs verwendet. Wenn das Virus damit erfolgreich diagnostiziert werden kann, dürfte sich die Behandlung anderer Atemwegserkrankungen künftig grundlegend verändern.

Deutsche geben künstlicher Intelligenz eine Chance

Suche nach einem Impfstoff
Bei der Entwicklung von Impfstoffen spielt die Genomsequenzierung eine wichtige Rolle. Damit lassen sich Genmuster erkennen, die auf die Virulenz einer Krankheit schließen lassen, und genetische Faktoren, die für Immunität sorgen oder eine erfolgreiche Impfantwort sicherstellen. Die Kosten einer Genomsequenzierung sind im vergangenen Jahrzehnt dank des technischen Fortschritts deutlich von 10 Millionen US-Dollar auf lediglich 1.000 US-Dollar gesunken. Auch das Tempo hat sich deutlich erhöht. Zahlreiche Biotechnologie-und Pharmaunternehmen investieren hohe Beträge in die Weiterentwicklung der Technologie. Interessanter¬weise sind seit dem Ausbruch von Covid-19 auch große Technologiekonzerne an diesem Markt aktiv und könnten für weitere positive Entwicklungssprünge sorgen. Die großen chinesischen Technologiekonzerne Baidu und Alibaba haben zum Beispiel ihre Instrumente und Anwendungen bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Ausbruchs zur Bekämpfung des Virus zur Verfügung gestellt. Alibaba hat der Wissenschaft Gratiszugang zu seiner Genomsequenzierungs-KI angeboten. Baidu hat nachgezogen und bietet seine LinearFold-Algorithmen zur Unterstützung bei der Gensequenzierung an. Diese Technologien haben sich bereits bewährt. Die Zeit für eine Analyse der RNA-Sekundärstruktur des Virus konnte damit von 55 Minuten auf lediglich 27 Sekunden verkürzt werden.

KI könnte sich als positive disruptive Kraft im Gesundheitswesen erweisen
Durch Covid-19 könnte sich der Einsatz von KI in der modernen Medizin beschleunigen. KI dürfte sich künftig in zahlreichen weiteren Anwendungen bewähren. Derzeit werden Medikamente für den Massenmarkt entwickelt, was dazu führt, dass einige Patienten mit ernsthaften Nebenwirkungen zu kämpfen haben. Durch eine personalisierte Medizin könnten solche Nebenwirkungen möglicherweise vermieden werden, und es wäre möglich, die Behandlung zielgerichteter auf die genetische Ausstattung des einzelnen Patienten abzustimmen.

Dies wäre in der Vergangenheit viel zu kostspielig gewesen. Da KI die Gensequenzierung jedoch deutlich erschwinglicher gemacht hat, rückt diese Möglichkeit in greifbarere Nähe. Gentherapien wären ein weiterer möglicher Anwendungsbereich. Damit ließen sich etwa Leiden wie Krebs behandeln. Bei Gentherapien wird mit Hilfe von viralen Vektoren neues genetisches Material in die Körperzellen eines Patienten eingeschleust, um so ein Leiden an der Wurzel zu bekämpfen. KI wird bereits zur Beschleunigung und Verbilligung von Gensequenzierungen eingesetzt, was potenziell neue Behandlungsmöglichkeiten durch Gentherapie eröffnet. Auch Gene Editing könnte verbessert werden, und eventuell ließen sich Algorithmen entwickeln, die komplexere Krankheiten besser erfassen und so eine Gentherapie möglich machen. Langfristig könnten personalisierte Medizin und Gentherapie dank KI zum Standard in der Medizin werden. Das Gesundheitswesen würde sich dadurch grundlegend verändern.

Covid-19 wird möglicherweise dazu führen, dass wir über KI und Medizin in Zukunft ganz anders denken. KI kann potenziell jedoch alle Sektoren grundlegend verändern und die Wachstumsraten durch höhere Produktivität, Qualität, Effizienz und Zeitersparnis steigern. Die rasche Entwicklung der KI kann sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft insgesamt und die Wirtschaft sehr vorteilhaft sein.

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Anlagekommentar Mai 2020 – Die Stimulierungen der Regierungen und Notenbanken sorgen für positive Stimmung an den Aktienmärkten

Anlagetipp

Die Corona-Neuinfektionen sind in Europa und den USA rückläufig und die Aussicht auf weitere Lockerungen der Pandemie-Einschränkungsmaßnahmen sowie eine Flut von geld- und fiskalpolitischen Programmen rund um den Globus sorgten für eine Aufhellung der Anlegerstimmung. Dabei unterscheidet sich die gegenwärtige Situation von jedem wirtschaftlichen Abschwung in der Vergangenheit, da sie weitgehend durch politische Entscheidungen, die eine massive Einschränkung der Geschäftsaktivitäten mit sich bringen, verursacht wird.

Da der gegenwärtige wirtschaftliche Abschwung der extremste in der modernen Geschichte ist, sind die staatlichen Unterstützungspakete so umfassend wie nie zuvor und werden vielerorts um ein Vielfaches größer ausfallen als bisher angekündigt wurde. Während Zinssenkungen im derzeitigen hoheitlich verordneten wirtschaftlichen Abschwung nicht helfen, sind die Notenbanken wie in jeder Krise der ultimative Liquiditätsanbieter für das Bankensystem. Darüber hinaus werden die Zentralbanken als Käufer von Anleihen vermehrt zum „Lender of Last Resort“ für Regierungen und den Unternehmenssektor.

Entwicklung der Anlagemärkte
Durch den besser als befürchtete Start in die US-Gewinnsaison und die Erholung der chinesischen Konjunkturdaten im Zuge des Neustarts der Wirtschaft kam es zu einer Normalisierung der Finanzmärkte. Der weltweite MSCI World Index (EUR) konnte sich um 3,0 Prozent erholen, angeschoben durch die amerikanischen Leitindizes. Der S&P 500 Index gewann 4,5 Prozent und der technologielastige NASDAQ 100 Index konnte sogar 6,1 Prozent zulegen. Während der deutsche DAX Index ein Plus von 6,7 Prozent erreichte, entwickelte sich der europäische Eurostoxx 50 Index mit 4,2 Prozent unterdurchschnittlich. Auch Japans NIKKEI 225 Index verbesserte sich um 8,3 Prozent.

DAX Entwicklung

Auch die Rentenmärkte haussierten trotz der starken Aktienmärkte, denn im Vormonat April fielen geldpolitisch weitere Grenzen. So sank die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe um 12 Basispunkte und die 10-jährigen US Staatsanleihen rentierten um 0,05 Prozent niedriger. Die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) verkündete ein zusätzliches 2,3 Billionen USD schweres Rettungsprogramm. Neben einer direkten Kreditvergabe an Bundesstaaten und Unternehmen mit bis zu 10.000 Angestellten, darf die Federal Reserve System (Fed) nun auch Unternehmensanleihen erwerben, die aufgrund der Corona-Pandemie aktuell eine Herabstufung aus dem Investmentgrade-Bereich erlitten haben. Einige Tage später erfolgte auch von der Europäische Zentralbank (EZB) eine ähnliche Aufweichung der Sicherheitenakzeptanz. Die japanische Notenbank Bank of Japan (BoJ) kündigte den unbegrenzten Kauf von Staatspapieren und einen verstärkten Erwerb von Unternehmensanleihen an. Die chinesische Zentralbank People’s Bank of China senkte dagegen seinen Leitzins.

Die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) und Europäische Zentralbank (EZB) bleiben bis auf weiteres bei ihrer Zinspolitik. Das bedeutet, die Zinsen bleiben für die nächste Zeit dort wie sie gerade sind – nämlich so gut wie bei 0 Prozent. Diese Tatsache wird dividendenstarke Aktien guter Bonität weiter unterstützen. So liegt die Dividendenrendite des S&P 500 Index derzeit bei rund 2,8 Prozent und beim Dow Jones Industrial Average Index sogar bei 3,4 Prozent. Im Vergleich dazu liefern 10-jährige US Staatsanleihen derzeit gerade einmal 0,65 Prozent Ertrag pro Jahr ab.

Eine wesentliche Erkenntnis aus der Pandemie wird die neue Dimension der Staatsverschuldung rund um den Globus sein. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass die Verschuldungsquote in Relation zum Brutto-Inlandsprodukt in den Industrieländern von 105 Prozent auf 122 Prozent steigen wird. In den USA wird die Verschuldung um nahezu 20 Prozent auf 131 Prozent ansteigen, in Deutschland von 60 Prozent auf rund 80 Prozent und in der Schweiz von 39 Prozent auf 46 Prozent.

Zentralbanken Zinsen und Bilanzen

Alte Feindbilder zur Unzeit in USA, dagegen beeindruckt der EU-Wiederaufbauplan
Eine sich verschärfende Rhetorik im US-chinesischen Handelsstreit seitens Donald Trumps sorgte an den Aktienmärkten für Verunsicherung. Hinzu kamen einige Datenveröffentlichungen, die die Schwere des wirtschaftlichen Einbruchs im März und April drastisch verdeutlichten. Die Auswirkungen des Lockdowns zeigten sich beispielsweise in den Daten zu den Einzelhandelsumsätzen in den USA. Diese gaben im April um 16,4 Prozent gegenüber dem Vormonat nach, deutlich stärker als die vom Konsens erwarteten -12,5 Prozent. Zudem wurde der Wert für März auf -8,3 Prozent nach unten korrigiert. Der massive Rückgang der Wirtschaftsleistung spiegelte sich auch in den Daten zur Industrieproduktion wider. Diese gab im April um 11,2 Prozent nach, nach einem Rückgang von 4,5 Prozent im März.

