Anlagekommentar April 2017 – Globale Konjunkturverbesserung trotz Schocks und Hiobsbotschaften

Anlagetipp

Seit dem vergangenen Sommer hat die Konjunktur kräftig zugelegt. Dies gilt nicht allein für Europa und die USA, sondern betrifft den gesamten Weltmarkt. Neben der Konjunkturstärkung im Bereich Dienstleistungen erlebte auch die Industrie einen Aufschwung, der sich deutlich von den kleinen Einflüssen der letzten Jahre abhebt. Der laufende Zyklus musste eine Reihe von Schocksituationen verkraften. Vor allem die Schuldenkrise in der Eurozone und der Kollaps beim Ölpreis haben in Schwellenländern Spuren hinterlassen. Somit konnte die Weltwirtschaft nicht das gesamte vorhandene Potenzial entfalten. Das wirkt sich jetzt aus – und zwar positiv. Die Rückschritte dank zahlreicher Hindernisse lassen das Weltwachstum nun größer erscheinen. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass trotz 3% Zulage lediglich 1% mehr als Wachstum als in früheren Zyklen erzielt wurde.

Wenig Positiveinflüsse im verarbeitenden Gewerbe erkennbar
Vor allem das verarbeitende Gewerbe befindet sich derzeit auf einer Durststrecke. Die nur marginale Zulage äußerte sich in geringeren Investitionen im Industriesektor, welche sich von vergangenen Aufschwüngen in den letzten Jahren unterschied. Der Crash beim Ölpreis hat sich vor allem in 2015 und 2016 auf den Energiesektor ausgewirkt. Demzufolge lässt sich der derzeitige Aufschwung der Industrie zum Teil auf die Ölpreis- und Rohstoffpreis Erhöhung schieben und ist kein wirklicher Aufschwung, der auf Wachstum basiert. Dennoch hellt er die Stimmung maßgeblich auf, was sich im gesamten Unternehmenssektor zeigt. Alle in allem ist die Konjunktur aktuell besser als in den vergangenen Jahren. Auch die Unternehmensgewinne haben zugelegt und zeigen weiter positive Trends auf. Das fundamentale Umfeld spricht dabei für Risikoanlagen, die sich besonders bei Aktien und Unternehmensanleihen zeigen.

DAX Entwicklung

Korrekturrisiken benötigen Beachtung
Die Korrekturrisiken haben trotz guter Marktperformance zugenommen. Rückschläge können als gute Kaufgelegenheit gesehen werden, da die Marktbewertungen aktuell hoch sind. Dem gegenüber sind Kursgewinne aus Aktien und Renditeaufschläge von Anleihen marginal. Bei Marktverschlechterung steigen die Korrekturrisiken leider an.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Die Gemengelage an den Märkten hat derzeit durchaus das Potential, für eine größere Korrektur zu sorgen und die Liste der Unwägbarkeiten wird derzeit immer länger: Wie schneidet Marine Le Pen in den Umfragen zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich ab? Kann US-Präsident Donald Trump sein Wahlversprechen einer Unternehmenssteuerreform umsetzen? Wie tief verstricken sich die USA in die Wirren des syrischen Bürgerkriegs? Welche Kollateralschäden verursachen die Brexit-Verhandlungen? Beantworten kann die Frage nach dem nächsten Crash niemand mit Gewissheit. Sicher ist: Irgendwann wird er zwangsläufig kommen. Der Crash gehört zur Börse wie die Hausse. Doch es spricht noch immer viel für Aktien, vor allem fehlen die Alternativen in Zeiten von Nullzinsen. Aktien mögen nicht mehr ganz billig sein, aber im Vergleich zu Anleihen auch nicht überteuert. Insbesondere in volatilen Zeiten sollten Anleger ihre Disziplin wahren.

Dividendenwerte sorgen weiterhin für gute Erträge. Der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet, aber auch die Schwellenländermärkte bleiben als Beimischung interessant. Hierbei gilt Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region, wo ein langfristiges positives Ertrags-Risikoverhältnis erwartet werden kann. Nach einer markanten relativen Schwäche im Jahr 2015 konnten sich die Schwellenländermärkte in 2016 teilweise wieder erholen. Als Risikofaktor bleibt aber weiterhin die hohe Fremdwährungsverschuldung (vorwiegend in US-Dollar). Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. Wegen der weiter auseinanderstrebenden Notenbankpolitik Europas und der USA, kann eine temporäre Beimischung von in US-Dollar denominierten Unternehmensanleihen guter Bonität sinnvoll sein.

Anlagemärkte Entwicklung

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Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100% des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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