Fondssparer werden durch Finanztransaktionssteuer belastet

Die Finanztransaktionssteuer gehört zu den Maßnahmen, die derzeit intensiv innerhalb der Europäischen Union als Reaktion auf die Marktturbulenzen und massiven Vermögensverluste im Zuge der Finanzkrise diskutiert werden. Damals nahmen die Spekulationen mit US-Hypotheken unter Zuhilfenahme leicht handelbarer Wertpapiere, welche Verbriefungen dieser Immobilienwerte darstellten, ein so großes Ausmaß an, dass die Kurse zunächst in ungeahnte Höhen schossen. Später aber platzte die Immobilienblase, weil die gehandelten Summen gar keine realen Gegenwerte hatten. Millionen von Sparern verloren ihr Vermögen, während manche Spekulanten und Banker sich an dieser Finanzkrise mächtig bereichern konnten, sofern sie die schlechten Wertpapiere rechtzeitig abgestoßen hatten.

Eine Finanztransaktionssteuer für mehr staatliche Kontrolle
Bislang hat sich an den Gepflogenheiten auf den Finanzmärkten nicht viel geändert. Um von staatlicher Seite aber mehr Ordnung und Kontrolle gewährleisten zu können, sollen nun unter anderem Finanzhandelsaktionen verschiedenster Art mit einer Steuer von ca. 0,1 % belegt werden. Insbesondere die deutsche Regierung hält eine solche Steuer für sinnvoll, um derartige Auswüchse auf den Geldmärkten, in Zukunft stark einzudämmen.

Auswirkungen der Steuer für den Privatanleger
Eine Finanztransaktionssteuer (FTT) kann aber nicht nur die gierigen Finanzjongleure bremsen, sondern auch für gewöhnliche Privatanleger, die langfristig sparen oder für ihr Alter vorsorgen wollen, ein teures Vergnügen werden. Denn die FTT beträfe alle Fonds und vor allem die wertsicherungsorientierten Anlagestrategien würden höhere Kosten generieren. Bei diesen müssen die Aktien- und Anleihenanteile ständig an die Marktlage angepasst werden. Dies löst ständig die Besteuerung aus, ebenso geschieht dies bei simplen Zu- und Abflüssen.

Wettbewerbsverzerrungen werden befürchtet
Investmentvermögen, die beispielsweise in Geldmarkt- oder Immobilienfonds angelegt sind, würden von der FTT betroffen sein, während weniger riskante Anlagen wie Spareinlagen und Immobilientransaktionen nicht besteuert werden. Eine Mehrfachbelastung bestünde außerdem, denn es werden sowohl Transaktionen von Wertpapieren innerhalb eines Fonds als auch Kauf oder Rückgabe von Fondsanteilen besteuert. Zudem werden Unternehmen und Investoren in den Regionen benachteiligt, die die Steuer eingeführt haben, während in anderen Ländern daran nicht zu denken ist. Es besteht in jedem Fall die Gefahr, dass der Endkunde durch eine FTT draufzahlen muss, sofern es den Anbietern gelingt, die Steuer entsprechend umzuwälzen.

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