Der von der New Yorker Fed veröffentlichte Empire-State-Index, eine Einkaufsmanagerumfrage, stieg von -78,2 auf -48,5 Punkte und zeigte damit weiterhin sich deutlich verschlechternde Geschäftsaussichten an. Ermutigende Zahlen kamen derweil aus China. Im April legte dort die Industrieproduktion gegenüber dem Vorjahresniveau um 3,9 Prozent zu. Etwas hinterher hinkte hingegen die Belebung im Einzelhandel. Dort betrug der Rückgang 7,5 Prozent (gegenüber dem Vorjahr), was aber immerhin eine Verbesserung gegenüber den -15,8 Prozent im März darstellte. In Deutschland gab das BIP im ersten Quartal um 2,2 Prozent nach, womit sich die hiesige Volkswirtschaft innerhalb der Eurozone noch relativ stabil hielt.

Positiv beeindruckt zeigten sich die Finanzmärkte vom Wiederaufbauplan, den EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zur Bekämpfung der Corona-Krise präsentierte. So möchte die EU 750 Milliarden Euro, die per Kredit finanziert werden sollen, in die Ankurbelung der Wirtschaft pumpen.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Es ist schwierig, sich mittelfristig eine Welt vorzustellen, die der Welt vor dem Ausbruch von Covid-19 in Bezug auf das Produktionspotenzial und die Unternehmensgewinne nicht weitgehend ähnelt. Als Basisszenario erholen sich die Volkswirtschaften in weiten Teilen rasch nach dem Ende des Lockdowns. Allerdings wird eine vollständige Erholung auf das Vorkrisen-Niveau jedoch länger dauern. Dennoch haben im Basisszenario die Aktienmärkte ihre Talsohle durchschritten und die Kreditspreads den Höhepunkt hinter sich. Während somit mittelfristig Potenzial besteht, scheinen die Kapitalmärkte ein solches Szenario vorerst weitgehend eingepreist zu haben, so dass die kurzfristigen Aussichten eher symmetrisch sein dürften.

Für die Markttrends bleibt der Nachrichtenfluss zu Covid-19 entscheidend und die Geschwindigkeit und das Ausmaß der wirtschaftlichen Erholung nach der Lockerung der Sperrmaßnahmen. Am anderen Ende des Spektrums ist ein Szenario, welches so lange extreme Maßnahmen erfordert, bis ein Impfstoff verfügbar ist, denn dann, würde sich die Wirtschaft erst nachhaltig erholen. Daher sollte eine Anlagestrategie defensiv gestaltet sein. Gleichzeitig ergeben sich aber besonders bei Aktien auch Chancen für mittelfristig und langfristig agierende Anleger. In der aktuellen Phase sind Unternehmen zu bevorzugen, die sich bisher in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewährt haben, eine solide Bilanz aufweisen und selbst bei anhaltenden Notmaßnahmen gegen Covid-19 nur einen begrenzen Einfluss auf die Nachfrage sehen würden.

Weiterhin sorgen dennoch Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Geldanlagen im 1. Quartal 2020 – In vielerlei Hinsicht historisch beispiellos

Kursschwankungen

Mit einer noch dagewesenen Geschwindigkeit sind die Finanzmärkte im ersten Quartal 2020 abgestürzt. Ebenfalls in einer noch nie dagewesenen Größenordnung stemmen sich Notenbanken und Regierungen gegen eine durch das Coronavirus ausgelöste drohende schwere Wirtschaftskrise. Das erste Quartal 2020 wird in die Börsen- und Wirtschaftsgeschichte eingehen, soviel steht fest. Wer am Jahresanfang 2020 vorausgesagt hätte, dass der DAX Index drei Monate später vierstellig notieren würde, der wäre ausgelacht worden. Waren Aktien denn nicht eigentlich alternativlos zu allen anderen liquiden Anlagen geworden? Ja, sie waren es, aber wie wir jetzt wissen bedeutete dies nicht, dass sie nicht auch stark fallen können.

Noch nie ging es so schnell abwärts
Der Absturz an den Börsen der Welt ist nicht der stärkste aller Zeiten. Im Zuge der Finanzkrise 2008 war der S&P 500 Index sogar um 57 Prozent gefallen und auch der DAX Index halbierte sich. Doch die Geschwindigkeit, mit der die Kurse diesmal zu Tal fuhren, ist historisch beispiellos. Ja, da gab es den 19. Oktober 1987, als der Dow Jones Industrial Average Index 22,3 Prozent an einem Tag verlor – doch damals war es mit diesem Highspeed Crash nach einem Tag erledigt. Diesmal hingegen verzeichneten wir mehrere Tage mit Verlusten im Bereich von 10 Prozent. Dabei schien das Coronavirus den Aktienmärkten zunächst nichts anzuhaben. Nachdem die Krankheit in China schon ausgebrochen war, markierte der DAX und auch die Wall Street nach kurzem Einbruch schon wieder Rekordkurse.

Von einer Angstkrise zu einer realen Krise
Zunächst war die Corona-Krise ja auch nur eine Angstkrise, wie wir sie an den Börsen schon oft erlebt haben. So verhielt es sich mit Ebola und auch mit SARS. Diese beiden Epidemien blieben am Ende regional begrenzt und entwickelten sich für die alten Industrieländer nicht zu einem realen Problem. Entsprechend schnell erholten sich die Kurse wieder. Der Supergau des Atomkraftwerkes in Fukushima ist ebenfalls ein gutes Beispiel für eine Angstkrise. Auch damals gingen die Börsen im Mai 2011 sehr steil auf Talfahrt, als aber klar war, dass die Auswirkungen auf Japan begrenzt bleiben würden, ging es genauso schnell wieder aufwärts. Das Coronavirus ist nun aber zu einer realen Krise geworden, weil die Seuche sich durch Europa und die USA frisst. Die Maßnahmen, die gegen seine Ausbreitung beschlossen wurden, sind historisch ohne Beispiel.

Schätzungen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal

Einen Shut-Down fast des gesamten öffentlichen Lebens gab es in Friedenszeiten noch nie. Entsprechend groß ist die Verunsicherung, weil niemand genau abschätzen kann, wie groß die wirtschaftlichen Auswirkungen am Ende tatsächlich sein werden. Es hängt vor allem ja auch davon ab, wann die Maßnahmen beendet werden. Vorher ist eine seriöse Berechnung ohnehin nicht möglich. Die aktuellen Schätzungen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal gehen jedenfalls weit auseinander. Von dieser Frage hängt auch die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten ab. Eine nachhaltige Erholung, dürfte dann einsetzen, wenn ein definitiver Zeitpunkt für das Ende des Shut Downs bekannt ist. Ein Greifen der Maßnahmen, ablesbar durch nachlassende Ansteckungszahlen, könnten die Börsen als Hinweis auf ein Ende schon im Vorfeld positiv quittieren.

Hilfsprogramme in nie dagewesener Größenordnung
Beispiellos sind auch die Maßnahmen, mit denen sich Regierungen und Notenbanken gegen den wirtschaftlichen Abschwung stellen. Die USA wenden zwei Billionen US-Dollar auf, was gigantischen zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Auch Deutschland hat die Schuldenbremse gelöst und ein Paket über 156 Milliarden Euro aufgelegt. Dazu kommen Garantien in Höhe von 600 Milliarden Euro. Die Notenbanken tragen ihren Teil dazu bei. Die US Notenbank Federal Reserve System (Fed) hat erstmals das Mandat unbegrenzt Anleihen verschiedenster Art kaufen zu können, und die Europäische Zentralbank (EZB) kauft für weitere 750 Milliarden Euro Staatsanleihen auf. Wie viel diese Maßnahmen bringen, wird auch davon abhängen, wie schnell sie bei den Bedürftigen Unternehmen und Verbrauchern ankommen. Ansonsten droht eine riesige Pleitewelle, was viele Arbeitsplätze kosten würde. In den USA erreichten nach dem Shutdown die Neuanträge für Arbeitslosenunterstützung einen gigantischen Rekord von 3,283 Millionen. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 1982 mit 695.000.

Anleihekäufe der FED lassen die Bilanz sprunghaft wachsen

Langfristig positive Aussichten
Vieles ist unsicher derzeit, gesichert ist jedoch eines: Auch diese Krise wird vorübergehen. Ist der Shut Down beendet, sollten die gigantischen Konjunkturprogramme die Wirtschaft wieder ankurbeln. Auch wenn einige der hoch verschuldeten Unternehmen, von denen es insbesondere in den USA sehr viele gibt, es nicht überleben, wird die Welt sich weiter drehen und andere an ihre Stelle treten. Insofern liegt in der Krise auch etwas Gutes, weil sie zu einer Bereinigung führt. Die sogenannten Zombie-Unternehmen, die schon vor der Krise kaum mehr die Zinsen erwirtschaftet haben, verschwinden und damit auch das Risiko, das sie darstellten. Was nach der Krise dann außerdem bleibt ist eine gigantische Liquidität, die die Notenbanken ins System gepumpt haben und die dann der Treibstoff für die nächste große Hausse sein wird. So war es nach allen Krisen der vergangen 35 Jahre beginnend mit dem schon zitierten Krach von 1987. Auch das Zinsniveau dürfte noch tiefer sein als es ohne die Corona-Krise wäre und Aktien demgemäß noch alternativloser machen als sie es ohnehin schon waren. Für langfristige Investoren bietet der Markt daher momentan ungeahnte attraktive Einstiegsmöglichkeiten, die es sonst nicht gegeben hätte.

