Eine neue Studie zur Aktienquote im Alter

In Zusammenarbeit des US amerikanischen Finanzprofessors Wade Pfau und des Vermögensverwalters Michael Kitces, zeigten die Experten in der Finanzwelt einen Trend auf, der so gar nicht den Mainstream Ansichten entspricht und traditionelle Kenntnisse zur richtigen Aktienquote aus dem Fokus streicht. Es gibt zwei Arten, sich den richtige Aktienanteil zu sichern. Zum Einen wird die Risikobereitschaft des Anlegers, zum Anderen die Altersberechnung: Aktienquote = 100 minus Lebensjahre, als Hilfe zur Entscheidung für das richtige Depot genutzt. Anleger mit risikoscheuer Ausrichtung investieren überhaupt nicht, maximal aber mit 30% in den Aktienmarkt. Beim Fokus auf das mittlere Risiko werden 30% bis 70% der Anlagen in Aktien getätigt. Nur sehr risikobereite Anleger gehen zu 100% auf Aktien und wünschen sich eine hohe Rendite. Da die Rendite dank wechselnder Kurse an der Börse schwanken kann, ist die Option auf die Risikobereitschaft keine sichere Basis für eine Entscheidung. Sicherer ist die Fokussierung auf die Lebensjahre.

Anlagehöhe vom Lebensalter abhängig machen
Im Alter kann eine zu hohe Risikobereitschaft und so eine zu hohe Aktienquote zu Problemen führen. Ein 65 Jahre alter Anleger sollte maximal 35% seines vorhandenen Vermögens spekulativ, den Rest aber sicher anlegen. Junge Anleger können die Aktienquote höher ansetzen, da hier noch mehr Zeit zum Ausgleichen von Kursschwankungen und finanziellen Einbußen bleibt. Schließlich soll das Budget nicht durch Crashs aufgezehrt und so nicht mehr zum Eigenverbrauch genutzt werden können. Auch Aktivitäten an der Börse haben das Ziel, Sicherheit zu schaffen und natürlich, das Vermögen zu vermehren. Die errechneten Zeithorizonte in Kombination mit dem Prozentsatz der Aktienquote, lassen zu hohe Risiken in der Investition ausschließen und eine überlegte, der Altersgruppe entsprechende Anlage zu. Zu Beginn des Ruhestands ist eine Aktienquote von 20% bis 40% ausreichend, während später ein Anteil von 50% bis 70% überzeugen kann. Bei regelmäßigen Entnahmen ist die Wahrscheinlichkeit trotzdem sehr hoch, dass das angesparte Vermögen sich über die gesamte Zeitspanne amortisiert und als ausreichend erweist.

Sinnvoll auf den zweiten Blick
Auf den ersten Blick erscheint diese Strategie eher unlogisch. Doch bei näherer Betrachtung erkennen Sie den Sinn dahinter. Wer sich der großen Gefahr, zu Beginn seines Ruhestands direkt durch einen Börsencrash oder fallende Aktienkurse sein Vermögen verliert, kann trotz langjährig optimierter Budgetierung, Opfer von Altersarmut werden. Reduziert der Anleger seine Aktienquote, kann er in der kurzen Zeitspanne keinen Verlust aufholen und wird den Verlust akzeptieren müssen. Auch wenn die Methode auf Forschungen und Kenntnissen der Marktentwicklung basiert, sollten Anleger die Risiken nicht unterschätzen und sich vor bösen Überraschungen optimal schützen. Da viele Anlagen in der heutigen Zeit kaum noch Rendite erbringen, steigt die Aktienquote durchaus wieder an und wird, wenn auch nicht immer mit einem guten Bauchgefühl, von Anlegern bevorzugt gewählt. Sich dabei auf Schwellenländer zu konzentrieren oder ein zu hohes Budget auf dem unsicheren Markt anzulegen, kann sich negativ auf eine sichere Budgetierung des Lebensabends auswirken. Auch wenn Sparanlagen kaum Zinsen erbringen und viele Investitionen eher als unrentable Aufbewahrung von Vermögen zu betrachten sind, sollte die Aktienquote die finanziellen Verhältnisse des Anlegers in keinem Alter überschreiten.

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