Substanzwerte mit Inflationsschutz

Immobilienfonds

Die Deutschen haben auf der Suche nach rentablen Geldanlagen die offenen Immobilienfonds wiederentdeckt. Laut den Zahlen des Branchenverbands BVI (Bundesverband Investment und Asset Management e.V.) wurden in diese Anlageklasse im vergangenen Jahr rund 3,3 Milliarden Euro an frischen Investitionen eingezahlt. Dies ist ein Zuwachs von fast 75 Prozent gegenüber dem Jahr 2014. In den 3,3 Milliarden Euro sind auch Substanzauszahlungen im Wert von zwei Milliarden Euro enthalten, die von aufgelösten Immobilienfonds an die Anleger zurückflossen sind. Faktisch flossen damit 5,3 Milliarden Euro in offene Immobilienfonds.

Offene Immobilienfonds sind wieder gefragt
Die Kombination aus Sicherheit und Renditechance, was die offenen Immobilienfonds bieten, überzeugt offensichtlich wieder immer mehr Anleger. Im vergangenen Jahr lag die Wertentwicklung aller im BVI registrierten offenen Immobilienfonds bei durchschnittlich 3,3 Prozent und damit um einiges höher als bei den meisten Zinsanlagen. Auf Sicht von zehn Jahren erzielten die offenen Immobilienfonds laut BVI-Angaben einen Wertzuwachs von im Schnitt rund 40 Prozent und können mit den derzeit so gefragten Mischfonds durchaus mithalten, deren Zehn-Jahres-Performance im Schnitt zwischen 25 und 40 Prozent liegt.

Offene Immobilienfonds sind durch die Finanzkrise 2008/2009 unter die Räder gekommen
Offene Immobilienfonds waren bis zur Finanzkrise eine beliebte Anlageklasse, die in jedes Portfolio gehörte. Da viele institutionelle Investoren die offenen Immobilienfonds wegen ihren attraktiven und konstanten Rendite als „Geldparkplatz“ genutzt haben, sind im Zuge der Finanzkrise durch die massiven Verkäufe der Einlagen, die offenen Immobilienfonds gezwungen worden, sich für den Kauf und Verkauf der Anteile zu sperren. Dadurch kamen die Anleger nicht mehr sofort an ihr Geld. Der Gesetzgeber hat auf die Verwerfungen im Zuge der Finanzmarktkrise und den offenkundig gewordenen Schwächen in der Konstruktion der offenen Immobilienfonds reagiert. Da es kein anderes Anlageprodukt gibt, das auch kleineren Vermögen erlaubt, gut diversifiziert und professionell gemanagt in den internationalen Immobilienmarkt zu investieren, hat man 2013 eine Reform diese Anlageklasse vorgenommen. Der offene Immobilienfonds seit der Reform 2013 unterscheidet sich von den Fonds der Vergangenheit am deutlichsten durch die höhere Sicherheit für Anleger aufgrund der Schockresistenz gegenüber schubartigen Anteilrückgaben, sowie durch die Betonung der Langfristigkeit des Investments.

Offene Immobilienfonds Entwicklung

Die Anlageklasse wurde nachhaltig reformiert statt kurzfristig korrigiert
Die Schwäche, dass das Fondskapital nicht börsentäglich verfügbar sein kann, wenn es langfristig in Immobilien gebunden ist, wurde durch die Mindesthaltedauer korrigiert. Dadurch bringt der offene Immobilienfonds nun erstmals die Auszahlungswünsche der Anleger mit dem Liquiditätsmanagement der Fondsgesellschaft in Einklang, denn der offene Immobilienfonds ist ein eher langfristiges Investment. Er eignet sich nicht für kurzfristig Interessierte oder als Geldparkplatz für institutionelle Anleger. Die Mindesthaltedauer beträgt nach dem Kauf der Fondsanteile 24 Monate. Zudem gilt eine einjährige Kündigungsfrist. Die Kündigung kann jedoch bereits innerhalb der 24-monatigen Mindesthaltedauer ausgesprochen werden.

Ein weiterer Vorteil von offenen Immobilienfonds ist der „eingebaute“ Schutz vor Geldentwertung durch Inflation. Denn offene Immobilienfonds investieren in Sachwerte wie Büro-, Gewerbe- oder Wohnimmobilien, die in der Regel von allgemeinen Preiserhöhungen profitieren und im Wert steigen.

Bitte beachten Sie, dass die früheren Wertentwicklungen ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung ist.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen

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