Nachhaltige Immobilientrends – Bauen ohne Abfall: Cradle to Cradle in der Immobilienbranche

Im Herbst, wenn die Blätter der Bäume sich verfärben und auf den Boden fallen, wird deutlich, dass
es so etwas wie Abfall und Verschwendung in der Natur nicht gibt. Denn der aus den Blättern
entstehende Humus dient als Nahrung für andere Organismen, was wiederum im Frühling dabei hilft,
neue Blätter entstehen zu lassen. Dieser Kreislauf ist das Vorbild für das Prinzip des “Cradle to
Cradle”. Angelehnt an die Kreisläufe in der Natur entwarfen der deutsche Chemiker Michael Braungart und der US-amerikanische Architekt William McDonough in den 90er Jahren das Prinzip des Cradle to
Cradle . Dieses wird oft als “C2C” abgekürzt und kann als „vom Ursprung zum Ursprung“ übersetzt
werden.

C2C ist die Vision für Abfallfreiheit
Dabei werden Cradle to Cradle-Produkte bereits bei der Entstehung so konzipiert, dass eine
Wiederverwertbarkeit gewährleistet wird. Anders als beim Recycling sollen Materialien ohne
Qualitätsverlust immer wieder für dieselbe Ware wiederverwendet werden: Aus einem Teppich
entsteht erneut ein Teppich und aus dem Holz eines Hauses ein neues Haus. C2C ist die Vision einer abfallfreien Wirtschaft, bei der auch soziale Gerechtigkeit bei der Rohstoffgewinnung eine zentrale Rolle spielt. So wird auch die soziale Seite geprüft. Insgesamt erhofft man sich also durch diesen Ansatz, dass keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien mehr verwendet werden und dass alle Stoffe dauerhaft Nährstoffe für natürliche Kreisläufe oder geschlossene technische Kreisläufe sind.

Sich wandelnde Nutzerpräferenzen, stetig steigende technische Anforderungen oder
voranschreitender Innovationsdruck sorgen dafür, dass sich Immobilienlebenszyklen immer mehr
verkürzen. Da die Immobilienbranche einen erheblichen Anteil an den gesamten nationalen
CO2-Emissionen verursacht, wird die Zukunftsfähigkeit verstärkt an der Berücksichtigung von
Trends bemessen, die die wirtschaftliche Nutzbarkeit von Immobilien verlängern.

Standards und Zertifizierungen von nachhaltigen Immobilienprojekten
Ressourcenknappheit, demografischer Wandel und zunehmende ökologische Anforderungen stehen
beispielhaft für Faktoren, die sich neben vielen weiteren langfristig auf die Zukunftsfähigkeit, den
Wert und die Rendite von Immobilien auswirken. In allen Bereichen der Immobilienwirtschaft wird
neben neuen gesetzlichen Vorgaben oder sich wandelnden Nutzeranforderungen (Stichwort
Barrierefreiheit, Smart home etc.) auch die Umweltverträglichkeit zu einer festen Einflussgröße:
Angefangen bei Investitions- über Vermietungs- hin zu Finanzierungsentscheidungen. Die
Notwendigkeit einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsorientierung zur Sicherung von
Wettbewerbsvorteilen ist längst erkannt und in eine Vielzahl von Standards, z.B. für
Zertifizierungsvoraussetzungen, einbezogen worden.

Bei den großen Immobilieninvestoren Europas findet inzwischen Nachhaltigkeit im Sinne von ESG
(Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) in allen Produktkategorien und
Investitionsentscheidungen Berücksichtigung. Es bedeutet verantwortungsbewusstes Anlegen,
wobei Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Kriterien gemeinsam mit Risikofaktoren und
finanziellen Kennzahlen in einen kontrollierten und strukturierten Anlageprozess einfließen. Die
unternehmerische Verantwortung basiert auf drei Säulen: „Fiduciary Duty“, „Intergenerational
Responsibility“ und „Active Stewardship“. Risiken und Chancen in den Investitionsentscheidungen
werden als treuhänderische Pflicht gegenüber Kunden, Investoren und Aktionären berücksichtigt (Fiduciary duty). Ökologische und soziale Aspekte kommen im Rahmen von
Klimaschutz-Maßnahmen zum Tragen (Intergenerational Responsibility) und Verantwortung wird
aktiv übernommen – für die nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft (Active
stewardship).

Deutsche wollen nachhaltig leben

Für den Wiederverkauf eines Objektes wird die Nachhaltigkeit immer entscheidender
Bis zum Jahr 2050 werden rund sechs von zehn gewerblichen Immobilien über 40 Jahre alt sein. Im
Rahmen einer Investitionsplanung für einzelne Objekte ist die Marktgängigkeit zentral, also die
Möglichkeit, die Immobilie nach einer gewissen Haltezeit wieder am Markt veräußern zu können.
Genau hierin zeigt sich die Abhängigkeit von bereits heute als Standard geltenden ESG-Kriterien, nur
dass die Umfänglichkeit dem künftigen „state of the art“ wohl nur noch ansatzweise entspricht.
Schon jetzt reicht es nicht mehr aus, Nachhaltigkeit primär auf rein ökologische Anforderungen zu
beschränken. Künftig werden bei Neubauten auch Aspekte wie Klimabeständigkeit (Resilienz) von
Immobilien stärker in die Planung mit einfließen. Auch die Flexibilität bei der Bauweise und den
Baumaterialien sowie die frühzeitige Integration von Maßnahmen zur Erreichung übergeordneter
Klimaziele können die Verlängerung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit einer Immobilie positiv
beeinflussen.

Flexibel nutzbare Räume mit Sitz-Steh-Arbeitsplätzen, loungeartigen Pausenbereichen
und aktiven Besprechungsräumen sind hiernach bei der Planung genauso zu berücksichtigen wie die Anpassungsfähigkeit in punkto Deckenhöhe, Raumabmessungen, Möbel etc. Bei Neubauten und
Sanierungen relevant ist auch die Umweltverträglichkeit der verwendeten Baustoffe, deren
Herstellung und Transport (von der Produktion zur Baustelle) genauso wie eine Vielzahl (technischer)
Neuerungen in der Gebäudeausstattung. Insbesondere die Idee so genannter Netto-Nullgebäude
erscheint in der Immobilienwirtschaft als zukunftsweisend in punkto Nachhaltigkeit.
Nicht nur die Nachfrage nach energieeffizienten Gewerbeimmobilien steigt bei Investoren und
Mietern stetig, sondern ebenfalls die Zahl von Benchmarking-Initiativen wie z.B. GRESB (Global Real
Estate Sustainability Benchmark). Sie sorgen für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit. Solche
Zertifizierungsmaßnahmen machen den Faktor Energieeffizienz zu einem wesentlichen Instrument
der Wertschöpfung: Über das Erreichen eines ökologischen Nutzens wird mit Geldeinsparungen eine
Werterhöhung von Vermögenswerten erzielt.

GRESBermittelt die Nachhaltigkeitsperformance
Bei den viel beachteten «Principles for Responsible Investment» (PRI) handelt es sich um ein
internationales Investoren-Netzwerk. Alle Unterzeichner verbindet die Verpflichtung zur Umsetzung
gemeinsamer Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren und zur jährlichen
Veröffentlichung von Transparenzberichten. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das GRESB-Rating als
globale Benchmark für die Immobilienwirtschaft. GRESB ist das führende Bewertungssystem zur
Messung der Nachhaltigkeitsperformance von Immobilienunternehmen und Immobilienfonds. In der
Gewichtung von sieben unterschiedlichen Aspekten entsteht der sogenannte GRESB Score, der
wesentlich zur Transparenz der Immobilienwirtschaft in Nachhaltigkeitsfragen beiträgt.
Im Jahr 2017 haben über 850 Immobilienunternehmen und Immobilienfonds am GRESB Rating
teilgenommen. Diese verwalteten zusammen ein Vermögen von 3,7 Billionen US-Dollar. Bewertet
werden nicht etwa das Kapitalmarktumfeld der Immobilienwirtschaft wie bei PRI (Principles for
Responsible Investment) oder das Performancepotenzial einzelner Immobilien wie bei LEED oder
BREEAM, sondern Fonds und Unternehmen.

Zur Bewertung wird die Nachhaltigkeitsperformance der einzelnen Immobilien abgefragt, um diese dann anschließend auf Portfolioebene zu aggregieren. Neben dem Blick auf die Nachhaltigkeitsverantwortung gegenüber Investoren und Immobiliennutzern gilt es jedoch auch eine Verantwortung als Arbeitgeber der Immobilienbranche zu erfüllen. Fundierte Kompetenz in Nachhaltigkeitsthemen wird nicht nur für die Messbarkeit von Nachhaltigkeit z.B. in Form von Ratings oder Zertifizierungen bedeutsam. Auch das
Fondsmanagement muss nachhaltig handeln, Mitarbeiter sind entsprechend zu qualifizieren,
Geschäftsprozesse umzustrukturieren oder neue Transparenzrichtlinien in der Berichterstattung
umzusetzen.