Kurzfristig wackliger Boden
Um auszuloten, wo der Boden an den Aktienmärkten schon gefunden ist, oder noch tiefere Kurse drohen, helfen nur sogenannte Stimmungsindikatoren, die einen Einblick in die Investitionsgrade der Anleger bieten. Dazu zählen Put/Call-Ratios, genauso wie Umfragen unter privaten oder institutionellen Anlegern. Sieht man sich diese Indikatoren an, dann müsste das Schlimmste hinter uns liegen, historisch betrachtet geben Sie allesamt Kaufsignale so stark wie seit der Finanzkrise nicht mehr. In extrem kurzer Zeit haben Anleger von Risiko auf Sicherheit umgeschaltet. So zeigt des zum Beispiel der Fund Manager Survey (FMS) der Bank auf America (BofA).

Fund Manager Survey (FMS)

Die Finanzkrise allerdings war auch ein Beispiel dafür, dass Kurse trotz Rekordpessimismus in Ausnahmesituationen – und in einer solchen befinden wir uns ganz sicher – noch tiefer fallen können. Doch so oder so, selbst wenn die Kurse nochmals die bisherigen Tiefs unterschreiten, sehr viel tiefer sollte es eigentlich nicht mehr gehen.

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Quelle: Stefan Riße ACATIS Investment

Anlagekommentar April 2020 – Geld- und fiskalpolitische Rettungspakete in bisher nie dagewesener Höhe sollen helfen

Anlagetipp

Das Corona-Virus hält die Welt weiter in Atem. So sorgt die anhaltende und exponentiell wachsende Ausbreitung des Corona-Virus, insbesondere in den USA, Großbritannien und Spanien sowie zunehmend auch anderen Ländern und Regionen rund um den Globus für immer mehr Einschränkungen. Die zum Schutz der Bevölkerung verhängten Ausgangssperren und Schließungen aller nicht lebensnotwendigen Geschäfte, lösten den schärfsten und schnellsten Crash an den Aktienmärkten seit dem Jahr 1987 aus. Ebenfalls mit einer Rekordzeit und noch vor einigen Wochen für undenkbar gehaltenen Summen haben die Notenbanken und Regierungen weltweit mit geld- und fiskalpolitischen Programmen auf die Virusbedrohung reagiert. Zunächst schien es zwar, als würden alle eingeleiteten Maßnahmen verpuffen und die Abwärtsspirale sich immer schneller drehen. Dann haben aber die Fiskalprogramme in Höhe von 10-20 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung und unbegrenzte Ankaufprogramme für Staatsanleihen und Unternehmensanleihen guter Bonität geholfen, die Gefahr einer Systemkrise deutlich einzuschränken.

Entwicklung der Anlagemärkte
Nachdem im März 2020 der S&P 500 Index 25 Prozent in nur drei Wochen verloren hatte und Mitte März mit -12 Prozent den größten Tagesverlust seit 1987 erreichte, waren viele Investoren gezwungen, Positionen aufzulösen und Liquidität zu beschaffen. So wurde alles verkauft, was liquide war. Erzielte der Goldpreis Anfang März noch ein Sechs-Jahreshoch, brach er in nur zehn Tagen um fast 13 Prozent ein. Staatsanleihen bester Qualität fielen genauso wie der Goldpreis. Die Rendite der deutschen Bundesanleihe stieg von -0,61 Prozent auf -0,46 Prozent, in den USA stieg die Staatsanleiherendite sogar um 45 Basispunkte.

Dann kam der April 2020 und der wird, wie auch der Vormonat, auch in die Geschichtsbücher eingehen. Allerdings diesmal in der anderen Richtung. Der April 2020 war, zumindest in den USA, der beste Börsenmonat seit 1987 bei einer historischen hohen Schwankung. Dem rasanten Börsenabsturz vom März 2020 folgte eine ebenso Eindrucksvolle Markterholung. Im Einzelnen sah die Performance der großen Weltbörsen wie folgt aus: S&P 500 Index +12,7 Prozent, NASDAQ 100 Index +15,2 Prozent, DAX Index +9,3 Prozent, Eurostoxx50 Index +5,1 Prozent, FTSE 100 Index +4,0 Prozent, der NIKKEI 225 Index +6,8 Prozent und der MSCI World Index (EUR) +13,4 Prozent.

DAX Entwicklung

Neben dem Corona-Virus ging eine andere Marktgegebenheit schier unter. Das gescheiterte OPEC-Treffen initiiert einen perfekten Sturm für die Ölindustrie. Der Ölpreiskrieg von Saudi-Arabien und Russland ist der Brandbeschleuniger in den von der Corona-Pandemie verunsicherten Finanzmärkten. Dabei wird besonders stark wird die öl- und gasverarbeitende Industrie getroffen. Da sich die OPEC nicht mit Russland auf weitere Förderkürzungen als Reaktion auf den Nachfrageeinbruch einigen konnte, kündigten sowohl Russland als auch Saudi-Arabien an, die Ölproduktion deutlich auszuweiten. Das sorgte dafür, dass sich innerhalb weniger Tage der Ölpreis halbierte und notierte zwischenzeitlich unter der Marke von 20 US-Dollar je Fass.

Die volle Tragweite des globalen ökonomischen Shutdowns wird sich wohl erst in den Zahlen des 2. oder 3. Quartals zeigen. Dabei lässt sich kaum abschätzen, wie schlimm es tatsächlich wird, da es dazu keine historisch brauchbaren Zahlen aus der Vergangenheit gibt. Die Herausforderung ist derzeit nur die starke Volatilität und dass man von einem Tag auf den nächsten nicht weiß, in welche Richtung der Markt sich bewegen wird. Dazu wird das Marktgeschehen noch zu sehr von Tagesmeldungen dominiert. Eine einzige Erfolgsmeldung der Pharmaindustrie in Sachen nachhaltiger und effektiver Bekämpfung des Corona-Virus kann das Marktgeschehen vollkommen verändern. Vergessen werden sollte auch nicht, dass im Herbst diesen Jahres die Präsidentschaftswahlen in den USA stattfinden und die derzeitige Regierung wird alles unternehmen, um eine Wiederwahl von Donald Trump sicherzustellen. Ohne Anzeichen für eine deutliche Wirtschaftserholung wird dies wohl nur schwer gelingen. Im Klartext bedeutet dies: Wirtschaftsförderung auf allen Ebenen und bis zum Anschlag.

Simulation von Szenarien für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte
In der folgenden Grafik wird eine Reihe von Szenarien für den S&P 500 Index basierend auf der Fair-Value-Methode (für Europa ist ein ähnliches Modell aufgrund limitierter historischer Daten nicht verfügbar) dargestellt. Dabei stellt die Linie „Fair Value“ den fairen Wert historisch und für die Zukunft unter Annahme einer Vollbeschäftigung dar. Mit Daten per Ende Februar errechnet sich ein fairer Wert für den S&P 500 Index von 3.150 Punkten. Es sind zwei Rezessionsszenarien möglich. Als Ersteres, das von einer normalen Rezession ausgehend und als Zweites, das von einem starken Abschwung aufgrund massiver sozialer Distanzierungsregeln ausgeht.

Ob das letztere ein vernünftiges und ein nicht allzu pessimistisches Abwärtsszenario darstellt, ist angesichts der gegenwärtigen beispiellosen wirtschaftspolitischen Unterstützung fraglich. Dies unterscheidet sich gravierend von der fehlenden wirtschaftspolitischen Unterstützung während der Großen Depression massiv. Das Szenario „Erholung Sommer 2020“ geht davon aus, dass die sozialen Distanzierungsmaßnahmen in den kommenden Monaten gelockert werden und dass sich die Wirtschaftstätigkeit danach erholt. Unterstützung kommt auch von einer Erholung, die sich derzeit in China abzeichnet.


Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Es ist schwierig, sich mittelfristig eine Welt vorzustellen, die der Welt vor dem Ausbruch von Covid-19 in Bezug auf das Produktionspotenzial und die Unternehmensgewinne nicht weitgehend ähnelt. Ein positives Szenario lässt sich wie folgt darstellen. Erstens ist ein entschlossenes Vorgehen der Regierungen und der Notenbanken erforderlich, um den wirtschaftlichen Schaden zu lindern und den Zusammenbruch der Volkswirtschaften zu verhindern. Zweitens muss der Ausbruch von Covid-19 eingedämmt werden, so dass eine Lockerung der restriktiven sozialen Distanzierungsmaßnahmen absehbar wird. Am anderen Ende des Spektrums ist ein Szenario, welches so lange extreme Maßnahmen erfordert, bis ein Impfstoff verfügbar ist. Die Wirtschaft würde sich erst danach erholen. Man kann erwarten, dass sich der Nachrichtenfluss derzeit etwas positiver entwickelt als er im März ausfallen ist. Dennoch bleiben die Unsicherheiten hinsichtlich des 6-12 Monatsausblicks hoch. Daher sollte eine Anlagestrategie defensiv gestaltet sein. Gleichzeitig ergeben sich aber besonders bei Aktien auch Chancen für mittelfristig und langfristig agierende Anleger. In der aktuellen Phase sind Unternehmen zu bevorzugen, die sich bisher in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewährt haben, eine solide Bilanz aufweisen und selbst bei anhaltenden Notmaßnahmen gegen Covid-19 nur einen begrenzen Einfluss auf die Nachfrage sehen würden.

