Rentenfonds sind sehr beliebt – obwohl sich die Aussichten verdüstern

Rentenfonds werden bei Anlegern momentan immer beliebter. Und das trotz der teilweise schlechten Aussichten. Besonders die sinkenden Leitzinsen setzen die Rentenfonds unter Druck.

Rentenfondsmanager haben es derzeit nicht leicht
Ein Haus zu kaufen macht momentan Sinn, denn die Leitzinsen sind sehr niedrig. An den Leitzinsen orientieren sich somit auch die entsprechenden Darlehen für einen Hauskauf. Doch Fondsmanager müssen oder wollen viel Geld anlegen. Knapp 198 Milliarden Euro werden in Deutschland von Fondsmanagern im Bereich von Rentenfonds verwaltet und für diese stellt sich die Frage: Wohin? Und um die 18 Milliarden Euro davon, werden von Fondsmanagern verwaltet, die sich auf Unternehmensanleihen spezialisiert haben.

Bei öffentlichen Anleihen große Unterschiede
Insbesondere bei den Anleihen der öffentlichen gibt es zwei unterschiedliche Seiten. Auf der einen Seite gibt es Angebote, die hohe Zinsen versprechen und ihre Kunden so locken. Spanien musste für 10 jährige Anleihen sogar zwischenzeitlich um die 7 Prozent zahlen, damit überhaupt noch Investoren darauf eingehen. Bekannt ist dieser Prozentsatz auch als Risikoprämie. Auf der anderen Seite gibt es die z.B. die Kommunalanleihen aus Finnland oder die Bundesschatzbriefe, welche zwar sicher sind, jedoch nur noch eine geringe Rendite ab werfen. Bei einer gewissen Risikobereitschaft können auch kurzlaufende Staatsanleihen in Italien und Spanien mit einem Prozentsatz von 3.65 bis 4,40 Prozent eine alternative Anlage sein.

Doch was sollen die Anleger bezüglich der Staatsanleihen machen?
Manche Anleger lassen sich von der Lage nicht abschrecken und kaufen immer noch deutsche Staatsanleihen. In dem Bereich gibt es jedoch keine verlässlichen Zahlen. Auch die Finanzagenturen, die für die Organisation der Deutschen Anleihen verantwortlich sind, können nicht sagen, wer bei den Auktionen zugreift. Zwar kommen für die Auktionen nur 39 Banken in Frage, für wen sie die Anleihen kaufen, wird jedoch nicht offen gelegt. Eins ist jedoch klar, private Anleger sind selten dabei.

Sicherheit wird mit Inflationsverlust erkauft
Deutsche Staatsanleihen können in dieser Zeit keine Sicherheiten mehr geben. Denn wenn Bundesanleihen mit einem Prozentsatz von 1,4 Prozent für zehn Jahre verzinst werden, kommt es bei einer leichten Inflation von um die 2 Prozent schon zu einem Kaufkraftverlust. Daher ist es nicht sehr verwunderlich, wenn andere Anleihen immer beliebter werden. Dazu gehören vor allen Dingen Unternehmensanleihen. Diese werden meist mit guter oder sehr guter Bonität angeboten. Durch Unternehmensanleihen wird eine größere Diversifikation als bei Euro-Staatsanleihen erreicht.

Jedoch sind auch Unternehmensanleihen kein Allheilmittel für alle denkbaren wirtschaftlichen Szenarien. Auf eine sinnvolle und der Risikobereitschaft angepasste Streuung der Anlagen sollte geachtet werden.

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Normalerweise wäre es in der Krise doch gerade schnell verfügbares Geld. Ich verstehe nicht wieso solche Fonds jetzt beliebt sein sollen…

  2. Auch wenn Rentenfonds in der Vergangenheit sehr gut performt haben und sie nur in festverzinsliche Wertpapiere investieren besitzen sie aktuell ein immenses Risiken. Neben den „normalen“ Fondsrisiken kommt vor allem das Zinssatzrisiko hinzu. Bei niedrigen Zinsen ist der Gewinn meist schon in den Rentenfondskursen eingepreist, sodass man dem Risiko von steigenden Zinssätze, somit fallenden Anleihenkursen, direkt ausgesetzt ist. Auch wenn man immer hört, dass Rentenfonds eine konservative Anlage sind, muss man in der aktuellen Lage stark auf das Zinssatzrisiko achten. Bei steigenden / stark steigenden Zinssätzen kann man durchaus Verluste mit machen.

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