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Der Coronavirus und die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte

Gewinne und Verlusste Geldanlage

Ein Virus hat selten eine größere Wirkung an den Finanzmärkten ausgelöst. Inzwischen erreicht die Anzahl der weltweit Infizierten etwa 214.890 Fälle, wovon in Deutschland bisher 12.327 Fälle bestätigt sind (Stand: 18.03.2020, 20:00 Uhr). Es kommen stündlich neue Meldungen hinzu. In der Folge des Ausbruchs des COVID-19 und der folgenden globalen Ausbreitung ausgehend von China kam es zu einer Neubewertung an den Finanzmärkten und in der Bewertung der weiteren Konjunkturaussichten in der Weltwirtschaft.

COVID 19 – Alles in Aufruhr – Eine Bestandsaufnahme!
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen lag der maximale Rückgang des DAX Index ausgehend von den kürzlich markierten Höchstkursen bei ordentlichen 27,6 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sank auf -0,47 Prozent. Gold wertet in der Krisensituation dynamisch um gut 177 Euro ab. Weder der japanische Yen, noch der Schweizer Franken konnten ihrer Krisenrolle am Devisenmarkt gerecht werden. Auch der US-Dollar konnte nicht reüssieren. Der „Safe-Haven-Status“ zog aktuell nicht. Gegen jede Erfahrung wertete der Euro gegenüber den Hauptwährungen auf. Anders ausgedrückt versagten klassische Korrelationen im aktuellen Umfeld in einem Umfang, der als markante Anomalie klassifiziert werden muss. Das primäre Problem, dem die Welt sich ausgesetzt sieht, ist die mit der Pandemie verbundene gefühlte Unsicherheit, in wie weit beispielsweise die globalen Produktionsprozesse in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu den wirtschaftlichen Folgen gibt es auf quantitativer Basis Aussagen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der OECD. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) werden die Einbußen des globalen Wachstums per 2020 bei circa 0,1 – 0,2 Prozent liegen. Am 2. März lieferte die OECD eine revidierte Prognose, die 0,5 Prozent unterhalb der bisherigen Vorhersage lag. Beide Institutionen verwiesen gleichzeitig auf die Risikobehaftung dieser aktuellen Prognosen.

Eintagesverluste Dow Jones Industrial Average

Bei COVID-19 handelt es sich um einen aggressiven Virenstamm, der leicht übertragbar ist. Es gibt gegen das Virus keine Medikamente von der Stange. Impfstoffe sind auf Sicht nicht verfügbar. Die Sterberate ist mit 3,4 Prozent deutlich höher als bei einer herkömmlichen Grippe bei circa 0,1 – 0,2 Prozent. Aktuelle Erfahrungswerte zeigen, dass in 80 Prozent der Fälle der Verlauf der Grippe unkritisch ist. 15 Prozent der Fälle sind problematisch (Lungenentzündung). Die restlichen 5 Prozent sind kritisch. Betroffen sind vor allen Dingen vorerkrankte ältere Personen (Herz- Kreislaufprobleme). Die Sterberate ist aber weitaus geringer als bei SARS mit 9,6 Prozent oder bei MERS mit 37,5 Prozent. China liefert Indikationen über den weiteren möglichen Verlauf. Die Reaktion in Wuhan und der Provinz Hubei, wo das Virus erstmalig in Erscheinung trat, erfolgte spät. Die Provinz Hubei ist das Epizentrum der Erkrankung. Von derzeit 89.198 Infizierten kommen 67.103 aus Hubei. Von den global zu beklagenden 3.048 Todesfällen kommen 2.803 aus der Provinz Hubei. Die Letalitätsrate stellt sich in Hubei auf 4,2 Prozent.

Es wird weder die Welt, noch werden die Finanzmärkte untergehen
Anders ausgedrückt ergaben sich ex Epizentrum bisher 245 Todesfälle bei 22.095 Infektionen auf globaler Ebene. Daraus leitet sich eine Sterberate von circa 1,1 Prozent ab. Das Muster ex-Hubei ist für den größten Teil der Welt hinsichtlich der verfügten Prophylaxe weitaus wahrscheinlicher als das Szenario Hubei. Aber in Ländern, deren öffentliche Ordnung weniger ausgeprägt ist und deren Gesundheitssystem Mängel aufweist (auch USA) sind die Risiken höher. Die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben massive Folgen für Mensch und Wirtschaft. Das soll nicht klein geschrieben werden. Diese Folgen sind jedoch temporärer Natur. Ökonomisch bremsen diese Maßnahmen. Das öffentliche Leben wird eingeschränkt und gestört. Der Konsum geht zurück. Reise- und Messetätigkeit wird minimiert. Lieferketten sind eingeschränkt, mindestens aber bedroht. Die durch diesen exogenen Effekt des Ausbruchs des Coronavirus angerichteten Schäden lassen sich nicht vollständig aufholen. Sie werden aber zu guten Teilen aufgeholt werden.

DAX mit Kurseinbruechen

Das wäre anders, wenn es sich um ein endogenes wirtschaftliches Problem handeln würde. Hier handelt es sich um ein exogenes, ein von außen wirkendes, Problem. Entsprechend wird weder die Welt, noch werden die Finanzmärkte untergehen. 7,7 Milliarden Menschen wollen versorgt sein. Von Seiten der Politik und der Zentralbanken erreichten uns zu Monatsbeginn aufbauende Töne. Die Bereitschaft, unterstützend einzugreifen, ist erkennbar. Konjunkturprogramme, individuelle Programme für betroffene Unternehmen (Deutschland Kurzarbeitergeld) zusätzliche Liquidität und Zinssenkungen sind beschlossene oder auf der Agenda stehende Maßnahmen. Fraglos setzen alle diese Maßnahmen nicht bei der Ursache an. Sie wirken gegen die Symptome.

Die ins Auge gefassten Konjunkturprogramme gekoppelt mit Aufholeffekten bieten makroökonomisch ein solides Wachstumsbild der Weltwirtschaft in der Zukunft. Zu erwartende Zinssenkungen und Liquiditätsmaßnahmen vermindern global den Diskontierungsfaktor für alle anderen Anlageklassen, beispielsweise Aktien oder Immobilien.

Fazit
Die Welt wird nicht an COVID-19 scheitern. Die Frage ist nur, wann der Höhepunkt der Gesundheitskrise durch diese schwere Grippe erreicht ist. Die sich anschließende Frage ist, ab wann der Markt die Potentiale bezüglich der ordentlichen verringerten Bewertung attraktiver Aktiva wahrnehmen wird.

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Anlagekommentar Februar 2020 – Die Corona-Virus-Epidemie trübt die Anlegerstimmung und belastet damit die Kapitalmärkte

Anlagetipp

Durch die sich immer mehr ausbreitende Corona-Virus-Epidemie haben die Aktienmärkte weltweit korrigiert. Das Virus entwickelte sich zunehmend zu einem signifikanten Risikofaktor für die Kapitalmärkte. Bis Mitte Januar 2020 wurden die Auswirkungen der Virusinfektion noch ignoriert, allerdings sorgte der rapide Anstieg der Infizierten und Todesfälle sowie die drastischen Eindämmungsmaßnahmen der chinesischen Regierung dafür, dass die Anleger in der zweiten Monatshälfte im Januar unruhiger wurden. Dieser Trend hat sich im Februar 2020 noch verstärkt, da sich die Corona-Virus-Epidemie weltweit immer rasanter ausbreitet.

Entwicklung der Anlagemärkte
Obwohl China die am heftigsten betroffene Region um die Millionenstadt Wuhan mit fast 50 Millionen Menschen weitgehend abriegelte, waren Ende Januar bereits 213 Tote und fast zehntausend Infizierte zu beklagen. Allerdings zeigten die Vorsichtsmaßnahmen der chinesischen Regierung auch eine Wirkung, denn fast 99 Prozent der Infektionen sind in China aufgetreten. Das beruhigte zwar die Aktienmärkte in den entwickelten Ländern, warf aber gleichzeitig die Frage auf, wie stark der Wachstumseinbruch in China ausfallen würde. Das Minus an den Märkten blieb dadurch erst einmal überschaubar, denn die besseren Konjunkturdaten aus den USA, der Eurozone und China und die Unterzeichnung des chinesischen-amerikanischen Phase-1-Handelsdeals überwogen die „Bären“ am Markt.

DAX Entwicklung

So verlor der S&P 500 Index gerade einmal 0,2 Prozent und die amerikanischen Technologiewerte im NASDAQ 100 Index konnten nach guten Apple-Zahlen um 3,0 Prozent zulegen und verbuchte damit sogar ein neues Rekordhoch. Die Börsen in Europa und Asien waren durch die Virus-Angst stärker betroffen. So gab der Eurostoxx50 Index um -2,8 Prozent, der DAX Index -2,0 Prozent und der britische FTSE 100 Index sogar -3,4 Prozent nach. Auch der japanische NIKKEI 225 Index notierte mit -1,9 Prozent niedriger als im Vormonat. Dagegen waren Chinas Aktienmärkte wegen des Neujahrsfests in der letzten Januarwoche geschlossen, was dafür sorgte, dass die Verluste des SSE Composite Index mit 2,4 Prozent moderat ausfielen. Auch die Konjunkturdaten aus Europa und Asien waren tendenziell schwächer. Frankreichs und Italiens Wirtschaft schrumpfte im letzten Quartal 2019 und drückte das Wachstum im Euroraum auf gerade mal 0,1 Prozent. Dagegen lag Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent noch knapp in positivem Bereich.