Weiterhin sorgen dennoch Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Das Corona-Virus: Ausverkauf am Aktienmarkt ist historisch günstige Gelegenheit um Vermögen in Aktien aufzubauen

Kompass Geldanleger

Das Corona-Virus mit dem Namen COVID-19 konfrontiert uns mit einer bisher nie dagewesenen Situation. Im Februar 2020 sah es noch danach aus, dass es sich hier „lediglich“ um eine lokale Krise in China handelt. Entsprechend haben die Kapitalmärkte sehr positiv auf die rückläufigen Infektionszahlen aus China Anfang Februar reagiert. Zu früh, wie wir heute feststellen müssen. Das Virus hat sich nun über Wochen rund um den Globus ausgebreitet. Die Reaktion der Finanzmärkte war eindeutig und heftig. Es ging mit dem Aktienmarkt noch nie so schnell und deutlich abwärts. Das Hautproblem für die Kapitalmärkte ist, dass sich im Moment nicht klar abschätzen lässt, welche negativen Auswirkungen die inzwischen weltweite Ausbreitung des Coronavirus kurzfristig auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Geschehen haben wird. Auch müssen die Wachstumsprognosen deutlich nach unten korrigiert werden und jeder fragt sich, wie schlimm denn nun die Rezession werden wird. Ein weiterer Grund für den starken Abverkauf an den Aktienmärkten. Aber auch der Anleihe- und Devisenmarkt befindet sich im Risk off Modus. Die Risikoaufschläge für Anleihen haben sich ausgeweitet.

Aktienmarktkorrekturen

Krisenmanagement mit entsprechenden Maßnahmen
Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, haben Behörden und Unternehmen in Deutschland und anderen europäischen Ländern Maßnahmen ergriffen, die weitreichende Folgen für Bevölkerung und Wirtschaft haben. Ganze Länder stehen praktisch unter Quarantäne und die Produktion wurde in vielen Industrien flächendeckend zurückgefahren bzw. gestoppt. Die Einschränkungen im täglichen Leben werden für jeden nun immer deutlicher. Die wirtschaftlichen Einbußen werden entsprechend hoch sein. Eine Rezession in Europa und wahrscheinlich auch in den USA ist aufgrund der Corona-Krise nicht zu verhindern. Erste Frühindikatoren wie der IFO Index zeigen bereits jetzt, dass die Stimmung in den deutschen Unternehmen sich außerordentlich verschlechtert hat.

Ein bisher nie dagewesener Rückgang in Deutschland. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in Schockstarre. Aktuelle Berechnungen des IFO Institut schätzen, dass das Corona-Virus die deutsche Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle kosten wird. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit werden stark zunehmen und den Staatshaushalt erheblich belasten. Es ist absehbar, dass der Shutdown zu einem massiven Einbruch der Wirtschaftsentwicklung führen wird. Das Ausmaß des Wirtschaftsrückgangs hängt entscheidend von der Schwere und vor allem der Dauer der oben genannten Einschränkungen ab.

Antworten und Reaktionen auf die Krise sind geld- und fiskalpolitische Maßnahmen. Sowohl die amerikanische als auch die europäische Zentralbank reagieren mit drastischen Gegenmaßnahmen, um das Funktionieren die Geld- und Kapitalmärkte sicherzustellen. Bereits Anfang März hatte die Fed mit einer Zinssenkung reagiert, um Mitte März ein 2.Mal in so kurzer Zeit die Zinsen nun um einen Prozentpunkt auf einen Korridor von 0 bis 0,25 Prozent zu verringern. Auch die die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen wirtschaftliche Folgen der Coronavirus-Krise. Daher steckt die EZB bis zum Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe. Zudem sollen besonders günstige Kredite Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und so besonders betroffene Branchen und Unternehmen zu unterstützen. Auch sollen die Kapitalregeln für Banken deutlich gelockert werden.

Die Bundesregierung hat ein groß angelegtes Hilfspaket auf den Weg gebracht, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern. Die schwarze Null im Bundeshaushalt ist gefallen. Es wurde nun einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro beschlossen. Schutz für Mieter, Kredite für Großunternehmen, Zuschüsse für Selbstständige und erweiterten Regelungen zur Kurzarbeit.

Erfolgsfaktoren und Ausblick
Durch den jetzigen Shutdown sollten die Infektionsraten weltweit deutlich fallen. Diese sehen wir als den wichtigsten inversen Erfolgsfaktor momentan an. In China konnten wir sehen, dass die Aktienmärkte auf die Meldung rückläufiger Infekte positiv reagiert haben. Auf der Webseite Worldometers kann täglich der Krankenstand überprüft werden.

Ein neuer und noch zu wenig beachteter, wichtiger Lösungsansatz für die Krisenbewältigung sollte unseres Erachtens sein, dass durch getestet wird. Auch die Weltgesundheitssorganisation (WHO) empfiehlt: „Testen, testen, testen“. Hierfür werden schnellere und bessere Testsysteme benötigt. Außerdem müssen Erkenntnisse über erfolgreiche Therapieansätze gewonnen werden. Neben den gesundheitlichen Lösungsansätzen müssen wir ergänzend einen Plan ausarbeiten und schnellstmöglich aktivieren, der eine Rückkehr in das Wirtschaftsleben ermöglicht. Hier sollten wir mehr nach vorne schauen. Die Dauer des Lock-Down muß so gering wie möglich gehalten werden. Tests könnten dazu beitragen, Gesunde zu identifizieren, um sie zurück zur Arbeit lassen zu können und Kranke in Quarantäne zu verlegen. Natürlich muss auch sichergestellt werden, dass es bei einer Normalisierung des Wirtschaftslebens nicht zu einer erneuten großen Infektionswelle mit abermaligem Shutdown kommt.

Buchwert DAX

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es sehr schwer vorherzusehen, wann die Epidemie eingedämmt wird und die (Welt-) Wirtschaft wieder anspringen könnte. Ausgehend von den Entwicklungen der Fallzahlen in China und Korea gehen wir davon aus, dass dies im 3. Quartal 2020 der Fall sein wird. Zusammengefasst bedeutet das für den Aktienmarkt, dass im Moment die Kurzfristrisiken überwiegen. Es gibt keinen Präzedenzfall um zu quantifizieren, wann der Markt sein Tief erreicht hat. Wir sind der festen Überzeugung, dass aktuell eine historisch günstige Gelegenheit ist, um Vermögen in Aktien aufzubauen. Die mittelfristigen Aktienperspektiven sind durch den starken Kursverfall so gut wie lange nicht mehr.

Für alle antizyklischen Investoren genau der richtige Zeitpunkt zu investieren. Wir sehen, dass jetzt Unternehmensinsider in einem nie dagewesenen Ausmaß eigene Aktien kaufen. Immerhin gibt es bereits in China und Südkorea gute Anzeichen dafür, dass die Epidemie von COVID19 eingedämmt werden kann. Die Anzahl der Neuerkrankungen ist stark rückläufig. Das kann als Blaupause für Europa dienen, so dass wir in den nächsten Monaten die Epidemie in den Griff bekommen könnten. Spätestens dann würde auch der Spuk an den Kapitalmärkten zu Ende sein.

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Nachhaltige Immobilientrends – Bauen ohne Abfall: Cradle to Cradle in der Immobilienbranche

Cradle to Cradle

Im Herbst, wenn die Blätter der Bäume sich verfärben und auf den Boden fallen, wird deutlich, dass es so etwas wie Abfall und Verschwendung in der Natur nicht gibt. Denn der aus den Blättern entstehende Humus dient als Nahrung für andere Organismen, was wiederum im Frühling dabei hilft, neue Blätter entstehen zu lassen. Dieser Kreislauf ist das Vorbild für das Prinzip des “Cradle to Cradle”. Angelehnt an die Kreisläufe in der Natur entwarfen der deutsche Chemiker Michael Braungart und der US-amerikanische Architekt William McDonough in den 90er Jahren das Prinzip des Cradle to Cradle . Dieses wird oft als “C2C” abgekürzt und kann als „vom Ursprung zum Ursprung“ übersetzt werden.

C2C ist die Vision für Abfallfreiheit
Dabei werden Cradle to Cradle-Produkte bereits bei der Entstehung so konzipiert, dass eine
Wiederverwertbarkeit gewährleistet wird. Anders als beim Recycling sollen Materialien ohne
Qualitätsverlust immer wieder für dieselbe Ware wiederverwendet werden: Aus einem Teppich entsteht erneut ein Teppich und aus dem Holz eines Hauses ein neues Haus. C2C ist die Vision einer abfallfreien Wirtschaft, bei der auch soziale Gerechtigkeit bei der Rohstoffgewinnung eine zentrale Rolle spielt. So wird auch die soziale Seite geprüft. Insgesamt erhofft man sich also durch diesen Ansatz, dass keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien mehr verwendet werden und dass alle Stoffe dauerhaft Nährstoffe für natürliche Kreisläufe oder geschlossene technische Kreisläufe sind.

