Anlagekommentar Dezember 2017 – Die Kapitalmärkte wieder im Bann der Politik

Anlagetipp

Für die Kapitalmärkte waren in den letzten Wochen die treibenden Kräfte auf beiden Seiten des Atlantiks von politischer Natur geprägt. In Europa war der belastete Aspekt der Abbruch der Jamaika-Koalitionsverhandlungen in Deutschland und in den USA wirkten die Hoffnungen und auch die letztendliche Verabschiedung der Steuerreform unterstützend auf die Börsen.

Überblick von der Entwicklung der Anlagemärkte
Die positiven Wirtschaftsdaten in den USA sorgten dafür, dass der S&P 500-Index den vergangenen Monat mit einem kräftigen Zuwachs von 2,8 Prozent abschlossen hat. Die Daten für die Industrieproduktion, Bauausgaben, Einzelhandelsumsätze und die Frühindikatoren fielen besser aus als erwartet. Dagegen verflachte sich jedoch die Zinsstrukturkurve merklich, da mit einer Leitzinserhöhung der FED im Dezember gerechnet wurde, welche dann auch in dem erwarteten Rahmen umgesetzt wurde. Auch die Wirtschaftsdaten in der Eurozone blieben im November stark. Die Einkaufsmanagerindizes, dass Verbrauchervertrauen, die Industrieindikatoren und der Ifo-Index markierten neue Mehrjahreshöchststände. Auch die Erklärung des EZB-Präsidenten Mario Draghi zeigte eine Wirkung, dass eine Normalisierung der Geldpolitik nicht zu erwarten sei, solange die Inflation nicht nachhaltig auf die 2 Prozentmarke ansteige. Die europäischen Aktienindizes verbuchten dennoch deutliche Verluste. So gab der  STOXX Europe 600-Index 2,2 Prozent nach und der deutsche Aktienindex DAX wertete um 1,6 Prozent ab. Hierbei drückte vor allem der starke Euro die Kurse, wobei die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar 2,2 Prozent und zum japanischen Yen 1,2 Prozent auf wertete. Der schwedische Index OMX verlor aus Sorge vor einer Überhitzung des Häusermarktes überproportional um 3,7 Prozent. Auch der der Shanghai Stock Exchange Composite Index SSE gab um 2,2 Prozent nach. Die Kurse wurden belastet, durch die enttäuschenden Fundamentaldaten und die Bereitschaft der chinesischen Regierung, kurzfristig Wachstum zu opfern, um die ausufernde Kreditvergabe zu bremsen.

DAX Entwicklung

Die US-Steuerreform beherrscht die Schlagzeilen
Für Erleichterung an den Märkten sorgte die Nominierung von Jerome Powell als nächster Vorsitzender der US-Notenbank FED, denn der 64jährige steht für eine Kontinuität in der Geldpolitik und einer entschärften Bankenregulierung. Im Fokus stand jedoch die geplante und auch verabschiedete US-Steuerreform, denn sie sorgt für eine Senkung der Unternehmenssteuern auf 21 Prozent, eine Entlastung der meisten Bürger zumindest in den kommenden zehn Jahren, wobei Bezieher höherer Einkommen mehr sparen und die Abschaffung der Strafsteuer für US-Bürger ohne Krankenversicherung. Dies bedeutet allerdings auch eine Ausweitung des Staatsdefizits um 150 Mrd. US-Dollar jährlich. In der Bevölkerung kommt die Steuerreform jedoch nicht gut an, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Danach lehnen 55 Prozent das Reformwerk ab, nur 33 Prozent befürworten die Steuerreform.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Im Jahr 2018 sollte das Wachstum der Weltwirtschaft vergleichsweise hoch bleiben, denn es wird unterstützt von günstigen monetären Rahmenbedingungen, einer fortgesetzten Zunahme der Beschäftigung und einer guten Wirtschaftsstimmung. Auch der private Konsum bleibt voraussichtlich robust. Es kann eine weitere spürbare Zunahme der Investitionen und der Industrieproduktion erwartet werden, was von steigenden Unternehmensgewinnen und einer soliden Nachfrageentwicklung gestützt wird. Unter den wichtigen Volkswirtschaften könnte lediglich China mit einer etwas schwächeren Konjunktur aufwarten, da die Politik das Kreditwachstum weiter eindämmen wird. Die Schwellenländer profitieren generell von den vorteilhaften Kreditbedingungen und vergleichsweise stabilen Rohstoffpreisen. Das wichtigste wirtschaftliche Risiko bleibt jedoch eine Überhitzung des US-Arbeitsmarktes, was zu einer beschleunigten Straffung der Geldpolitik führen würde.

Die Anlagestrategie basiert deshalb weiterhin auf einem positiven konjunkturellen Basisszenario, wobei aber auch die Risiken klar im Auge behalten werden sollten. Obwohl das Wachstum der Weltwirtschaft vergleichsweise verhalten ist, befindet es sich dennoch auf dem höchsten Stand seit Jahren. Dies gilt insbesondere für den Euroraum und auch das Weltwachstum ist breit abgestützt und wird nun auch von der Industrie und den Investitionen der Unternehmen getragen. An den meisten Wirtschaftstrends wird sich im Jahr 2018 aus wirtschaftlicher Sicht vergleichsweise wenig ändern. Viele Anleger betrachten jedoch mit dem Eintritt in das zehnte Jahr der Markterholung nach der Großen Rezession argwöhnischer die Märkte. Ein negatives Ergebnis bei den Parlamentswahlen in Italien im nächsten Jahr, oder ein starker Anstieg des Ölpreises, der den US-Konjunkturzyklus beenden könnte, sind mögliche Stolpersteine.

Die Dividendenwerte sorgen weiterhin für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte bleiben weiterhin als Beimischung interessant. Nach einer markanten relativen Schwäche in 2015 konnten die Schwellenländermärkte sich in 2016 und 2017 weiter erholen. Hierbei gilt weiterhin Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region, wo ein langfristiges positives Ertrags-Risikoverhältnis erwartet werden kann. Als Risikofaktor in diesem Markt bleibt weiterhin die hohe Fremdwährungsverschuldung vorwiegend in US-Dollar. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten weiter oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen.

Anlagemärkte Entwicklung

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Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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