Dagegen konnten sichere Staatsanleihen und Gold von der gestiegenen Unsicherheit profitieren. So ging die Rendite der zehnjährigen US-Staatspapiere um 0,41 Prozent kräftig zurück und lag mit 1,51 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit September 2019. Die deutsche zehnjährige Bundesanleihe verzeichnete mit einem Renditerückgang von 0,25 Prozent ebenfalls einen deutliche Kursanstieg. Während die Preise chinasensitiver Rohstoffe wie Öl oder Kupfer prozentual zweistellig gefallen sind, stieg dagegen der Goldpreis um 4,7 Prozent auf ein Siebenjahreshoch. Nach dem man sich über den sehr guten Start ins neue Börsenjahr freuen konnte, schlug der Coronavirus zu und plötzlich waren die Wirtschaftsnachrichten voll mit Meldungen über die möglichen Auswirkungen des Virus auf das globale Wirtschaftswachstum.

Welche Auswirkungen können durch 2019-nCOV (CORONAVIRUS) auf die Anlagemärkte entstehen
Im Rahmen der aktuellen Datenlage kann von einem weiterhin moderaten positiven Ertrag von Aktien und Unternehmensanleihen gerechnet werden. Die Markt-Trends werden allerdings vorerst primär vom Nachrichtenfluss im Zusammenhang mit 2019-nCov (Coronavirus) bestimmt werden. Im Folgenden finden Sie ein paar mögliche Szenarien:

Man sollte zwischen kurz- und mittelfristigen Effekten unterscheiden. Damit mittelfristig von 2019-nCov ein negativer Effekt ausgehen würde, müsste das produktive Potenzial der Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden, d.h. das Virus müsste zu einer hohen Zahl von Todesfällen führen. Aus jetziger Sicht ist ein solches Szenario als wenig realistisch einzuschätzen. Nimmt man beispielsweise die Spanische Grippe von 1918 – 1920 als Vergleich, so wurde damals die Weltbevölkerung um geschätzte 3 Prozent reduziert. Allerdings waren zu jener Zeit weder Viren identifiziert, noch standen Tests zur Verfügung und es fehlte ein wesentliches Verständnis zu Ansteckungsmechanismen.

Für eine Volkswirtschaft können Epidemien kurzfristig zu einer Belastung werden. Ein Beispiel dafür ist der Anfang 2003 aufgetretene SARS-Virus, was damals zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führte. Da wesentliche Teile der chinesischen Wirtschaft derzeit lahmgelegt sind, wird die Wirtschaftsleistung dort im laufenden Quartal sehr schwach ausfallen. Auch die Weltwirtschaft wird durch die Störungen der Lieferketten und eine reduzierte Reisetätigkeit chinesischer Touristen belastet. Demgegenüber führt das abklingen einer Epidemie zu einer raschen Erholung der Wirtschaft, da viele der zuvor aufgeschobenen Käufe nachgeholt werden oder bestimmte Produkte wieder in ausreichenden Masse zur Verfügung stehen.

Aufgrund der Ende Januar erkennbaren Merkmale von 2019-nCov, der Verfügbarkeit von Tests und der Tatsache, dass die Gesundheitssysteme weltweit in Alarmbereitschaft und vorbereitet sind, sollte das Coronavirus keine lange anhaltenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre dann gegeben, wenn auch außerhalb von China, hauptsächlich in Europa und den USA, die wirtschaftliche Aktivität merklich eingeschränkt würde. In diesem Fall könnten die Finanzmärkte vergleichsweise stark in Mitleidenschaft gezogen werden und die Notenbanken würden zu Stimulierungsmaßnahmen greifen. Beispielsweise hätte besonders die amerikanische Federal Reserve System (Fed) genügend Spielraum die Zinsen deutlich senken. So wäre eine V-förmige Erholung von Wirtschaft und Finanzmärkten – wenngleich verzögert – auch in diesem Fall wahrscheinlich.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale mit Warnhinweisen eher auf dem Rückzug. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum sich langsam wieder stabilisiert. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre demgegenüber charakterisiert durch eine langsame konjunkturelle Aufhellung in China und in den USA.
Allerdings wird das Coronavirus kurzfristig eher für eine gegensätzliche Richtung sorgen, so dass die Fortschritte im Handelskonflikt erst einmal nicht zur Geltung kommen werden.

Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch Teileinigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen weiter an der geopolitischen Lage und nun zusätzlich der weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend weiter untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und sich die Marktstimmung langsam aufhellt.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Geldanlagen im 4. Quartal 2019 – Das Jahr 2019 war ein Feuerwerk an den Börsen

Anlageideen

Für Geldanleger war das Jahr 2019 so positiv wie selten zuvor. Auch wenn es zwischenzeitlich zu kurzzeitigen Turbulenzen kam, haben die Anlagemärkte deutliche Gewinne verzeichnen können. Positiv stimmt insbesondere, dass sich die Märkte nicht durch politische Unruhen, wie beispielsweise dem Handelsstreit zwischen der USA und China oder dem Brexit nicht nachhaltig haben beeinflussen lassen. Das Jahr 2019 war somit ein starkes Börsenjahr. Auf der Seite der großen Flops ist so gut wie nichts zu sehen. Bis auf Erdgas oder Stahl im Rohstoffbereich gab es wenig Verlierer auf dem Börsenparkett.

Ein Feuerwerk brennt ab
25,3 Prozent: Das ist der stolze Zuwachs, den der DAX Index den Anlegern beschert hat. Und auch andere Märkte liegen auf der gleichen Linie. Der US-amerikanische S&P 500 Index beispielsweise liegt sogar bei satten 28,9 Prozent. Dieses Bild zeigt sich auch an anderen Märkten. Der japanische NIKKEI 225 Index legte mit über 18 Prozent ebenfalls deutlich zu. Auch der isolierte Blick auf das vierte Quartal zeigt, wie stark die Dynamik an den Börsen war. Allein in den letzten drei Monaten legte beispielsweise der DAX Index um mehr als 6 Prozent zu und reiht sich so in die Liste der erfolgreichen Börsen ein.

Ausgewählte Märkte im Überblick

Verluste aus 2018 wettgemacht
Der Jahresrückblick belegt: 2019 war ein mehr als erfolgreiches Jahr für Anleger. Doch was sind die Gründe dafür?

  • Erstens: 2018 war insbesondere im vierten Quartal geprägt von starken Kursrückgängen. Ausgehend von diesen teils massiven Verlusten entstand eine gute Ausgangslage für 2019.
  • Zweitens: Eine genauere Analyse der Kursverluste im vierten Quartal 2018 zeigt, dass diese politisch getrieben waren. Brexit, Handelsstreit USA und China oder die Situation in Italien – das sind nur die wichtigsten Beispiele die zur negativen Übertreibung an den Börsen geführt haben.

Die tatsächliche Situation auf der realwirtschaftlichen Seite rechtfertigte diese massiven Rückgänge nicht. Folgerichtig haben sich die Börsen seit Beginn des Jahres 2020 erholt. Mehr noch: Die Verluste wurden überkompensiert. Pessimisten die für 2020 ein extrem schweres Jahr vorhersagten wurden eines Besseren belehrt.

Federal Reserve System (Fed): „Sehr gute Wirtschaftslage!“
Besonders positiv zu werten ist der Umstand, dass die Märkte eines deutlich gezeigt haben: Sie haben sich in 2019 zum großen Teil von den politischen Rahmenbedingungen emanzipieren können. Der Grund dafür ist einfach. Sowohl beim Brexit als auch beim Handelskonflikt wurden die Kriegstrompeten lauter geblasen als notwendig. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hingegen waren nach wie vor intakt, zumal es auf beiden Gebieten insbesondere im zweiten Halbjahr Fortschritte bzw. Anzeichen für eine Lösung gab. Wie gut die Rahmenbedingungen in Wirklichkeit sind, erläuterte die amerikanische Notenbank Federal Reserve System (Fed). Auf der Pressekonferenz am 11. Dezember 2019 lenkte Fed-Chef Jerome Powell das Augenmerk auf die sehr gute Wirtschaftslage des weltweit wichtigsten Marktes. Stabiles Wachstum und florierender Arbeitsmarkt – das sind nur zwei Parameter, die Powell in seiner Präsentation ansprach.

Sein Fazit: Der Leitzins bleibt im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent. Zuvor hatte die Federal Reserve System (Fed) dreimal hintereinander den Leitzins jeweils um 25 Basispunkte gesenkt, um eine Abkühlung der US-Wirtschaft zu verhindern und einen Puffer für den Fall einer Zuspitzung des Handelskrieges mit China aufzubauen. Eine Rezession der US-Wirtschaft sei äußerst unwahrscheinlich, das Wachstum überzeugend.