Sich wandelnde Nutzerpräferenzen, stetig steigende technische Anforderungen oder
voranschreitender Innovationsdruck sorgen dafür, dass sich Immobilienlebenszyklen immer mehr verkürzen. Da die Immobilienbranche einen erheblichen Anteil an den gesamten nationalen CO2-Emissionen verursacht, wird die Zukunftsfähigkeit verstärkt an der Berücksichtigung von Trends bemessen, die die wirtschaftliche Nutzbarkeit von Immobilien verlängern.

Standards und Zertifizierungen von nachhaltigen Immobilienprojekten
Ressourcenknappheit, demografischer Wandel und zunehmende ökologische Anforderungen stehen beispielhaft für Faktoren, die sich neben vielen weiteren langfristig auf die Zukunftsfähigkeit, den Wert und die Rendite von Immobilien auswirken. In allen Bereichen der Immobilienwirtschaft wird neben neuen gesetzlichen Vorgaben oder sich wandelnden Nutzeranforderungen (Stichwort Barrierefreiheit, Smart home etc.) auch die Umweltverträglichkeit zu einer festen Einflussgröße: Angefangen bei Investitions- über Vermietungs- hin zu Finanzierungsentscheidungen. Die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsorientierung zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen ist längst erkannt und in eine Vielzahl von Standards, z.B. für Zertifizierungsvoraussetzungen, einbezogen worden.

Bei den großen Immobilieninvestoren Europas findet inzwischen Nachhaltigkeit im Sinne von ESG (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) in allen Produktkategorien und Investitionsentscheidungen Berücksichtigung. Es bedeutet verantwortungsbewusstes Anlegen, wobei Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Kriterien gemeinsam mit Risikofaktoren und finanziellen Kennzahlen in einen kontrollierten und strukturierten Anlageprozess einfließen. Die unternehmerische Verantwortung basiert auf drei Säulen: „Fiduciary Duty“, „Intergenerational Responsibility“ und „Active Stewardship“. Risiken und Chancen in den Investitionsentscheidungen werden als treuhänderische Pflicht gegenüber Kunden, Investoren und Aktionären berücksichtigt (Fiduciary duty). Ökologische und soziale Aspekte kommen im Rahmen von Klimaschutz-Maßnahmen zum Tragen (Intergenerational Responsibility) und Verantwortung wird aktiv übernommen – für die nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft (Active stewardship).

Deutsche wollen nachhaltig leben

Für den Wiederverkauf eines Objektes wird die Nachhaltigkeit immer entscheidender
Bis zum Jahr 2050 werden rund sechs von zehn gewerblichen Immobilien über 40 Jahre alt sein. Im Rahmen einer Investitionsplanung für einzelne Objekte ist die Marktgängigkeit zentral, also die Möglichkeit, die Immobilie nach einer gewissen Haltezeit wieder am Markt veräußern zu können. Genau hierin zeigt sich die Abhängigkeit von bereits heute als Standard geltenden ESG-Kriterien, nur dass die Umfänglichkeit dem künftigen „state of the art“ wohl nur noch ansatzweise entspricht. Schon jetzt reicht es nicht mehr aus, Nachhaltigkeit primär auf rein ökologische Anforderungen zu beschränken. Künftig werden bei Neubauten auch Aspekte wie Klimabeständigkeit (Resilienz) von Immobilien stärker in die Planung mit einfließen. Auch die Flexibilität bei der Bauweise und den Baumaterialien sowie die frühzeitige Integration von Maßnahmen zur Erreichung übergeordneter Klimaziele können die  Verlängerung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit einer Immobilie positiv beeinflussen.

Flexibel nutzbare Räume mit Sitz-Steh-Arbeitsplätzen, loungeartigen Pausenbereichen
und aktiven Besprechungsräumen sind hiernach bei der Planung genauso zu berücksichtigen wie die Anpassungsfähigkeit in punkto Deckenhöhe, Raumabmessungen, Möbel etc. Bei Neubauten und Sanierungen relevant ist auch die Umweltverträglichkeit der verwendeten Baustoffe, deren Herstellung und Transport (von der Produktion zur Baustelle) genauso wie eine Vielzahl (technischer) Neuerungen in der Gebäudeausstattung. Insbesondere die Idee so genannter Netto-Nullgebäude erscheint in der Immobilienwirtschaft als zukunftsweisend in punkto Nachhaltigkeit. Nicht nur die Nachfrage nach energieeffizienten Gewerbeimmobilien steigt bei Investoren und Mietern stetig, sondern ebenfalls die Zahl von Benchmarking-Initiativen wie z.B. GRESB (Global Real Estate Sustainability Benchmark). Sie sorgen für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit. Solche Zertifizierungsmaßnahmen machen den Faktor Energieeffizienz zu einem wesentlichen Instrument der Wertschöpfung: Über das Erreichen eines ökologischen Nutzens wird mit Geldeinsparungen eine Werterhöhung von Vermögenswerten erzielt.

GRESBermittelt die Nachhaltigkeitsperformance
Bei den viel beachteten «Principles for Responsible Investment» (PRI) handelt es sich um ein
internationales Investoren-Netzwerk. Alle Unterzeichner verbindet die Verpflichtung zur Umsetzung gemeinsamer Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren und zur jährlichen Veröffentlichung von Transparenzberichten. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das GRESB-Rating als globale Benchmark für die Immobilienwirtschaft. GRESB ist das führende Bewertungssystem zur Messung der Nachhaltigkeitsperformance von Immobilienunternehmen und Immobilienfonds. In der Gewichtung von sieben unterschiedlichen Aspekten entsteht der sogenannte GRESB Score, der wesentlich zur Transparenz der Immobilienwirtschaft in Nachhaltigkeitsfragen beiträgt. Im Jahr 2017 haben über 850 Immobilienunternehmen und Immobilienfonds am GRESB Rating teilgenommen. Diese verwalteten zusammen ein Vermögen von 3,7 Billionen US-Dollar. Bewertet werden nicht etwa das Kapitalmarktumfeld der Immobilienwirtschaft wie bei PRI (Principles for Responsible Investment) oder das Performancepotenzial einzelner Immobilien wie bei LEED oder BREEAM, sondern Fonds und Unternehmen.

Zur Bewertung wird die Nachhaltigkeitsperformance der einzelnen Immobilien abgefragt, um diese dann anschließend auf Portfolioebene zu aggregieren. Neben dem Blick auf die Nachhaltigkeitsverantwortung gegenüber Investoren und Immobiliennutzern gilt es jedoch auch eine Verantwortung als Arbeitgeber der Immobilienbranche zu erfüllen. Fundierte Kompetenz in Nachhaltigkeitsthemen wird nicht nur für die Messbarkeit von Nachhaltigkeit z.B. in Form von Ratings oder Zertifizierungen bedeutsam. Auch das Fondsmanagement muss nachhaltig handeln, Mitarbeiter sind entsprechend zu qualifizieren, Geschäftsprozesse umzustrukturieren oder neue Transparenzrichtlinien in der Berichterstattung umzusetzen.

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Anlagekommentar März 2020 – Das Coronavirus und der jüngste Ölpreisschock sorgen für einen „Schwarzen Montag“ an den Börsen

Anlagetipp

Der heftige Rückschlag in den letzten Wochen an den Aktienmärkten steht im Einklang mit einer raschen Zunahme der Unsicherheiten, nachdem sich Covid-19 außerhalb von China auszubreiten begann. Dazu kommt, dass es seit dem Bekanntwerden des starken Anstiegs von Infizierten in Italien zu einer erheblichen Verschiebung der Wahrnehmung zum Coronavirus gekommen ist. Als weiterer schwerer Auslöser kam das Platzen der OPEC-Verhandlungen über Fördermengen und Preisgestaltung, was einen Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland auslöste. In dessen Zuge sank der Ölpreis auf das Niveau von 2004 und der Ölkrise Anfang der 1980er Jahre. Darüber hinaus impliziert die in den letzten Monaten bis zur Korrektur zu beobachtende Bewertungsexpansion einen zunehmenden Optimismus an den Börsen. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass die Marktreaktion in den letzten Wochen so massiv ausgefallen ist.

Entwicklung der Anlagemärkte
Der März 2020 war ein Börsenmonat, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Es war der schlechteste Börsenmonat seit dem Jahr 2008. Der Einbruch ist der schnellste Crash in der Geschichte. Mit einem Verlust von 32 Prozent in knapp drei Wochen erlebte der deutsche DAX Index das schwärzeste Börsenkapitel in seiner 33-jährigen Geschichte. Nie zuvor stürzte er in so kurzer Zeit so stark ab. Im Einzelnen sah die Performance der großen Weltbörsen im März 2020 wie folgt aus: S&P 500 Index -12,5 Prozent, NASDAQ 100 Index -7,7 Prozent, DAX -16,4 Prozent, Eurostoxx50 Index -16,2 Prozent, FTSE 100 Index -13,9 Prozent, der NIKKEI 225 Index -10,5 Prozent und der MSCI World Index (EUR) -15,2 Prozent.

