Bei der Abgeltungssteuer zahlen Millionen Deutsche zuviel

Die Abgeltungssteuer in Deutschland ist eine Steuer auf Kapitalerträge, also Zinseinnahmen, die man durch Geldanlagen erhält. Der Staat verfolgt mit dieser Steuer in erster Linie das Ziel der Umverteilung. Vermögenden Bürgern und Unternehmen, die auch von entsprechend hohen Zinsen profitieren, wird ein Teil der Einnahmen entzogen und anderen staatlichen Funktionen zugeführt, die in erster Linie den ärmeren Bevölkerungsschichten zugute kommen.

Damit jedoch nicht auch Kleinsparer von der Steuer betroffen werden, existiert ein Freibetrag von 801 Euro pro Anleger. Bei Verheirateten liegt er sogar bei 1602 Euro. Nur die jährlichen Zinseinnahmen, die darüber liegen, werden besteuert. Allerdings profitiert man von diesem Freibetrag nur, wenn man entsprechende Angaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Einfacher ist es hingegen, seiner Bank einen Freistellungsauftrag zu erteilen und damit alle Zinseinnahmen unter dem gesetzlichen Freibetrag automatisch von der Steuer zu befreien.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Bank of Scotland hat nun ermittelt, dass fast 15 Prozent aller deutschen Sparer keinen Freistellungsauftrag eingerichtet haben. Das betrifft vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. 29 Prozent von ihnen nehmen diese Möglichkeit der Ersparnis nicht ernst oder vergessen ganz einfach den Freistellungsauftrag zu erteilen.

Zudem ergeben die Resultate der Umfrage, dass speziell in Bremen (27 Prozent), Sachsen-Anhalt (24 Prozent) und Baden-Württemberg (20 Prozent) Menschen den Freibetrag der Abgeltungssteuer nicht nutzen, während in Bayern (4 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig Holstein und dem Saarland (jeweils 11 Prozent) diese Zahlen unter dem Durchschnitt liegen. Insgesamt 80 Prozent der befragten Bundesbürger haben ihre Zinsen von der Abgeltungssteuer befreit, davon wurde der Freistellungsauftrag in 43 % de Fälle gleich bei mehreren Banken gestellt.

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