Europäische Zentralbank (EZB): Wenig Spielraum für neue Chefin
Ob der Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas an der Niedrigzinspolitik ändern wird, bleibt zwar abzuwarten. Fakt ist aber, dass die neue Chefin Christine Lagarde nur wenig Spielraum hat. Zwar ist die Wirtschaftslage in der EU nicht schlecht. Aber die Inflationsrate verharrt auf unerwünscht niedrigem Niveau und die Meinungsverschiedenheiten mit dem Handelspartner USA nehmen stetig zu. Folgerichtig sehen Experten hier eine Zunahme des sogenannten „Quantitative Easing“ sowie ein Festhalten an niedrigen Zinsen. Lagarde ist sich bewusst: Ihre Arbeit ist stark geprägt durch Brüssel und andere europäische Hauptstädte.

Entwicklung Goldpreis

Bei den Rohstoffen gibt es in 2019 bei Gold und Erdöl starke Zuwächse
Das vierte Quartal bescherte auch den meisten Rohstoffen einen Zugewinn. Der Preis für Erdöl (Sorte Brent) stieg von unter 60 USD auf aktuell knapp 67 USD. Gold konnte mit knapp 3 Prozent ebenfalls zulegen. Interessant ist hier aber der Blick auf das gesamte Jahr 2019: Erdöl legte um satte 27 Prozent zu. Der Goldpreis stieg um rund 19 Prozent. Primär erfolgte der Zuwachs im dritten Quartal, als die Verunsicherungen an den Märkten kurzzeitig zuzunehmen schienen.

Fazit
2019 war ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr für Anleger. Im Gegensatz zu Haussephasen in der Historie sehen wir aktuell eine intakte wirtschaftliche Situation. Was bedeutet das für Anleger? Die Weltwirtschaft hat noch ausreichend Wachstumsdynamik, um im Jahr 2020 zumindest moderat und ohne Rezession zu wachsen. Und noch eine gute Nachricht: Die Börsen haben verstanden, dass politische Querelen nichts an der ökonomischen Situation ändern, und die ist derzeit – global gesehen – gut. Deshalb bleibt die bisherige Aussage weiter bestehen: Ein sinnvoll diversifiziertes Portfolio ist die beste Grundlage für 2020. Qualitätsaktien sowie Dividendentitel werden auch in den nächsten Quartalen zu den bevorzugten Anlagen gehören – unabhängig von politischen Kurzzeitausfällen.

Quartalsbericht Q4 2019

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Anlagekommentar Januar 2020 – An der Handelsfront breitet sich Entspannung aus – endgültige Lösung nicht in Sicht

Anlagetipp

Im Handelsstreits zwischen den USA und China ist derzeit eine endgültige Lösung nicht in Sicht. Es gab immerhin zwischenzeitlich Annäherungen auf dem Weg zur erhofften Lösung dieses schwelenden Konflikts. Ein Streitende wäre mehr als wünschenswert. Zumal dieser Zwist nicht isoliert zu betrachten ist, zu interdependent ist das Handeln rund um den Globus. Indes lautet die zentrale Frage, warum den Beteiligten eine Einigung so schwerfällt. Im Kern geht es darum, wo das künftige Machtzentrum im Kanon der führenden Volkswirtschaften liegt und wer an der Spitze zukunftsweisender struktureller Trends steht. Bahnt sich hier ein Wechsel an der Spitze an? Ein paar Gedankenspiele gibt es dazu in diesem Beitrag.

Entwicklung der Anlagemärkte
Eine Reihe positiver politischer Entwicklungen und starke Konjunkturdaten aus den USA und China sorgten an den globalen Aktienmärkten im Dezember 2019 für neue Rekordstände. Dies hatte zur Folge, dass es eine kräftige Erholung der Rohstoffpreise gab und die Kreditrisikoaufschläge reduzierten sich. In den USA konnte der S&P 500 Index um 2,9 Prozent zulegen und der technologielastige NASDAQ Composite Index schaffte mit 3,5 Prozent Zuwachs. Dies hatte neue Allzeithochs für beide Indizes zur Folge. Mit einem Anstieg um 2,7 Prozent haben die britische Aktien im FTSE 100 Index auf den höchsten Wahlsieg der konservativen Partei in Großbritannien seit der dritten Amtszeit Margaret Thatchers 1987 und die Verabschiedung des Brexit-Abkommens im Parlament reagiert. In Europa konnte der Eurostoxx50 Index um 1,1 Prozent zulegen, wogegen der DAX Index nur einen geringen Zuwachs von 0,6 Prozent erreichte und damit der schwächste Markt der Eurozone war. In Asien konnte der NIKKEI 225 Index mit +1,6 Prozent ebenfalls überzeugen. Das Börsenjahr 2019 war wirklich ein sehr außergewöhnliches, denn man sieht nicht so oft, dass mehr als 20 Prozent Jahresperformance an den meisten wichtigen Weltbörsen Zuwachs erreicht werden.DAX Entwicklung

Bei den Rentenpapieren haben die Renditen für langlaufende Staatsanleihen auf die Erfolgsmeldungen merklich angezogen, wodurch die Kurse entsprechend nachgaben. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg auf 1,92 Prozent, was den höchsten Stand seit Juni 2019 bedeutete. Die deutschen zehnjährigen Staatsanleihen rentierten dagegen zum Monatsende bei -0,19 Prozent. Bei den Unternehmensanleihen wurden Verluste weitgehend vermieden, da sich die Kreditaufschläge auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2017 einengten. Vieles spricht dafür, dass die Renditen vor allem in Kontinentaleuropa für einige Zeit auf sehr tiefem Niveau bleiben. Dennoch erscheinen die Renditen von Staatsanleihen zu niedrig im Vergleich zu den Konsens-Schätzungen für Wachstum und Inflation für 2020. Die geldpolitischen Rahmenbedingungen werden insgesamt positiv für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte bleiben, wobei die Leitzinsen 2020 entweder in den meisten Industrieländern stabil oder in den führenden Schwellenländern rückläufig sein dürften.

Staatsanleihen USA und Deutschland im Vergleich

Kopf-an-Kopf-Rennen um den Kampf einer weltweiten Vormachtstellung und technologischen Führungsanspruch
Die Zeiten sind vorbei, in denen China nur als verlängerte Werkbank des Westens betrachtet wurde. China möchte künftig Taktgeber im Konzert der Großen sein. Auf dem Weg zur angestrebten Weltmarktführerschaft hat man vor, mit einer Industriestrategie die Technologielücke zu den westlichen Unternehmen zu schließen. Die chinesische Führung verfolgt dabei einen ehrgeizigen Masterplan „Made in China 2025“, der das Land weltweit an die Spitze führen soll. China soll als Inbegriff höchster Qualitätsansprüche gelten. Die chinesischen Machthaber hatten bereits vor mehr als zwei Jahren angekündigt, im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) das Land zu einer Großmacht aufzubauen. Der technische Fortschritt läuft seitdem quasi auf Hochtouren und die chinesischen Unternehmen operieren dabei mit einer riesigen Menge von Daten. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass China deshalb einen Vorsprung im Bereich der Anwendung von KI-Technologien herausgeholt hat, denn diese datengetriebenen Geschäftsmodelle bergen enormes Potenzial.

Dagegen ist die USA, derzeit immer noch die Heimat der weltweit stärksten Wachstumsfirmen, nun zunehmend in einem Wettlauf mit China geraten. Die Mehrheit aller Weltklassenpatente kommt zwar immer noch aus den USA, doch welches Land kann künftig für sich reklamieren, die Führungsnation bei den digitalen Schlüsseltechnologien zu sein? Die USA werden ihre Vormachtstellung nicht kampflos aufgeben und der aktuelle Präsident Donald Trump setzt deshalb ganz auf die Devise „Amerika first“. Deshalb ist es für die derzeitige amerikanische Regierung verpflichtend, das die nationalen Interessen der USA im Zentrum ihrer Handelspolitik stehen müssen. In diesem Kontext spielt Europa eine unglückliche Rolle, denn die europäische Wirtschaft wird im Handelskonflikt eher zerrieben. So läuft Europa mit seiner Wirtschaft Gefahr, den Anschluss an die Weltspitze noch mehr zu verlieren.

Für Geldanleger hat dies zur Folge, dass man sein Anlageportfolio möglichst global aufzustellen sollte und dabei auch zukunftsträchtige strukturelle Trends berücksichtigen muss. Die Wertsteigerung findet eben vor allem in diesen innovativen Wachstumsfeldern mit langfristig überdurchschnittlichem Potenzial statt. Wir befinden uns mitten in einer ökonomischen Transformationsphase, aus der neue Gewinner entstehen werden.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale derzeit immer noch mit Warnhinweisen bestückt. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum und der Konjunkturzyklus zu Ende gehen. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre demgegenüber charakterisiert durch eine beschleunigte konjunkturelle Verlangsamung in China und eine milde Rezession in den USA. Die schwächere Industriekonjunktur ist sowohl auf branchenspezifische Faktoren, wie eine schwache Automobilnachfrage in China als auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der aktuellen US-Zollpolitik zurückzuführen.

Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch Teileinigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen an der geopolitischen Lage, sowie den aktuellen Daten für die US-Wirtschaft, die auf eine deutliche Verlangsamung hin deuten und da die US-Zinskurve mittlerweile ausreichend invertiert. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und die Marktstimmung bereits recht schwach ist.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Anlagekommentar Dezember 2019 – An den Aktienmärkten herrschte zum Jahresende 2019 Feierlaune

Anlagetipp

Die letzten Wochen des Jahres 2019 zeigten Anzeichen für eine gewisse, allerdings noch nicht wirklich überzeugende Stabilisierung der globalen Industriedynamik. Eine erste zaghafte Erholung der Frühindikatoren, welche auf ein baldiges Ende der globalen industriellen Rezession hinweisen. Auch der anhaltende Optimismus über einen kleinen Handelsdeal zwischen den USA und China sorgte an den etablierten Aktienmärkten für Jahreshochs. Auch klaren Verhältnisse nach der Wahl in Großbritannien sorgen für Optimismus, so dass nun endlich auf einen geordneten Brexit hin gearbeitet werden kann und die bisherige britische innenpolitische Hängepartie vorbei ist. Das Börsenjahr 2019 wird als eines der besten in die jüngere Geschichte eingehen. Denn mehr als 20 Prozent Jahresperformance an den meisten wichtigen Weltbörsen wird nicht so oft gesehen.

Entwicklung der Anlagemärkte
Die gute Stimmung an den Börsen sorgte dafür, dass die amerikanischen Indizes neue Rekordstände markieren konnten. So konnte der Dow Jones Industrial Average Index erstmals in der Börsengeschichte auf über 28.000 Punkte steigen. Auch bei den kleineren Titeln ging der Aufschwung nicht vorbei, so dass der S&P 500 Index um 3,4 Prozent anzog, der Russell 3000 Index der 3.000 größten börsennotierten US-Unternehmen stieg um 3,8 Prozent und erreichte auch ein neues Rekordhoch. Beim technologielastigen NASDAQ Composite Index ging es sogar 4,5 Prozent aufwärts. Geprägt war der Handel zudem von einem Favoritenwechsel, bei dem Wachstumstitel zu Lasten von Substanzwerten wieder hoch im Kurs standen. An Europas Aktienbörsen waren die Ansteige nicht ganz so hoch. Der deutsche DAX Index notierte mit 2,9 Prozent Zuwachs und der Eurostoxx50 Index konnte um 2,8 Prozent zulegen. Am chinesischen Aktienmarkt ging es nach schwachen Fundamentaldaten dagegen beim SSE Composite Index erst einmal abwärts und in Japan konnte der NIKKEI 225 Index um 1,9 Prozent zulegen.

DAX Entwicklung

An den Rentenmärkten sind die Renditen auf langlaufende Staatsanleihen angestiegen. Nachdem US-Notenbankchef Jerome Powell der US-Konjunktur eine gute Verfassung attestierte, sind die Erwartungen gestiegen, dass die Federal Reserve System (Fed) den Leitzins im nächsten Jahr konstant halten wird. Bei den zehnjährigen deutschen Staatspapieren lag der Zinssatz bei -0,36 Prozent und die amerikanischen zehnjährigen Staatspapiere kamen auf eine Rendite von 1,78 Prozent.

Szenarien für die Anlagemärkte im Jahr 2020
Das Wirtschaftswachstum ist in der Regel mit positiven Börsen verbunden. Ein deutlicher Anstieg der Inflation oder Deflationsrisiken wären für die Aktienmärkte negativ, wobei man beides als wenig wahrscheinlich erachten kann. Darüber hinaus korrelieren die Börsen mit der Industriekonjunktur. Neben den wirtschaftlichen Trends beeinflussen Unsicherheiten, wie beispielsweise die US-Zollpolitik, Brexit, politische Unruhen in Hongkong oder die US-Wahlen im November nächsten Jahres die Kapitalmärkte. Prognosen von Unsicherheiten sind allerdings weit anspruchsvoller als von wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Im Basisszenario kann man von einem weiterhin verhaltenen globalen Wirtschaftswachstum und einer sich leicht erholenden Industriekonjunktur ausgehen. Vorausgesetzt ist dabei ein geordneter Brexit und keine weiteren Erhöhungen der US-Importzölle. Trotz wenig Wachstum bei den Unternehmensgewinnen spricht das Basisszenario für leicht positive Börsen. Ein positiveres Szenario, insbesondere für die europäischen Märkte, würde eine solide Erholung der Industrienachfrage zur Bedingung haben. Für negative Szenarien wären eine markante Konjunkturschwäche in China oder eine Rezession in den USA als Auslöser zu nehmen.

Politik wird weiter die Anlagemärkte regieren
Die Geldpolitik der Notenbanken bleibt expansiv und sollte die Aktienmärkte insgesamt unterstützen. Besonders die Federal Reserve System (Fed) ist in den USA aufmerksam und begleitet den Konjunkturpfad sehr genau. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist diese scharfe Beobachtung deutlich geringer ausgeprägt. Ein weiterer Zinsschritt wäre nur eine negative Überraschung, während die Zentralbank in der aktuellen Phase die unerwünschten Nebenwirkungen ihrer Politik stärker betont und damit gleichzeitig den Ruf nach fiskalischen Maßnahmen begleitet. Was aber auch immer die Europäische Zentralbank (EZB) plant: Derzeit ist Liquidität mehr als üppig vorhanden, nur der Wille deshalb mehr zu konsumieren oder zu investieren hingegen kaum. Da fällt einem das Sprichwort des ehemaligen deutschen Wirtschaftsministers Karl Schiller ein: „Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie schon selbst.“ Deshalb werden uns die Negativzinsen auch noch weiter quälen.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale derzeit schon mit Warnhinweisen bestückt. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum und der Konjunkturzyklus zu Ende gehen. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres 2018 neigt die Konjunktur weiter zur Schwäche, was vor allem durch das verarbeitende Gewerbe verursacht wurde. Die schwächere Industriekonjunktur ist sowohl auf branchenspezifische Faktoren, wie eine schwache Automobilnachfrage in China als auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der aktuellen US-Zollpolitik zurückzuführen. Dass die wirtschaftliche Dynamik ihren Höhepunkt hinter sich hat und ein deutlicher Abschwung in Sicht sein könnte, wird durch gewisse Abschnitte der US-Zinskurve signalisiert. Deshalb legen die weiter anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten und die US-Zinskurve eine gewisse Vorsicht nahe.

Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch eine möglicherweise kurz bevorstehende (Teil-) Einigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen an der geopolitischen Lage, sowie den aktuellen Daten für die US-Wirtschaft, die auf eine deutliche Verlangsamung hin deuten und da die US-Zinskurve mittlerweile ausreichend invertiert. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und die Marktstimmung bereits recht schwach ist.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
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Der Investmentfondsmarkt ist in Bewegung – Darauf sollte man als Anleger bei Neuerscheinungen achten

Gewinne und Verlusste Geldanlage

Blickt man in die Vergangenheit, dann kann man festhalten, dass die Finanzmärkte schon seit Jahren in Bewegung sind. Ob Subprime-Krise, geopolitische Krisen oder andere Auslöser – Gründe gibt es viele. Das alles ist nicht ohne Folgen für die Anleger. Sie leiden seit Jahren unter der Niedrigzinsphase und eine klassische Risikominimierung im Portfolio ist heutzutage unter akzeptablen Bedingungen kaum noch möglich. Was über Jahrzehnte galt, hat heute seine Bedeutung verloren: Klassische Anleihen mit hoher Bonität können keine Hilfestellung mehr bieten.

Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter reagieren darauf mit vielen Neuerscheinungen
Ist dies Aktionismus oder nur eine sinnvolle Reaktion auf die vom Markt vorgegebenen Rahmenbedingungen? Die Netfonds AG hat recherchiert, dass allein seit 2017 über 1.500 neue Fonds aufgelegt wurden. Die Mehrheit der Neuemissionen sind Aktienfonds, aber auch in anderen Bereichen gab es signifikante Neuerscheinungen. Beispielsweise im Bereich der sogenannten alternativen Strategien. Wer in Investmentfonds anlegen möchte, hat eine schier unendliche Auswahl. Mit allen Nebenklassen zählt beispielsweise die Datenbank von Morningstar bereits über 60.000 Fonds. Aber auch ohne Nebenklassen geht die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Fonds in Richtung 20.000. Auf den ersten Blick könnte man bei der bereits hohen Anzahl an existierenden Fonds annehmen, dass der Markt schon gesättigt ist. Jedoch offenbaren sich auf den zweiten Blick gute Gründe für weitere Fondsauflagen.