DAX Entwicklung

Die zentralen Notenbanken haben die Situation nicht auf die leichte Schulter genommen und entschlossen gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE) und die Federal Reserve System (Fed) haben in einer konzertieren Aktion die Finanzmärkte mit Liquidität geflutet um die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie so gut es ging einzudämmen. So hat beispielsweise die Federal Reserve System (Fed) in einer noch nie dagewesenen Aktion ihre Leitzinsen zwei Mal innerhalb eines Monats auf de facto 0 Prozent gesenkt und eine 750 Mrd. US-Dollar Geldspritze für den US-Finanzmarkt bereitgestellt. Problematisch war vor allem die Situation am Rentenmarkt, da untypischer Weise neben den Aktienkursen plötzlich auch die Anleihekurse massiv zu fallen begannen. Es herrschte am Rentenmarkt offensichtlich ein Mangel an Liquidität. Infolge der massiven Intervention der Notenbanken beruhigte sich der Rentenmarkt wieder und auch der Aktienmarkt stabilisierte sich wieder. Zuvor hatte jedoch die Volatilität auf Tagesbasis gerechnet Werte erreicht, die sogar die der Finanzkrise aus dem Jahr 2008 übertrafen. Am deutlichsten sieht man es daran, dass dem größten Tagesverlust in der Börsengeschichte der höchste Tagesanstieg der Börsengeschichte folgte.

Die Ankündigungen der großen Notenbanken, de facto unlimitiert Liquidität bereitzustellen sorgten schließlich doch dafür, dass die Tagesschwankungen letztendlich merklich zurückgingen und so etwas ähnliches wie ein geregelter Börsenverlauf wieder hergestellt werden konnten. Damit sich die Aktienmärkte stabilisieren können, müssen die Unsicherheiten reduziert werden. Entscheidend dafür ist insbesondere ein besseres Verständnis der Natur der Krankheit Covid-19, insbesondere deren globaler Ausbreitung, des Krankheitsverlaufs und der Mortalitätsrate. Auch bleiben die kurzfristigen wirtschaftlichen Trends wichtig, welche auch vom Ausmaß verfügter Einschränkungen beim Konsum und in der Produktion abhängen. Des weiteren gilt es auch die Entwicklung beim Ölpreis, aufgrund der gescheiterten Gespräche der OPEC genauer zu beobachten.

Cloud, Künstliche Intelligenz & Co. kristallisieren sich als Stützen in der Krise heraus
Global gesehen ist der Technologiesektor (IT) eines der wichtigsten Zugpferde der Weltwirtschaft. Auch in der aktuellen Corona-Pandemie ändert sich dies nicht. Ganz im Gegenteil: In und nach der Krise werden neue digitale Lösungen verstärkt nachgefragt. Bei einem Blick auf die Indizes wird das Potential offenkundig: Allein der Nasdaq 100, der viele der US-Technologie-Aktien abbildet, konnte seit Mitte 2008 um mehr als 300 Prozent steigen. Im Vergleich dazu legte der S&P 500 im gleichen Zeitraum nur um knapp 140 Prozent zu. IT umfasst dabei alle Sektoren der Informations-, Kommunikations- und Datenverarbeitung. Derzeit besonders vielversprechend sind unter anderem die Teilbereiche Cloud, Software und Künstliche Intelligenz (KI).

Anders als in früheren Zeiten ist der heutige IT-Sektor geprägt von soliden Bilanzen und starken Cashflows. Dies resultierte in den vergangenen Jahren in steigenden Dividenden und Aktienrückkäufen, was wiederum den Aktionären von IT-Unternehmen zugutekam. Aber nicht nur die Rückflüsse an Aktionäre machen die Aktien so attraktiv, sondern global betrachtet profitieren die IT-Unternehmen von starken Gewinnwachstumsraten. Diese sind größtenteils der voranschreitenden Digitalisierung zu verdanken. Wer nicht mitzieht, bleibt im Wettbewerb schnell auf der Strecke. Unternehmen weltweit haben erkannt, wie wertvoll ihre Daten sind und erhöhen global die Investitionen in Softwarelösungen, Big Data, Künstliche Intelligenz und Cloud Computing.

Die derzeitige Krise ist Beschleuniger der bisherigen Trends
Die Nutzung von Cloud-Diensten ist in den vergange­nen Jahren stark gestiegen, mehr als 70 Prozent aller IT-Services werden inzwischen aus einer Cloud bereit­gestellt. In Zeiten von Home Office, Home Schooling & Co. dürfte sich der Trend zuletzt nochmals verstärkt haben. Täglich benutzen Menschen weltweit bewusst und unbewusst Software. Bei einem Notebook oder PC ist das Betriebssystem genauso eine Software wie die darauf installierten Programme und jegliche Daten, die damit erzeugt werden. Eine der großen Veränderungen der letzten Jahre war die Umstellung auf das Subskriptionsmodell. Hierbei handelt es sich um ein (digitales) Geschäftsmodell, bei dessen Basisform der Anbieter eine definierte Leistung verkauft und der Kunde für deren Nutzung regelmäßig bezahlt. Das Geschäftsmodell ist alt: Zeitungsabon­nements und Vereinsmitgliedschaften sind typische Formen von Subskriptionsmodellen. Die Vorteile dieses Geschäftsmodells sind wiederkehrende Einnahmen, ein stabiler Cashflow und dauerhafte Kundenbindungen. Einige Softwareunternehmen können über 90 Prozent ihrer Umsätze als wiederkehrend verbuchen. Das ist für Investoren gerade in Zeiten interessant, wenn die konjunkturelle Lage ungewiss ist.

Künstliche Intelligenz: Grundstein für Technikstandards von morgen
KI ist in der Lage, selbstständig zu lernen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Damit ist KI zukunftsweisend für viele Sektoren, unter anderem kognitive Assistenten, Robotik, smarte Geräte, automatisierte Analysen, Bildverarbeitung und medizinische Diagnose. Aktuell ist KI noch ein „Nischenthema“, auf das sich nur wenige Unternehmen konzentrieren. KI legt den Grundstein für die Standards der Technik von morgen. Vor allem die USA und China haben im Bereich der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren stark investiert: Die Ausgaben für intelligente Technologien sind von 10 auf 14 Prozent des gesamten IT-Budgets gestiegen.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Angesichts der von Sars-CoV-2 verursachten erheblichen Störungen in der chinesischen Wirtschaft, deren Auswirkungen auf die globalen Lieferketten und den Reiseverkehr sowie erhöhter Unsicherheiten bezüglich der Ausbreitung des Coronavirus in den Industrieländern aktualisieren wir unsere Szenarien der Vormonate. Entscheidend für die Finanzmärkte ist, ob Produktionsunterbrechungen weitgehend auf China beschränkt bleiben oder zum globalen Phänomen werden. Ein Szenario einer raschen Erholung impliziert, dass das Schlimmste in China bald vorbei sein wird und dass sich das Virus nicht in großem Umfang weltweit ausbreitet. Allerdings ist dies eine Hypothese, die durch die aktuelle Nachrichtenlage in Frage gestellt werden muss.

Weiterhin sorgen dennoch Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Ein Virus hat selten eine größere Wirkung an den Finanzmärkten ausgelöst. Inzwischen erreicht die Anzahl der weltweit Infizierten etwa 214.890 Fälle, wovon in Deutschland bisher 12.327 Fälle bestätigt sind (Stand: 18.03.2020, 20:00 Uhr). Es kommen stündlich neue Meldungen hinzu. In der Folge des Ausbruchs des COVID-19 und der folgenden globalen Ausbreitung ausgehend von China kam es zu einer Neubewertung an den Finanzmärkten und in der Bewertung der weiteren Konjunkturaussichten in der Weltwirtschaft.

COVID 19 – Alles in Aufruhr – Eine Bestandsaufnahme!
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen lag der maximale Rückgang des DAX Index ausgehend von den kürzlich markierten Höchstkursen bei ordentlichen 27,6 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sank auf -0,47 Prozent. Gold wertet in der Krisensituation dynamisch um gut 177 Euro ab. Weder der japanische Yen, noch der Schweizer Franken konnten ihrer Krisenrolle am Devisenmarkt gerecht werden. Auch der US-Dollar konnte nicht reüssieren. Der „Safe-Haven-Status“ zog aktuell nicht. Gegen jede Erfahrung wertete der Euro gegenüber den Hauptwährungen auf. Anders ausgedrückt versagten klassische Korrelationen im aktuellen Umfeld in einem Umfang, der als markante Anomalie klassifiziert werden muss. Das primäre Problem, dem die Welt sich ausgesetzt sieht, ist die mit der Pandemie verbundene gefühlte Unsicherheit, in wie weit beispielsweise die globalen Produktionsprozesse in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu den wirtschaftlichen Folgen gibt es auf quantitativer Basis Aussagen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der OECD. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) werden die Einbußen des globalen Wachstums per 2020 bei circa 0,1 – 0,2 Prozent liegen. Am 2. März lieferte die OECD eine revidierte Prognose, die 0,5 Prozent unterhalb der bisherigen Vorhersage lag. Beide Institutionen verwiesen gleichzeitig auf die Risikobehaftung dieser aktuellen Prognosen.

Eintagesverluste Dow Jones Industrial Average

Bei COVID-19 handelt es sich um einen aggressiven Virenstamm, der leicht übertragbar ist. Es gibt gegen das Virus keine Medikamente von der Stange. Impfstoffe sind auf Sicht nicht verfügbar. Die Sterberate ist mit 3,4 Prozent deutlich höher als bei einer herkömmlichen Grippe bei circa 0,1 – 0,2 Prozent. Aktuelle Erfahrungswerte zeigen, dass in 80 Prozent der Fälle der Verlauf der Grippe unkritisch ist. 15 Prozent der Fälle sind problematisch (Lungenentzündung). Die restlichen 5 Prozent sind kritisch. Betroffen sind vor allen Dingen vorerkrankte ältere Personen (Herz- Kreislaufprobleme). Die Sterberate ist aber weitaus geringer als bei SARS mit 9,6 Prozent oder bei MERS mit 37,5 Prozent. China liefert Indikationen über den weiteren möglichen Verlauf. Die Reaktion in Wuhan und der Provinz Hubei, wo das Virus erstmalig in Erscheinung trat, erfolgte spät. Die Provinz Hubei ist das Epizentrum der Erkrankung. Von derzeit 89.198 Infizierten kommen 67.103 aus Hubei. Von den global zu beklagenden 3.048 Todesfällen kommen 2.803 aus der Provinz Hubei. Die Letalitätsrate stellt sich in Hubei auf 4,2 Prozent.

Es wird weder die Welt, noch werden die Finanzmärkte untergehen
Anders ausgedrückt ergaben sich ex Epizentrum bisher 245 Todesfälle bei 22.095 Infektionen auf globaler Ebene. Daraus leitet sich eine Sterberate von circa 1,1 Prozent ab. Das Muster ex-Hubei ist für den größten Teil der Welt hinsichtlich der verfügten Prophylaxe weitaus wahrscheinlicher als das Szenario Hubei. Aber in Ländern, deren öffentliche Ordnung weniger ausgeprägt ist und deren Gesundheitssystem Mängel aufweist (auch USA) sind die Risiken höher. Die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben massive Folgen für Mensch und Wirtschaft. Das soll nicht klein geschrieben werden. Diese Folgen sind jedoch temporärer Natur. Ökonomisch bremsen diese Maßnahmen. Das öffentliche Leben wird eingeschränkt und gestört. Der Konsum geht zurück. Reise- und Messetätigkeit wird minimiert. Lieferketten sind eingeschränkt, mindestens aber bedroht. Die durch diesen exogenen Effekt des Ausbruchs des Coronavirus angerichteten Schäden lassen sich nicht vollständig aufholen. Sie werden aber zu guten Teilen aufgeholt werden.

DAX mit Kurseinbruechen

Das wäre anders, wenn es sich um ein endogenes wirtschaftliches Problem handeln würde. Hier handelt es sich um ein exogenes, ein von außen wirkendes, Problem. Entsprechend wird weder die Welt, noch werden die Finanzmärkte untergehen. 7,7 Milliarden Menschen wollen versorgt sein. Von Seiten der Politik und der Zentralbanken erreichten uns zu Monatsbeginn aufbauende Töne. Die Bereitschaft, unterstützend einzugreifen, ist erkennbar. Konjunkturprogramme, individuelle Programme für betroffene Unternehmen (Deutschland Kurzarbeitergeld) zusätzliche Liquidität und Zinssenkungen sind beschlossene oder auf der Agenda stehende Maßnahmen. Fraglos setzen alle diese Maßnahmen nicht bei der Ursache an. Sie wirken gegen die Symptome.

Die ins Auge gefassten Konjunkturprogramme gekoppelt mit Aufholeffekten bieten makroökonomisch ein solides Wachstumsbild der Weltwirtschaft in der Zukunft. Zu erwartende Zinssenkungen und Liquiditätsmaßnahmen vermindern global den Diskontierungsfaktor für alle anderen Anlageklassen, beispielsweise Aktien oder Immobilien.

Fazit
Die Welt wird nicht an COVID-19 scheitern. Die Frage ist nur, wann der Höhepunkt der Gesundheitskrise durch diese schwere Grippe erreicht ist. Die sich anschließende Frage ist, ab wann der Markt die Potentiale bezüglich der ordentlichen verringerten Bewertung attraktiver Aktiva wahrnehmen wird.

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Anlagekommentar Februar 2020 – Die Corona-Virus-Epidemie trübt die Anlegerstimmung und belastet damit die Kapitalmärkte

Anlagetipp

Durch die sich immer mehr ausbreitende Corona-Virus-Epidemie haben die Aktienmärkte weltweit korrigiert. Das Virus entwickelte sich zunehmend zu einem signifikanten Risikofaktor für die Kapitalmärkte. Bis Mitte Januar 2020 wurden die Auswirkungen der Virusinfektion noch ignoriert, allerdings sorgte der rapide Anstieg der Infizierten und Todesfälle sowie die drastischen Eindämmungsmaßnahmen der chinesischen Regierung dafür, dass die Anleger in der zweiten Monatshälfte im Januar unruhiger wurden. Dieser Trend hat sich im Februar 2020 noch verstärkt, da sich die Corona-Virus-Epidemie weltweit immer rasanter ausbreitet.

Entwicklung der Anlagemärkte
Obwohl China die am heftigsten betroffene Region um die Millionenstadt Wuhan mit fast 50 Millionen Menschen weitgehend abriegelte, waren Ende Januar bereits 213 Tote und fast zehntausend Infizierte zu beklagen. Allerdings zeigten die Vorsichtsmaßnahmen der chinesischen Regierung auch eine Wirkung, denn fast 99 Prozent der Infektionen sind in China aufgetreten. Das beruhigte zwar die Aktienmärkte in den entwickelten Ländern, warf aber gleichzeitig die Frage auf, wie stark der Wachstumseinbruch in China ausfallen würde. Das Minus an den Märkten blieb dadurch erst einmal überschaubar, denn die besseren Konjunkturdaten aus den USA, der Eurozone und China und die Unterzeichnung des chinesischen-amerikanischen Phase-1-Handelsdeals überwogen die „Bären“ am Markt.

DAX Entwicklung

So verlor der S&P 500 Index gerade einmal 0,2 Prozent und die amerikanischen Technologiewerte im NASDAQ 100 Index konnten nach guten Apple-Zahlen um 3,0 Prozent zulegen und verbuchte damit sogar ein neues Rekordhoch. Die Börsen in Europa und Asien waren durch die Virus-Angst stärker betroffen. So gab der Eurostoxx50 Index um -2,8 Prozent, der DAX Index -2,0 Prozent und der britische FTSE 100 Index sogar -3,4 Prozent nach. Auch der japanische NIKKEI 225 Index notierte mit -1,9 Prozent niedriger als im Vormonat. Dagegen waren Chinas Aktienmärkte wegen des Neujahrsfests in der letzten Januarwoche geschlossen, was dafür sorgte, dass die Verluste des SSE Composite Index mit 2,4 Prozent moderat ausfielen. Auch die Konjunkturdaten aus Europa und Asien waren tendenziell schwächer. Frankreichs und Italiens Wirtschaft schrumpfte im letzten Quartal 2019 und drückte das Wachstum im Euroraum auf gerade mal 0,1 Prozent. Dagegen lag Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent noch knapp in positivem Bereich.

Dagegen konnten sichere Staatsanleihen und Gold von der gestiegenen Unsicherheit profitieren. So ging die Rendite der zehnjährigen US-Staatspapiere um 0,41 Prozent kräftig zurück und lag mit 1,51 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit September 2019. Die deutsche zehnjährige Bundesanleihe verzeichnete mit einem Renditerückgang von 0,25 Prozent ebenfalls einen deutliche Kursanstieg. Während die Preise chinasensitiver Rohstoffe wie Öl oder Kupfer prozentual zweistellig gefallen sind, stieg dagegen der Goldpreis um 4,7 Prozent auf ein Siebenjahreshoch. Nach dem man sich über den sehr guten Start ins neue Börsenjahr freuen konnte, schlug der Coronavirus zu und plötzlich waren die Wirtschaftsnachrichten voll mit Meldungen über die möglichen Auswirkungen des Virus auf das globale Wirtschaftswachstum.

Welche Auswirkungen können durch 2019-nCOV (CORONAVIRUS) auf die Anlagemärkte entstehen
Im Rahmen der aktuellen Datenlage kann von einem weiterhin moderaten positiven Ertrag von Aktien und Unternehmensanleihen gerechnet werden. Die Markt-Trends werden allerdings vorerst primär vom Nachrichtenfluss im Zusammenhang mit 2019-nCov (Coronavirus) bestimmt werden. Im Folgenden finden Sie ein paar mögliche Szenarien:

Man sollte zwischen kurz- und mittelfristigen Effekten unterscheiden. Damit mittelfristig von 2019-nCov ein negativer Effekt ausgehen würde, müsste das produktive Potenzial der Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden, d.h. das Virus müsste zu einer hohen Zahl von Todesfällen führen. Aus jetziger Sicht ist ein solches Szenario als wenig realistisch einzuschätzen. Nimmt man beispielsweise die Spanische Grippe von 1918 – 1920 als Vergleich, so wurde damals die Weltbevölkerung um geschätzte 3 Prozent reduziert. Allerdings waren zu jener Zeit weder Viren identifiziert, noch standen Tests zur Verfügung und es fehlte ein wesentliches Verständnis zu Ansteckungsmechanismen.