Neu aufgelegte Fonds nach Anlageklassen

Die Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter müssen flexibel bleiben
Der Hauptgrund für die Vielzahl der derzeitigen Neuerscheinungen ist, dass Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter flexibel auf die sich verändernde Marktsituationen reagieren müssen. In den vergangenen zehn Jahren hat die Zentralbankenpolitik der niedrigen Zinsen dazu geführt, dass in diesem Bereich verstärkt nach Alternativen gesucht wird. Darüber hinaus gibt es weitere Gründe. Gewinnen bestimmte Märkte an Wichtigkeit, wie das beispielsweise mit China oder anderen Emerging Markets in den vergangenen 15 Jahren der Fall war, ist es nur die logische Konsequenz, dass hier mehr Investmentfonds aufgelegt werden. Auch ist zu beobachten, dass Fonds häufig bereits im Ausland existieren und erst im Nachhinein in Deutschland zum Vertrieb zugelassen werden. Häufig handelt es sich dabei um solche Fonds, die ihre Expertise bereits unter Beweis stellen konnten. Die Erwartungen an neue Fonds sind hoch und man sollte sich immer Fragen, ob nur ein aktueller Modetrend verfolgt wird oder neue Marktgegebenheiten erschlossen werden.

Manche Anbieter verfolgen fragwürdige Trends oder Modeerscheinungen
Nicht selten folgen Fondsgesellschaften einem Trend. Läuft ein Thema besonders gut in den Medien oder fließen hier überdurchschnittlich viele Gelder ein, weil die Renditezuwächse stark sind, neigen Gesellschaften häufig dazu, mit eigenen Produkten nachzuziehen. Angesichts des großen Wettbewerbs im Markt ist das nachvollziehbar. Für Anleger ist hier Vorsicht geboten. So hat die Berliner Ratingagentur Scope bereits 2014 nachgewiesen, dass die meisten Fondsauflagen immer dann stattfinden, wenn der zugrunde liegende Markt bereits „heißgelaufen“ ist.

Aktienfonds sind bei Neuemissionen klar in der Mehrzahl
Was hat sich seit 2017 im Markt für Investmentfonds getan? Welche Produkte wurden aufgelegt? Die Auswertung der Netfonds AG zeigt, dass es insgesamt rund 1.500 neue Fonds gibt. Davon entfallen 39 Prozent auf die Kategorie Aktien. Ein Fünftel dieser 39 Prozent geht auf das Konto der weltweit anlegenden Aktienfonds ohne eindeutige Stilausrichtung (Blend). Das ist nicht verwunderlich, denn solche Aktienfonds stellen insgesamt auch bei den bereits bestehenden Investmentfonds die Mehrheit. Rund ein Viertel (377) entfällt auf Anleihenfonds. Hier fällt auf, dass ein signifikant hoher Anteil (rund 100 Fonds) dem Bereich „High Yields“ zuzuordnen ist. Angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase ist das ein logischer Schritt – die Fondsgesellschaften reagieren auf sich verändernde Marktgegebenheiten.

Interessant ist auch ein Blick auf die Mischfonds. Sie machen rund 19 Prozent der Neuauflagen aus. 45 Prozent der aufgelegten Mischfonds entfallen auf defensive beziehungsweise moderate Strategien. Nicht minder interessant ist auch die Tatsache, dass es bei sogenannten „alternativen Strategien“ (zum Beispiel marktneutrale Strategien, Long/Short, Volatilität …) ebenfalls eine deutliche Zunahme gibt. 198 Produkte wurden in diesem Bereich aufgelegt. Das zeigt, dass die Nachfrage nach alternativen Auszahlungsprofilen zugenommen hat. Erwartungsgemäß stellen Fonds, die eine Kombination verschiedener Strategien durchführen („Multistrategy“), die größte Position. Bemerkenswert ist, dass es bei Immobilienfonds sieben neue Produkte gibt. Das hört sich zunächst einmal nicht nach viel an. Bedenkt man jedoch, dass hier ohnehin nicht viele Fonds auf dem Markt vorhanden sind, relativiert sich die Zahl.

Global ausgerichtete Investments sind deutlich in der Überzahl
Welche geografischen Bereiche wurden am stärksten berücksichtigt? Von den rund 1.500 neu aufgelegten Fonds entfallen 60 Prozent auf die Kategorie „global“. 16 Prozent legen ihren Investitionsschwerpunkt auf Europa (und einzelne europäische Länder). Und 13,7 Prozent der neuen Produkte decken Schwellenländer ab.

Börsenzyklus und Verhalten Anleger

Und wie sieht es in der Zukunft aus?
Das kann man natürlich nicht vorhersagen. Aber eine interessante Erkenntnis ist, dass die Ratingagentur Scope im Jahr 2013 berechnet hat, dass rund 60 Prozent aller neu aufgelegten Fonds die ersten fünf Jahre nicht überleben. Die Besten setzen sich eben durch, könnte man meinen. Da es hier jedoch Ersparnisse für die Altersversorgung oder anderer persönlich wichtiger Dinge geht, sollte man sich nicht von Modeerscheinungen oder anderen fragwürdigen Trends blenden lassen. Bei der Geldanlage geht es weniger um Marketing, sondern um Fakten und richtige Strategien. Vor 10 Jahren hat man beispielsweise über Afrikafonds kaum gesprochen, heute werden sie zur Anlage empfohlen. Entscheidend ist deshalb immer die persönliche Anlagestrategie. Ein Afrikafonds diente damals, wie auch heute nicht als Basisanlage im Portfolio. Aber bei einem größeren Anlagevolumen, war es damals wie auch heute eine gute Beimischung.

Fazit
Eine Geldanlage ist immer nur so gut, wie sie zur Anlagestrategie passt. Man muss für sich definieren, wo man hin möchte. Ratschläge am Stammtisch über den „Geheimtipp“ sind da meistens nicht zielführend. An der Börse geht es immer rauf und auch wieder runter. Dies ist ein Naturgesetz. Die meisten Anleger steigen ein, wenn der Markt oben ist und bekommen kalte Füße, wenn der Markt fällt. Dazu kommt, dass zu Hochzeiten an der Börse keine Gewinne realisiert werden und diese für den nächsten Einbruch als Einstiegskapital bei günstigen Kursen wieder zur Verfügung steht. Ein Modetrendfonds kann kurzfristig bei richtiger Verwendung durchaus als „Renditebringer“ eingesetzt werden. Wer auf einen konstanten und langfristigen Erfolg setzt, sollte sich dagegen für Fonds interessieren, die schon einmal einen Börseneinbruch und eine Börsenhochphase erlebt haben. Es gibt ausreichend Investmentfonds die seit 10, 20 oder 30 Jahren einen guten Ertrag erwirtschaften und gezeigt haben, dass sie in guten und schlechten Zeiten eine ansprechende Leistung abgeliefert haben.

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Quelle: Netfonds AG

Anlagekommentar November 2019 – Die De-Eskalation im Handelskonflikt sorgt für gute Stimmung an den Märkten

Anlagetipp

Die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA waren die größte Unsicherheitsquelle für das globale Wirtschaftswachstum in den letzten zwei Jahren. Nach langen Verhandlungen zeichnet sich nun eine vorläufige Vereinbarung in Richtung eines ersten Handelsabkommens ab, wenn gleich die großen strukturellen Fragen im Handelsstreit nach wie vor ungeklärt bleiben. Auch die überraschende Einigung auf ein Brexit-Abkommen zwischen der britischen Regierung und der Europäischen Union (EU), ist ein weiterer positiver Wendepunkt für die Kapitalmärkte. Mit der Abstimmung im Unterhaus, den Gesetzgebungsprozess in die nächste Phase treten zu lassen, bleibt die Hoffnung auf einen geregelten EU-Austritt von Großbritannien. An den Aktienmärkten sorgten diese Nachrichten für neue Jahreshöchst- oder gar Rekordstände. Die weitere Abschwächung der Konjunkturindikatoren aus den USA, China und der Eurozone und die andauernde Verstimmung des globalen Automobilmarktes wurden dagegen von den Anlegern ignoriert.

Entwicklung der Anlagemärkte
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China blieb für die Kapitalmärkte weiter dominierend. Die chinesische Regierung signalisierte ihre Bereitschaft für einen vorläufigen Handelsdeal mit den USA. Nach dem Treffen hochrangiger Vertreter beider Seiten Mitte Oktober, legten beide Seiten Pläne für eine erste Teileinigung vor. Profitieren von diesen Nachrichten konnten vor allem zyklisch und industriell geprägte Indizes. So konnte in Europa der schwedische OBX Index um 5,2 Prozent zulegen und lag damit nur knapp hinter dem russischen RTS Index mit einem Zuwachs von 6,1 Prozent. Auch der deutsche DAX Index konnte um 3,5 Prozent zulegen und profitierte hauptsächlich von der unerwarteten Einigung zwischen Großbritannien und der EU für einen neuen Austrittsplan und der generellen Zustimmung des britischen Parlaments zum Entwurf. In Asien übernahm der japanische NIKKEI 225 Index mit einem Gewinn von 5,4 Prozent eine Führungsposition. In den USA der technologielastige NASDAQ 100 Index mit 4,3 Zuwachs glänzen. Demgegenüber konnten führenden Indizes der hochkapitalisierten Werte, wie der europäische STOXX Europe 50 Index oder der amerikanische Dow Jones Industrial Average Index nur leicht zulegen.

DAX Entwicklung

Dagegen konnten die Konjunkturindikatoren keine Verbesserung erreichen. So fiel das Gros der US-Konjunkturdaten weiter zurück. Hauptsächlich schwächere Daten vom Arbeitsmarkt, eine rückläufige Stimmung bei den Industrie- und Dienstleistungsunternehmen und der Rückgang der Industrieproduktion mahnten, dass sich die amerikanische Wirtschaft nicht von der globalen Konjunktur vollständig abkoppeln kann. Lediglich die Ausgabenfreude der amerikanischen Konsumenten blieb ungebrochen. Auch in China gingen die Fundamentaldaten weiter zurück, was bei den Anlegern aber nicht zu einem nachhaltigem Verdruss führe. Die chinesische Wirtschaft wuchs nur noch mit 6,0 Prozent, was den niedrigsten Wert seit fast 30 Jahren bedeutet. Dagegen konnten auch die Anleiherenditen ihren jüngsten Aufwärtstrend fortsetzen. Insbesondere die Kurse von Staatsanleihen von Ländern mit stark negativen Renditen gaben deutlich nach. So verringerte sich die Negativverzinsung der deutschen zehnjährigen Bundesanleihe auf -0,41 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihe stieg dagegen unwesentlich auf 1,69 Prozent an.

Von der Generation Zins zur Generation Dividendenrendite
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 haben die großen Notenbanken enorme Mengen an Liquidität in den Markt „gepumpt“. Zusammengerechnet handelt es sich um einen Betrag von rund 10 Bio. US-Dollar. Dies erfolgte zunächst mit der Maßgabe, einen wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern und um Staaten und Währungen wie den Euro zu schützen. Um die Wirtschaft und die verschuldeten Staatshaushalte weiter zu stabilisieren, blieben die Zinsen weiter niedrig. Dies sollte zum einen die Kreditvergaben erleichtern und zum zweiten die kaum spürbare Inflation in Richtung des EZB-Zielwerts von zwei Prozent bringen. Seit dem verharrt besonders die Europäische Zentralbank (EZB) bis heute im Krisenmodus mit Leitzinsen von derzeit 0,0 Prozent, um die Staaten Südeuropas zu stützen, die aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ohne Geld zum Nulltarif in die Krise zurückzufallen drohen. Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass es noch lange dauern wird, bis es wieder Zinsen gibt, welche auch nach Abzug der Inflation noch attraktiv sind. Waren frühere Generationen davon geprägt, Geld möglichst sicher anzusparen und dafür ordentliche Zinsen zu erzielen, muss die jetzige Generation umdenken und zu einer Generation der Dividendenwerte werden.

Wer heute Rentenpapiere als langfristige Anlage erwirbt, weiß angesichts der Minusrenditen von vornherein, dass es ein Verlustgeschäft wird. Denn bei Rückzahlung der Papiere bekommt man weniger zurück, als man ursprünglich an­gelegt hat. Was sind dann Alternativen? Am nahelie­gendsten sind natürlich Aktien, denn auch damit kann man gute Erträ­ge erzielen, vor allem, wenn man diese langfristig hält. Bei einem Anla­gehorizont von 15 Jahren, konnte man beim DAX Index eigentlich keine Verluste machen. Traditionelle Rentenanleger scheuen trotzdem Dividendenpapiere wie der Teufel das Weihwasser. Sie verweisen immer wieder auf die Kursrisiken, in unsicheren Zeiten wie heute auch auf die Gefahr eines Crashs.

Dann bleiben als Empfehlung Formen zwischen Renten und Aktien. Eine ist, sich bei Aktien auf die Dividendenrendite zu fokussieren. In der Vergangenheit wurden Dividendenrenditen oft ver­nachlässigt, da sie niedriger als die Bondrenditen waren. Seit der großen Finanzkrise 2008 ist dies jedoch nicht mehr der Fall. Denn das Verhältnis Renten zu Aktien hat sich gedreht. Die im DAX Index enthalte­nen Aktien erwirtschaften seitdem kontinuierlich stabile Renditen von 3 bis 4 Prozent. Dies ist ein ordentliches Ergebnis in Zeiten von Minuszinsen. Die Bondrenditen sind in diesem Zeitraum weit davon entfernt, schlimmer noch, aktuell sind sie negativ. Dividendenrenditen haben zwar auch weiterhin Kursrisiken, geben aber mehr Sicherheit, zumindest wenn man eine langfristige Anlagestrategie verfolgt. Die andere Möglichkeit sind gemischte Fonds bestehend aus Renten und Aktien. Früher war der Charme der Mischfonds, dass der Rentenanteil die Sicherheit garantierte und der Aktienanteil dagegen den Ertrag durch die Kursgewinne brachte. Dieses Verhältnis hat sich mittlerweile umgekehrt. Die Kursgewinne kommen heute von den Bonds, die Basisstabilität der Rendite dagegen von den Aktien und den enthaltenen Dividendenzahlungen. Deshalb sind gemischte Fonds nach wie vor attraktiv.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale derzeit schon mit Warnhinweisen bestückt. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum und der Konjunkturzyklus zu Ende gehen. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres 2018 neigt die Konjunktur weiter zur Schwäche, was vor allem durch das verarbeitende Gewerbe verursacht wurde. Die schwächere Industriekonjunktur ist sowohl auf branchenspezifische Faktoren, wie eine schwache Automobilnachfrage in China als auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der aktuellen US-Zollpolitik zurückzuführen. Dass die wirtschaftliche Dynamik ihren Höhepunkt hinter sich hat und ein deutlicher Abschwung in Sicht sein könnte, wird durch gewisse Abschnitte der US-Zinskurve signalisiert. Deshalb legen die weiter anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten und die US-Zinskurve eine gewisse Vorsicht nahe.

Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch eine möglicherweise kurz bevorstehende (Teil-) Einigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen an der geopolitischen Lage, sowie den aktuellen Daten für die US-Wirtschaft, die auf eine deutliche Verlangsamung hin deuten und da die US-Zinskurve mittlerweile ausreichend invertiert. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und die Marktstimmung bereits recht schwach ist.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Worauf kommt es bei der Wahl der richtigen Fonds an?

Anlageideen

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Investmentfonds ein ideales Instrument. Allerdings ist die
Auswahl eines beziehungsweise der richtigen Fonds alles andere als einfach. Ein Blick auf aktuelle Fondsstatistik offenbart das Dilemma: Aktuell können Anleger aus über 10.000 in Deutschland zugelassenen Investmentfonds auswählen. Wer die Qual hat, hat bekanntlich auch die Wahl. Wer bei der Selektion jedoch einige Regeln einhält, wird langfristig mit einem Fondsinvestment erfolgreich Vermögen aufbauen. Wie man dieses Dilemma lösen kann, ist im nachfolgende Artikel beschrieben.

Ziele des Fonds
Fonds ist nicht gleich Fonds. Je nachdem wo und wie er investiert, sind die Ziele gänzlich unterschiedlich. Beispiel: Strebt der Fonds eine absolut positive oder eine relative Rendite an? Und wie lang ist der Anlagehorizont? Kurzum: Welche Fonds decken sich grundsätzlich mit den eigenen Rahmenbedingungen?

Funktionsweise von Investmentfonds

Alter und Größe des Fonds
Um es auf den Punkt zu bringen: Fondsmanager müssen sich zunächst einmal beweisen. Sie müssen zeigen was sie können. Ohne eine ausreichend lange Historie ist das schwierig. Ausnahmen sind sicherlich erlaubt. Jedoch sollte ein Investmentfonds mindestens drei, besser fünf Jahre eine Historie vorweisen können. Wichtig ist auch die Größe des Fonds. Ist er zu klein, steigt die Kostenbelastung, da die gegebenen Fixkosten die erzielte Rendite zu stark schmälern oder gar komplett aufzehren können. Grundsätzlich sollten sehr kleine Fonds mit einem Volumen unter 20 Millionen EUR kritisch hinterfragt werden. Nach oben sind zwar keine Grenzen gesetzt. Liegt eine Spezialstrategie vor oder deckt der Fonds nur einen kleinen Markt ab, könnte auch hier ein Problem entstehen. Fonds die in großen Märkten investieren, vertragen auch ein großes Volumen.

Performance und Risiken des Fonds
Diese lassen sich in zwei Kategorien unterteilen. Historische Rendite- und Risikokennzahlen geben Ihnen einen guten ersten Eindruck über die erbrachte Leistung eines Fondsmanagers. Eine gute Risikokennzahl ist der Draw Down. Er zeigt Ihnen, wie hoch ein zwischenzeitlicher Verlust in der historischen Betrachtung war. Das lässt zwar nicht zwingend eine Vorhersage zu, gibt aber, insbesondere nach Krisenphasen wie Ende 2018, einen guten Hinweis darauf, was in einem Krisenszenario auf Sie zukommen kann. Das Andere sind die grundsätzlichen, also strukturellen Risiken und Renditemöglichkeiten. Sie zeigen Ihnen das prinzipielle Risiko/Ertrags-Profil eines Fonds auf.

wichtig beim fonds

Externe Meinung
Holen Sie sich eine externe Meinung ein. Ratingagenturen bieten sich hier gerne an, sind aber häufig nicht zielführend. Ein persönlicher Anlageberater hilft Ihnen hier weiter, da er nicht nur über die nötige Erfahrung sondern in der Regel auch über Möglichkeiten verfügt, an tiefergehende Informationen zu kommen.