Für eine Volkswirtschaft können Epidemien kurzfristig zu einer Belastung werden. Ein Beispiel dafür ist der Anfang 2003 aufgetretene SARS-Virus, was damals zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führte. Da wesentliche Teile der chinesischen Wirtschaft derzeit lahmgelegt sind, wird die Wirtschaftsleistung dort im laufenden Quartal sehr schwach ausfallen. Auch die Weltwirtschaft wird durch die Störungen der Lieferketten und eine reduzierte Reisetätigkeit chinesischer Touristen belastet. Demgegenüber führt das abklingen einer Epidemie zu einer raschen Erholung der Wirtschaft, da viele der zuvor aufgeschobenen Käufe nachgeholt werden oder bestimmte Produkte wieder in ausreichenden Masse zur Verfügung stehen.

Aufgrund der Ende Januar erkennbaren Merkmale von 2019-nCov, der Verfügbarkeit von Tests und der Tatsache, dass die Gesundheitssysteme weltweit in Alarmbereitschaft und vorbereitet sind, sollte das Coronavirus keine lange anhaltenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre dann gegeben, wenn auch außerhalb von China, hauptsächlich in Europa und den USA, die wirtschaftliche Aktivität merklich eingeschränkt würde. In diesem Fall könnten die Finanzmärkte vergleichsweise stark in Mitleidenschaft gezogen werden und die Notenbanken würden zu Stimulierungsmaßnahmen greifen. Beispielsweise hätte besonders die amerikanische Federal Reserve System (Fed) genügend Spielraum die Zinsen deutlich senken. So wäre eine V-förmige Erholung von Wirtschaft und Finanzmärkten – wenngleich verzögert – auch in diesem Fall wahrscheinlich.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale mit Warnhinweisen eher auf dem Rückzug. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum sich langsam wieder stabilisiert. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre demgegenüber charakterisiert durch eine langsame konjunkturelle Aufhellung in China und in den USA.
Allerdings wird das Coronavirus kurzfristig eher für eine gegensätzliche Richtung sorgen, so dass die Fortschritte im Handelskonflikt erst einmal nicht zur Geltung kommen werden.

Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch Teileinigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen weiter an der geopolitischen Lage und nun zusätzlich der weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend weiter untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und sich die Marktstimmung langsam aufhellt.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

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Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Geldanlagen im 4. Quartal 2019 – Das Jahr 2019 war ein Feuerwerk an den Börsen

Kursschwankungen

Für Geldanleger war das Jahr 2019 so positiv wie selten zuvor. Auch wenn es zwischenzeitlich zu kurzzeitigen Turbulenzen kam, haben die Anlagemärkte deutliche Gewinne verzeichnen können. Positiv stimmt insbesondere, dass sich die Märkte nicht durch politische Unruhen, wie beispielsweise dem Handelsstreit zwischen der USA und China oder dem Brexit nicht nachhaltig haben beeinflussen lassen. Das Jahr 2019 war somit ein starkes Börsenjahr. Auf der Seite der großen Flops ist so gut wie nichts zu sehen. Bis auf Erdgas oder Stahl im Rohstoffbereich gab es wenig Verlierer auf dem Börsenparkett.

Ein Feuerwerk brennt ab
25,3 Prozent: Das ist der stolze Zuwachs, den der DAX Index den Anlegern beschert hat. Und auch andere Märkte liegen auf der gleichen Linie. Der US-amerikanische S&P 500 Index beispielsweise liegt sogar bei satten 28,9 Prozent. Dieses Bild zeigt sich auch an anderen Märkten. Der japanische NIKKEI 225 Index legte mit über 18 Prozent ebenfalls deutlich zu. Auch der isolierte Blick auf das vierte Quartal zeigt, wie stark die Dynamik an den Börsen war. Allein in den letzten drei Monaten legte beispielsweise der DAX Index um mehr als 6 Prozent zu und reiht sich so in die Liste der erfolgreichen Börsen ein.

Ausgewählte Märkte im Überblick

Verluste aus 2018 wettgemacht
Der Jahresrückblick belegt: 2019 war ein mehr als erfolgreiches Jahr für Anleger. Doch was sind die Gründe dafür?

  • Erstens: 2018 war insbesondere im vierten Quartal geprägt von starken Kursrückgängen. Ausgehend von diesen teils massiven Verlusten entstand eine gute Ausgangslage für 2019.
  • Zweitens: Eine genauere Analyse der Kursverluste im vierten Quartal 2018 zeigt, dass diese politisch getrieben waren. Brexit, Handelsstreit USA und China oder die Situation in Italien – das sind nur die wichtigsten Beispiele die zur negativen Übertreibung an den Börsen geführt haben.

Die tatsächliche Situation auf der realwirtschaftlichen Seite rechtfertigte diese massiven Rückgänge nicht. Folgerichtig haben sich die Börsen seit Beginn des Jahres 2020 erholt. Mehr noch: Die Verluste wurden überkompensiert. Pessimisten die für 2020 ein extrem schweres Jahr vorhersagten wurden eines Besseren belehrt.

Federal Reserve System (Fed): „Sehr gute Wirtschaftslage!“
Besonders positiv zu werten ist der Umstand, dass die Märkte eines deutlich gezeigt haben: Sie haben sich in 2019 zum großen Teil von den politischen Rahmenbedingungen emanzipieren können. Der Grund dafür ist einfach. Sowohl beim Brexit als auch beim Handelskonflikt wurden die Kriegstrompeten lauter geblasen als notwendig. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hingegen waren nach wie vor intakt, zumal es auf beiden Gebieten insbesondere im zweiten Halbjahr Fortschritte bzw. Anzeichen für eine Lösung gab. Wie gut die Rahmenbedingungen in Wirklichkeit sind, erläuterte die amerikanische Notenbank Federal Reserve System (Fed). Auf der Pressekonferenz am 11. Dezember 2019 lenkte Fed-Chef Jerome Powell das Augenmerk auf die sehr gute Wirtschaftslage des weltweit wichtigsten Marktes. Stabiles Wachstum und florierender Arbeitsmarkt – das sind nur zwei Parameter, die Powell in seiner Präsentation ansprach.

Sein Fazit: Der Leitzins bleibt im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent. Zuvor hatte die Federal Reserve System (Fed) dreimal hintereinander den Leitzins jeweils um 25 Basispunkte gesenkt, um eine Abkühlung der US-Wirtschaft zu verhindern und einen Puffer für den Fall einer Zuspitzung des Handelskrieges mit China aufzubauen. Eine Rezession der US-Wirtschaft sei äußerst unwahrscheinlich, das Wachstum überzeugend.

Europäische Zentralbank (EZB): Wenig Spielraum für neue Chefin
Ob der Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas an der Niedrigzinspolitik ändern wird, bleibt zwar abzuwarten. Fakt ist aber, dass die neue Chefin Christine Lagarde nur wenig Spielraum hat. Zwar ist die Wirtschaftslage in der EU nicht schlecht. Aber die Inflationsrate verharrt auf unerwünscht niedrigem Niveau und die Meinungsverschiedenheiten mit dem Handelspartner USA nehmen stetig zu. Folgerichtig sehen Experten hier eine Zunahme des sogenannten „Quantitative Easing“ sowie ein Festhalten an niedrigen Zinsen. Lagarde ist sich bewusst: Ihre Arbeit ist stark geprägt durch Brüssel und andere europäische Hauptstädte.

Entwicklung Goldpreis

Bei den Rohstoffen gibt es in 2019 bei Gold und Erdöl starke Zuwächse
Das vierte Quartal bescherte auch den meisten Rohstoffen einen Zugewinn. Der Preis für Erdöl (Sorte Brent) stieg von unter 60 USD auf aktuell knapp 67 USD. Gold konnte mit knapp 3 Prozent ebenfalls zulegen. Interessant ist hier aber der Blick auf das gesamte Jahr 2019: Erdöl legte um satte 27 Prozent zu. Der Goldpreis stieg um rund 19 Prozent. Primär erfolgte der Zuwachs im dritten Quartal, als die Verunsicherungen an den Märkten kurzzeitig zuzunehmen schienen.

Fazit
2019 war ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr für Anleger. Im Gegensatz zu Haussephasen in der Historie sehen wir aktuell eine intakte wirtschaftliche Situation. Was bedeutet das für Anleger? Die Weltwirtschaft hat noch ausreichend Wachstumsdynamik, um im Jahr 2020 zumindest moderat und ohne Rezession zu wachsen. Und noch eine gute Nachricht: Die Börsen haben verstanden, dass politische Querelen nichts an der ökonomischen Situation ändern, und die ist derzeit – global gesehen – gut. Deshalb bleibt die bisherige Aussage weiter bestehen: Ein sinnvoll diversifiziertes Portfolio ist die beste Grundlage für 2020. Qualitätsaktien sowie Dividendentitel werden auch in den nächsten Quartalen zu den bevorzugten Anlagen gehören – unabhängig von politischen Kurzzeitausfällen.

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