Die Gesamtkomposition
Last but not least kommt es auf die Gesamtkonstellation an. Wie bei einem Speisegericht haben auch hier die einzelnen Komponenten Ihres Depots eine Wechselwirkung untereinander. Die Kunst besteht darin, die Investmentfonds so zu selektieren, dass die Summe eine Gesamtkomposition ergibt, die Ihren Bedürfnissen und Risiko/Ertrags-Vorstellungen gerecht wird. Auch hier lohnt sich der Kontakt zu einem Berater Ihres Vertrauens. Anhand seiner Erfahrung und der notwendigen Kenntnisse kann er Ihnen hier mehr als behilflich sein.

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Anlagekommentar Oktober 2019 – U.S. Zölle und Brexit – die Unsicherheiten bleiben

Anlagetipp

Trotz des spannungsgeladenen U.S. Handelskonflikts mit China, war der vergangene Monat von einer Erholung an den Aktienmärkten geprägt, obwohl die Konjunkturdaten nicht die besten sind. Vor allem der Industriesektor bereitet überwiegend Anlass zur Sorge. Dagegen wurden beim Handelskonflikt zwischen den USA und China die Gespräche fortgeführt und es konnte zuletzt tatsächlich ein Teilabkommen erzielt werden. Deshalb muss man erwarten, dass Zölle weiter Teil des Politik-Arsenals von Präsident Donald Trump bleiben werden. Da durch die aggressive Handelspolitik von Donald Trump auch in den USA die Wirtschaft schwächelt und man auch schon über eine Rezession und Minuszinsen munkelt, so kann man auf der anderen Seite sehen, dass sich die Wirtschaft ihre eigenen Wege sucht.

Um den Zöllen zu entgehen, werden von Unternehmen wie Apple, HP, Dell oder Nintendo zusehends Pläne für Produktionsverlagerungen aus China angekündigt. Nutznießer dieser Entwicklungen sind beispielsweise Vietnam, Indien, Südkorea, Thailand, Taiwan und Mexiko, während kaum Hinweise vorliegen, dass auch die USA profitieren würden. Ebenso wird der Brexit, der für die Weltwirtschaft allerdings weit weniger bedeutend ist als die U.S. Zollpolitik, eine Quelle von Unsicherheiten bleiben, da es Jahre dauern wird, bis Großbritannien die benötigten Handelsabkommen, insbesondere mit der Europäischen Union, ausgehandelt hat.

Entwicklung der Anlagemärkte
Die USA führte zwar wie geplant Anfang September 2019 einen fünfzehnprozentigen Zoll auf chinesische Importe ein, gab aber im Gegenzug durch die Ausnahme bestimmter amerikanischer Agrargüter von den chinesischen Gegenzöllen auch gleich wieder nach. Die US-Regierung willigte ein, dass die Erhöhung der bestehenden Zölle um 5 Prozent von Anfang auf Mitte Oktober 2019 verschoben werden. Zum anderen mehrten sich die Signale, dass sich beide Seiten auch mit einer vorläufigen Vereinbarung zufrieden geben würden. In Großbritannien sank nach turbulenten Entwicklungen die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits. Das britische Parlament setzte sich mit deutlicher Mehrheit gegen einen Brexit ohne Abkommen und dem Wunsch des Premierministers nach Neuwahlen im Oktober durch.

DAX Entwicklung

In diesem Umfeld konnten sich vor allem die exportabhängigen Aktienmärkte stark präsentieren. So legte der Eurostoxx50 Index um 4,2 Prozent zu und der DAX Index stieg um 4,1 Prozent. Der japanische NIKKEI 225 Index profitierte nach dem Verzicht der USA für Strafzölle auf japanische Autos sogar mit einem Zuwachs von 5,1 Prozent. In den USA legte der S&P 500 Index um 1,7 Prozent zu und der technologielastige NASDAQ 100 Index kam mit plus 0,8 Prozent nur zu einer unterdurchschnittlichen Entwicklung. Dagegen kamen die Anleihemärkte und der Goldpreis unter Druck. Bei der zehnjährigen Bundesanleihe stieg die Rendite auf minus 0,57 Prozent an und das US-amerikanische Pendants rentierte um 0,17 Prozent höher.

Die Kapitalmärkte bleiben jedoch weiter von den Notenbanken abhängig. So kam eine starke Unterstützung von Seiten der Zentralbanken: Die Europäische Zentralbank (EZB) reduzierte ihren Diskontsatz auf -0,5 Prozent und führte einen Staffelzins mit Freibeträgen ein, um die Banken zu entlasten. Zudem wird das Anleihekaufprogramm mit monatlichen Käufen von 20 Mrd. Euro auf unbegrenzte Zeit wieder aufgenommen. Die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) senkte ihren Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte und bestätigte, dass man sich alle Optionen offenhält, falls das Wachstum weiter zurückgehen sollte. Auffällig war, dass die Federal Reserve System (Fed) erstmals seit der Finanzkrise mehrmals mit milliardenschweren Interventionen am Geldmarkt eingreifen musste, um die Liquiditätsversorgung sicherzustellen. In China reduzierte die Notenbank den Mindestreservesatz erneut deutlich und die neu eingeführte Loan Prime Rate leicht, während der offizielle Leitzins unverändert blieb.

Mit Minuszinsen Rendite erzielen
Die Financial Times beschäftigte sich vor kurzem mit den Renditen von Anlagen in 30-jährigen Bundesanleihen, 50-jährigen Anleihen in britischen Staatsanleihen und der 100-jährigen Anleihe Österreichs aus dem Jahr 2017. Dabei erwirtschaftete die Österreich-Anleihe den Anlegern seit Beginn diesen Jahres sage und schreibe ein Plus von 66 Prozent. Sie war damit eine der besten Anlagen am Kapitalmarkt überhaupt. Mit den 30-jährigen Bundesanleihen konnte man immerhin 28 Prozent verdienen und die britischen 50-jährigen erreichten ein Zuwachs von 22 Prozent. Die Renditen wurden in einem Zeitraum erzielt, in dem alle über die niedrigen Zinsen, zum Teil sogar Minuszinsen klagen und den Bondmarkt für unattraktiv halten.

Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Dazu muss man sich die Zusammensetzung der Rendite bei Anleihen genauer ansehen. Sie besteht aus drei Komponenten:
Die erste Komponente ist der Coupon. Er beträgt im Falle der 100-jährigen Österreich-Anleihe 2,1 Prozent. Das ist gemessen an anderen Anlageformen derzeit ganz ordentlich, ist aber weit von der oben wähnten Gesamt-Performance der Anleihe in diesem Jahr entfernt. Das gleiche gilt für die zweite Komponente der Rendite, dem Kurs der Anleihe. Er stellt sich für die erste Tranche der Österreich-Anleihe derzeit auf knapp 200. Wer das Papier heute kauft und bis zum Ende der Laufzeit hält, bekommt dann nur noch die Hälfte des investierten Kapitals zurück. Die jährliche Rendite beträgt nur noch 0,7 Prozent. Das ist noch weniger als der Coupon. Es bleibt die dritte Komponente, die Kursveränderung. Sie ist entscheidend. Am Jahresanfang lag der Kurs der Österreich-Anleihe bei knapp 120, heute notiert er bei etwas unter 200. Das ist ein Plus von über 60 Prozent. Dahinter steht die Kombination von sinkenden Zinsen und einer langen Laufzeit. Bei Bonds mit kürzeren Laufzeiten waren die Kursänderungen geringer.

Allerdings liegt hier auch der Haken. Denn wenn die Zinsen einmal nicht mehr sinken, sondern sich erhöhen sollten, dann gehen die Anleihekurse nach unten, und zwar bei den langen Laufzeiten sehr viel stärker als bei kurzen. Das sollte jeder Anleger wissen. Daher auch die Empfehlung für risikoarme Anleger, im Zweifel eher kürzere Laufzeiten zu wählen. Da kann man zwar nicht so viel verdienen, aber auch nicht so viel verlieren.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale derzeit unterschiedlicher als üblich. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern wenig Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum und der Konjunkturzyklus zu Ende gehen. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres 2018 neigt die Konjunktur dennoch zur Schwäche, was vor allem durch das verarbeitende Gewerbe verursacht wurde. Die schwächere Industriekonjunktur ist sowohl auf branchenspezifische Faktoren, wie eine schwache Automobilnachfrage in China als auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der aktuellen US-Zollpolitik zurückzuführen. Dass die wirtschaftliche Dynamik ihren Höhepunkt hinter sich hat und ein deutlicher Abschwung in Sicht sein könnte, wird durch gewisse Abschnitte der US-Zinskurve signalisiert. Deshalb legen die anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten und die US-Zinskurve eine gewisse Vorsicht nahe.

Obwohl die Anlagemärkte zurzeit durch eine erwartete Lockerung der US-Geldpolitik gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen an der geopolitischen Lage, sowie den aktuellen Daten für die US-Wirtschaft, die auf eine deutliche Verlangsamung hin deuten und da die US-Zinskurve mittlerweile ausreichend invertiert. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und die Marktstimmung bereits recht schwach ist.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
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